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Jennifer Schumacher hat in Neetze die ersten Erdbeeren geerntet, in der Region ist in diesen Tagen der Startschuss für die Saison der süßen Früchte gefallen. Foto: t&w
Jennifer Schumacher hat in Neetze die ersten Erdbeeren geerntet, in der Region ist in diesen Tagen der Startschuss für die Saison der süßen Früchte gefallen. Foto: t&w

Die ersten Erdbeeren sind da

dth Neetze/Winsen. Sie gehört zur Familie der Rosengewächse und ihre Früchte sind botanisch gesehen eigentlich Nüsse: Die Erdbeerpflanze. Jetzt beginnt allmählich die Erntesaison der Vitamin-C-haltigen Früchte. Wenige Wochen vor der Haupterntezeit im Freiland lässt der Spargelhof Strampe in Neetze bereits die ersten reifen Erdbeeren aus Hochtunneln und Folienhäusern pflücken. Peter Strampe sagt: „Wir haben am Wochenende angefangen, ernten zirka 30 bis 40 Kisten am Tag.“ Das entspreche rund 200 bis 300 Kilo. Doch in der Hochsaison rechnet Strampe mit einem deutlich höheren Ernteertrag im Freiland, insgesamt 3000 bis 4000 Kilo pro Tag. Sein Mitbewerber, der Erdbeer- und Spargelhof Löscher aus Winsen, baut in noch größerem Maßstab an.

Mit dem Anbau in Hochtunneln verlängert auch der Neetzer Hof Strampe die Saison um wenige Wochen nach vorne. Derzeit beschäftigt Strampe vier Erntehelfer aus Polen mit der Erdbeerernte auf den rund 10000 Quadratmetern Anbaufläche in Tunneln. Im Freiland stehe noch einmal das Zehnfache der Anbaufläche rund um Neetze parat. Dort seien ab Juni in der rund sechswöchigen Haupterntezeit zirka 30 Ernte­helfer aus Polen und Rumänien im Einsatz, sagt Strampe.

Felix Löscher, Geschäftsführer des gleichnamigen Betriebes im Winsener Ortsteil Hoopte, sagt: „Wir beschäftigen derzeit rund 50 Leute bei der Erdbeer­ernte.“ In der Haupterntezeit seien es rund 120 Polen und Rumänen. Bei Löscher stecken rund 100000 Quadratmeter Anbaufläche unter Folientunneln, mit Freiland kommt er auf das Vierfache. Mit derzeit rund 300 Kisten beziehungsweise 1500 Kilo pro Tag pflückt Löscher derzeit rund 10 Prozent dessen, was in der Haupternte anfällt.
Ein Teil der Pflanzen trägt zwei Sommer hintereinander Früchte. Damit das Angebot aufrechterhalten werden kann, müssen die Neetzer regelmäßig auf drei bis vier Hektar neue Pflanzen ausbringen, die sie von einem Betrieb im Münsterland erhalten.

Durch verschiedene Methoden verlängert der Neetzer Betrieb die Erdbeersaison auch nach hinten raus: Zum einen durch den Einsatz von frühen und späten Sorten. Zum anderen liegen in Kühlhäusern noch zahlreiche Erdbeerpflanzen bereit: Sie wurden im vergangenen Herbst vermehrt, werden erst jetzt im Mai ausgepflanzt und tragen somit später Früchte. Strampe: „So können wir noch bis Mitte August erntefrische Erdbeeren anbieten.“ Derzeit kostet die Schale bei Strampe um die 4,50 Euro. „Je größer das Angebot wird, umso günstiger werden sie für den Kunden.“ Und nicht nur beim Neetzer Hof haben sie im Juni die Möglichkeit, die roten Vi­taminbomben selber zu ernten. So steht alljährlich auch zwischen Reppenstedt und Lüneburg ein Feld für Selbstpflücker bereit vom Erdbeer- und Spargelhof Löscher.

Freunde frischer Früchte können sich zudem zeitnah auf den nächsten Saisonstart freuen: In zirka 14 Tagen beginnt beim Hof Strampe die Heidelbeer-Saison. Bei Löscher hingegen seien in zirka drei Wochen die ersten Himbeeren reif im Folientunnel.

Weniger Fläche, mehr Früchte

Bundesweit wurden 2015 im Vergleich zum Vorjahr auf einer geringeren Fläche mehr Erdbeeren produziert. Die Erntemenge im Freiland stieg laut Statistischem Bundesamt um gut 2 Prozent auf 173 000 Tonnen, wobei die Anbaufläche leicht auf 18 400 Hektar zurückging (minus 4 Prozent). Die Zahl der Betriebe, die Gemüse (von Spargel bis Weißkohl) oder Erdbeeren anbauten, sank 2015 auf 7200 (minus 5 Prozent), bei der Anbaufläche gab es mit 134 000 Hektar einen leichten Rückgang (minus 1 Prozent).

Die meisten Betriebe befanden sich in Baden-Württemberg (1500 Betriebe), Bayern (1300), Nordrhein-Westfalen (1200 Betriebe) sowie Niedersachsen (1100 Betriebe). Die größten Anbauflächen lagen in Nordrhein-Westfalen (25 100 Hektar), Niedersachsen (22 500 Hektar) und Rheinland-Pfalz (20 200 Hektar). Im Vergleich zu 2014 stieg die Fläche in Niedersachsen um 4 Prozent und in Rheinland-Pfalz um 2 Prozent, während sie in Nordrhein-Westfalen um 3 Prozent zurückging.