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Die evangelische Jugendbildungsstätte (Jubi)  ist seit 2012 geschlossen. Jetzt sucht die Landeskirche noch einmal nach einem Käufer, will das Objekt ausschreiben. Foto: be
Die evangelische Jugendbildungsstätte (Jubi) ist seit 2012 geschlossen. Jetzt sucht die Landeskirche noch einmal nach einem Käufer, will das Objekt ausschreiben. Foto: be

Neetze: Kirche sucht solvente Käufer

kre Neetze. Pastoren haben großes Gottvertrauen. Das bringt der Beruf mit sich. Womöglich ist es gerade dieser unerschütterliche Glaube an höhere Mächte, der die Landeskirche Hannover treibt, die ehemalige Jugendbildungsstätte (Jubi) Neetze kurzfristig noch einmal öffentlich zum Verkauf auszuschreiben. In der Hoffnung, für das weitgehend leerstehende Gebäude-Ensemble in bester Neetzer Lage quasi in letzter Minute doch noch einen solventen Käufer zu finden.

Im Samtgemeinde-Rathaus in Barendorf allerdings nimmt man die emsige Käufer-Suche eher irritiert zur Kenntnis. Seit vier Jahren nämlich versucht der Kirchenkreis Bleckede Besitzer der Immobilie eine Nachnutzung für das Ende der 1970er-Jahre errichtete Gebäude zu finden. Vieles war schon im Gespräch. Angefangen von einer Jugendherberge bis hin zum Bau von Wohnungen für Studenten: „Das hat sich alles zerschlagen“, weiß Samtgemeindebürgermeister Norbert Meyer (SPD).

„Wir verhandeln schon lange mit der Kirchengemeinde Neetze und dem Kirchenkreis Bleckede“, sagt der Ostheider Rathauschef, für den die Initiative aus Hannover zur Unzeit kommt. Denn während in der ehemaligen Jubi Räume leerstehen, leidet die Kommune an anderer Stelle unter Platzmangel. Mit einem möglichen Umzug des Kindergartens in die Jubi würden die Samtgemeinde und die Gemeinde Neetze mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Wie berichtet, ist die Grundschule in Neetze nämlich schon jetzt an den Grenzen ihrer räumlichen Kapazitäten angelangt. „Wenn die Schule Ganztagschule wird, wird es eng“, weiß Meyer.

Zieht der Kindergarten aber in eine umgebaute und renovierte Jubi, würden Räume für die Schule frei werden, denn der Kindergarten ist zurzeit in einem Seitentrakt der Schule untergebracht.

Bautechnisch wäre eine solche Lösung wohl machbar. Das haben erste Untersuchungen des ehemaligen Jubi-Bettentraktes bestätigt. „Da wäre Platz für die vier Kindergarten-Gruppen“, ist Norbert Meyer überzeugt. In die detaillierte und verbindliche Planung aber könne die Kommune erst einsteigen, wenn klar ist, wer künftig Eigentümer der ehemaligen Jubi sein wird.

Der Ostheider Bürgermeister hofft auf eine baldige Entscheidung spätestens bis September. „Wir müssen wissen, ob wir im Herbst in den Haushaltsberatungen Geld für das Projekt einstellen müssen oder nicht“, gibt Meyer zu bedenken.

Dass die Jubi überhaupt noch einmal auf dem freien Markt zum Verkauf angeboten werden soll, liegt wohl auch daran, dass der Kirchenkreis eine Aktualisierung des Verkehrswertgutachtens in Auftrag gegeben hatte. Und unter Wert verscherbeln will man das Ensemble nicht.

Doch es gibt da auch ein Problem, das das Interesse an der Jubi bei vielen Interessenten schlagartig sinken lassen könnte: Die Nachbarschaft nämlich lässt nur eine begrenzte Entwicklung zu. Links die Kirche, rechts ein Bauernhof. „Im Flächennutzungsplan ist das Jubi-Gelände als Fläche für Bildung und Schule ausgewiesen“, erläutert Meyer. Will man das Gebäude anderweitig nutzen, vielleicht sogar abreißen und Wohneinheiten errichten, müsste man den Flächennutzungsplan ändern und einen Bebauungsplan aufstellen. Die Weiternutzung der Jubi als Kindergarten dagegen würde zumindest planungsrechtlich schon mal keine Probleme bereiten.