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So könnte das neue Garden-Loft aussehen, dass Architekten für das ehemalige Lucia-Gelände entworfen haben: Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Am Schützenplatz soll erweitert werden, er umfasst dann das ganze Areal zwischen Pulverweg, Dahlenburger Landstraße und Am Schützenplatz. Foto: Lohmann Architekten BDA
So könnte das neue Garden-Loft aussehen, dass Architekten für das ehemalige Lucia-Gelände entworfen haben: Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Am Schützenplatz soll erweitert werden, er umfasst dann das ganze Areal zwischen Pulverweg, Dahlenburger Landstraße und Am Schützenplatz. Foto: Lohmann Architekten BDA

Lüneburg: Wohnen im Garten-Loft

as Lüneburg. Große Zustimmung gibt es von Politik und Verwaltung für neue Überlegungen zum Lucia-Gelände. Danach sollen im östlichen Teil des Areals neben zwei Märkten und einem Hotel auch verstärkt Wohnungen entstehen. Außerdem soll der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Schützenplatz“ erweitert werden, um die planerischen Festlegungen für die Gesamtfläche zwischen Dahlenburger Landstraße, Pulverweg und der Straße Am Schützenplatz zu schaffen.

Im vergangenen Jahr sah es noch so aus, dass vornehmlich die Discounter Aldi und Rossmann aufs Lucia-Gelände umgesiedelt werden sollten. Außerdem planten die Eigentümer Jürgen Sallier und Helmut Porth dort ein Hotel (LZ berichtete). Für einen entsprechenden Bebauungsplan fasste die Politik im vergangenen Jahr den Aufstellungsbeschluss. Stadtbaurätin Heike Gundermann erläuterte nun im Bauausschuss, dass danach Lüneburger Architekten im Rahmen eines Workshops sechs alternative Entwürfe entwickelt hätten, bei denen es auch um eine höhere Verdichtung mit zusätzlichem Wohnraum ging. Diese wurden den Eigentümern des Lucia-Geländes präsentiert, die das Büro Lohmann Architekten BDA aus Rotenburg/Wümme für „neue planerische Überlegungen beauftragte. Ich finde diese einen großen Gewinn“, sagte die Stadtbaurätin.

Jürgen Lohmann erläuterte, dass im östlichen Teil des Geländes hin zur Bleckeder Landstraße die Neubauten für die beiden Märkte angesiedelt werden sollen, auf denen nun Wohnungen entstehen könnten. Die Gebäude haben eine U-Form und Dachgärten. An der Ecke Dahlenburger Landstraße/Am Schützenplatz ist weiterhin ein Hotel mit voraussichtlich fünf Stockwerken geplant. In der Mitte des Areals könnte ein siebengeschossiges Garden-Loft entstehen, „alle Terrassen haben kleine Gärten“, so Lohmann, und auch das Dach soll zu einem begrünten Ort der Begegnung für die Bewohner werden. Die Energieversorgung könnte durch ein Blockheizkraftwerk und eine Photovol­taikanlage sichergestellt werden, eine weitere Idee wäre eine hier angesiedelte Elektrotankstelle für Autos und E-Bikes.

Laut Oberbürgermeister Ulrich Mädge könnten 120 bis 140 Wohneinheiten entstehen. Das Wohnungsbauprogramm, das die Verwaltung im vergangenen November vorstellte, ging an diesem Standort noch von 80 Wohneinheiten aus. Susanne Puschmann von den Grünen, die sich grundsätzlich für eine stärkere Nachverdichtung in Lüneburg aussprechen, stellte zufrieden fest: „Unsere grünen Anregungen, das Ganze zu betrachten und Wohnraum zu entwickeln, wurden aufgenommen. Gut, dass Wohnen und Gewerbe nun kombiniert wird.“ Ihr Fraktionskollege Ulrich Blanck sprach gar von einem „Paradigmenwechsel“, was die Stadtentwicklung betreffe. Solche Planungen stellt er sich auch fürs Postgelände vor. Das siebengeschossige Gebäude sei ein „Leuchtturm“.

Auch Klaus-Dieter Salewski (SPD) sprach von „interessanten planerischen Überlegungen. Gut, dass wir nachverdichten und es auch hier eine 30-Prozent-Klausel für günstigen Wohnraum geben soll.“ Auch Michèl Pauly (Linke) begrüßt, dass mehr Wohnraum entsteht aber es müsse gewährleistet sein, dass auch günstiger entsteht. „Großes Lob auch von unserer Seite“, sagte Rosemarie Ebeling (CDU). Ihre Frage zur Anlieferung der Märkte werde im weiteren Verfahren mit einem Verkehrs- und Lärmgutachten untersucht, erklärte die Stadtbaurätin.