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Lüneburg stellt die Weichen für die neue Sport- und Eventhalle: Bundesliga-Volleyball, aber auch kulturelle Highlights bekämen auf dem alten Schlachthof-Areal eine Heimat. 3500 Zuschauer soll die Halle, die unsere Computergrafik zeigt, fassen, insgesamt 10,3 Millionen Euro kosten. Die Sparkasse beteiligt sich finanziell, soll auch Namensgeberin werden. Grafik. Foto: Bocklage + Buddelmeyer
Lüneburg stellt die Weichen für die neue Sport- und Eventhalle: Bundesliga-Volleyball, aber auch kulturelle Highlights bekämen auf dem alten Schlachthof-Areal eine Heimat. 3500 Zuschauer soll die Halle, die unsere Computergrafik zeigt, fassen, insgesamt 10,3 Millionen Euro kosten. Die Sparkasse beteiligt sich finanziell, soll auch Namensgeberin werden. Grafik. Foto: Bocklage + Buddelmeyer

Neue Arena für Sport und Kultur in Lüneburg

ap Lüneburg. Die Sport- und Eventhalle, die besonders die Volleyballer der SVG so dringend benötigen, beschäftigt die Region seit Jahren. Nun nehmen die Planungen immer mehr Form an: Mit dem alten Schlachthof-Gelände steht der Standort, mit Immobilienmakler Jürgen Sallier ist ein Großinvestor an Bord und mit der Sparkasse lässt sich die Finanzierung realisieren.

In der gemeinsamen Sitzung der Sportausschüsse aus Stadt und Landkreis haben Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Landrat Manfred Nahrstedt gestern unter dem Tagesordnungspunkt „wettkampfgerechte Sporthalle“ die politischen Gremien in den aktuellen Sachstand eingeweiht.

Herbert Buddelmeyer, Architekt aus Vechta, stellte die konkreten Baupläne vor: Über den Haupteingang, das Foyer und eine Treppe sei das Obergeschoss mit den dortigen Zuschauerplätzen zu erreichen. Für dieses Stockwerk sei außerdem ein seperater Eingang für „Sportler“ mit direktem Zugang zu den Kabinen geplant. Neben drei fest installierten Sitzreihen könnten Teleskoptribünen variabel auf- und abgebaut werden. Zusätzlich seien für diese Etage Freibereiche wie Funktions-, Schulungs- oder Medienräume geplant, eine Theke und ein VIP-Bereich. Das zweite Stockwerk habe vier feste Sitz- und eine Stehreihe. „So können wir bis zu 3500 Zuschauern Platz gewährleisten“, erklärte der Architekt.

So könnte die Sport- und Eventhalle, die in Lüneburg entstehen soll, innen aussehen: In den beiden Rängen sollen bis zu 3500 Zuschauer Platz finden. Foto: Bocklage + Buddelmeyer
So könnte die Sport- und Eventhalle, die in Lüneburg entstehen soll, innen aussehen: In den beiden Rängen sollen bis zu 3500 Zuschauer Platz finden. Foto: Bocklage + Buddelmeyer

 

Durch eine Bestuhlung des Parterre sei eine variable Nutzung für einen „sehr interessanten Theater-Charakter“ umsetzbar. Über dem Spielfeld habe die Halle mit 12,50 Meter ihren höchsten Punkt, direkt über dem zweiten Rang seien es neun Meter. Als Boden werde geglätteter Rohbeton ausgelegt. „Darüber arbeiten wir mit einem elastischen Sportboden, der mobil ausgelegt und nur für Veranstaltungen entfernt wird. Dieser ist für alle Sportarten patentiert“, klärte der Architekt auf. Mit einer Anzahl von vorerst 250 Auto-Stellplätzen habe man eine Netto-Summe von rund 8,23 Millionen Euro errechnet.

Neben kleinen Nachfragen zur Deckenkonstruktion und Beleuchtung kam von Claudia Schmidt (Grüne) erste Kritik auf: „Ist der Standort überhaupt der richtige? Wie soll das finanziert werden? Ich sehe viele Fragen, die vorher geklärt werden müssten.“ Mädge entgegnete: „Wir haben noch kein fertiges Konzept, wir sind hier, um die Gremien zu informieren, erst mal mit einem halbfertigen Konzept.“ Viele Details seien noch zu klären, denn für eine solche Feinplanung bräuchte man eigentlich ein Jahr. „Vor Oktober, November sehe ich keinen Spatenstich“, sagte er klar. Bis Ende August müssten zunächst die notwendigen Beschlüsse und Zustimmungen eingeholt werden.

Zur Finanzierung: 3,5 Millionen Euro sollen über einen sofortigen Zuschuss von Stadt (700000 Euro) und Landkreis (2,5 Millionen) fließen, die restlichen 300000 Euro aus der Kreisschulbaukasse. Weitere 6 Millionen würden als Kredit bei der Sparkasse aufgenommen, über eine private Objektgesellschaft verbürgt und in Raten in Höhe von je 180000 Euro über 20 Jahre abbezahlt. Mit der Operativen GmbH würde ein Mietvertrag abgeschlossen, diese von der Sparkassenstiftung 300000 Euro als Sacheinlage für die Erstausstattung erhalten. Unter den Zuhörern war mit Klaus Hoppe der Chef der Campus Management GmbH, der mutmaßlich Betreiber der Halle werden soll und mit einem Mietzuschuss von 150000 Euro von Stadt und Kreis unterstützt werden würde. Die Betreibergesellschaft müsste die Halle über einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren mieten. An der Arena könnte ein Sparkassen-Schild hängen, wenn es zur Einigung kommt. Im Gespräch ist, dass das Geldinstitut die Namensrechte für eine Million Euro erwirbt, 500000 Euro sollen sofort fließen, der Rest in gleichen Raten zu 50000 Euro über zehn Jahre.

„Damit liegen wir insgesamt bei 10,3 Millionen Euro Investitionskosten“, sagte Mädge. Die Summe umfasse Grundstück, Gebäude, Architektenhonorar, 250 Stellplätze und die Einrichtung. Außerdem bestünde die Möglichkeit für einen zweiten VIP-Bereich und Büroräume. „Diese müssten über Dritte finanziert werden.“
Zusätzliche Stellplätze seien im Straßenraum der Lüner Rennbahn, im Parkhaus am Lünepark, von wo die Zuschauer mit einem Shuttle zur Arena fahren könnten, und auf weiteren Gewerbeflächen geplant.

Neben den politischen Gremien stünden noch Gespräche mit dem Straßenbauamt, den zuständigen Ministerien bevor. „Die ersten Anwärmgespräche haben der Landrat und ich schon geführt“, verriet Mädge. Dem Zeitplan zufolge soll der Kreistag seinen Grundsatzbeschluss am 20. Juni fällen, der Rat am 23. Juni. „Im Herbst 2017 soll die Halle fertig gestellt sein, aber ich sage schon jetzt: Vielleicht muss sich die SVG für ein halbes Jahr nach Hamburg orientieren, wenn sie keine Ausnahmegenehmigung für die Gellersenhalle bekommt.“

Neben Befürwortern von SPD und CDU, die „den Weg gemeinsam mit dem Landrat gehen“ wollen, in der Halle „die Schließung einer infrastrukturellen Lücke“ und ein „rundum geschlossenes gutes System“ sehen, gab es weitere Kritik von den Grünen. Ulrich Blanck findet: „Der Zeitplan ist sehr eng, es wäre schön gewesen, die Politik noch früher zu beteiligen.“ Ähnlich äußerte sich Michèl Pauly (Die Linke), der sich aber vorstellen könne, dass seine Fraktion am Ende zustimme. „Das Geld bleibt in der Region, der Nutzen bringt die Menschen unmittelbar zusammen. Vor 30 Jahren hätte man so günstig nicht bauen können.“

Stimmen der SVG-Verantwortlichen

Viele Steine fielen den Verantwortlichen der SVG Lüneburg vom Herzen, dass es nun mit der Halle vorangeht. Geschäftsführer Andreas Bahlburg: „Wir möchten uns bei allen Beteiligten aus Politik, Wirtschaft und Stadt und Landkreis Lüneburg für das rasche und unkomplizierte Vorgehen bedanken. Man hat gesehen, was möglich ist, wenn man zielorientiert und parteiübergreifend Hand in Hand arbeitet und ein Projekt vorantreibt.“

Doch der Macher des Volleyball-Höhenflugs der vergangenen Jahre betonte auch: „Diese Wettkampfstätte ist kein reines Volleyball-Projekt, sondern eine Chance für ganz Lüneburg. So können wir alle gemeinsam in den Bereichen Kultur, Spitzen- und Schulsport einen großen Schritt nach vorne machen. Das ist ein tolles Projekt und wertet die Attraktivität der gesamten Region weiterhin auf.“

In Bezug auf die Bundesliga-Zukunft der Mannschaft, die wegen der Lizenzierung ab der Saison 2017/18 an eine neue wettkampfgerechte Arena geknüpft ist, urteilte Bahlburg: „Wir von der SVG freuen uns auf die kommenden Monate und Jahre. Mit dem Bau der Halle haben wir Planungssicherheit und können weiter daran arbeiten, unsere Position als bundesweiter Werbebotschafter für die Region zu stärken und auszubauen.“

Ein großes Lob für den Architekten hatte er ebenfalls: „Die Halle ist ein sehr gelungener Entwurf, der die unterschiedlichen Anforderungen und Funktionalitäten hervorragend vereint. Wir selbst haben die Schwesterhalle in Vechta schon besichtigt und sind vom Konzept sehr überzeugt.“ Auch der Sportliche Leiter der SVG, Bernd Schlesinger, atmete auf: „Ich bin sehr froh über diese Entscheidung, weil damit die Erfolgsgeschichte der SVG weitergeschrieben werden kann. Schön ist natürlich, dass es dann in Lüneburg auch kulturelle Veranstaltungen in einem größeren Rahmen geben wird.“

SVG-Trainer Stefan Hübner, der sich mit Familie längst in Lüneburg bestens eingelebt hat, war schlichtweg begeistert – nicht nur aus sportlicher Sicht: „Toll, ich freue mich. Ohne solch eine Halle ginge es ja auch mit Volleyball nicht weiter. Ich finde sehr positiv, wie sich dieses ganze Projekt in recht kurzer Zeit so schnell entwickelt hat. Für so etwas braucht man selbstverständlich die Unterstützung von Stadt, Landkreis und weiteren Partnern. Es tut der ganzen Stadt gut, die Halle ist ja auch für kulturelle Veranstaltungen gedacht.“↔re

6 Kommentare

  1. Hallo ich will ja nicht dauernd nur nörgeln, aber warum gilt es von vornherein als ausgemachte Sache das die
    Sparkasse Sponsor des Hallennamen wird?
    Weil Hr.Nahrstedt und Hr.Mädge im Verwaltungsrat der Sparkasse logieren?
    Irgendwie alles Bananenrepublik, oder?

    • betrachten sie doch mal die hautevolee von lüneburg,es ist eine ganz große familie. du kaufst bei mir die fenster,ich bei dir die türen.

    • Hallo eratosthenes, ich will ja auch nicht dauernd nur nörgeln, aber warum gilt es von vornherein als ausgemachte Sache, dass Klaus Hoppe der Geschäftsführer der Hallenbetreibergesellschaft sein wird?
      Weil Hr. Nahrstedt und Hr. Mädge im Verwaltungsrat der Sparkasse von Jürgen Salier logieren?
      Irgendwie alles Bananenhansestadt, oder?

  2. HURRA!
    Endlich eine Multifunktionshalle für Lüneburg. Nachdem schon vor sehr langer Zeit die Nordlandhalle geschlossen wurde, freue ich mich auf die neue Veranstaltungshalle. Ich hoffe sehr, dass dann auch atraktive Musikkünstler (wieder) nach Lüneburg kommen.
    Die Parkplatzsituation sollte aber nochmal überdacht werden, nur 250 Stellplätze für bis zu 3500 Zuschauer? Das passt irgendwie nicht.

    • Seltsam, ich dachte, Vertretungen und Verwaltungsspitzen von Kreis und Stadt tragen zwei, drei Dutzend Euro-Millionen zu den Kosten des Libeskind-Baus bei, weil dies die neue Event- und Stadthalle sein sollte?

  3. Werner Schneyder

    Mal schauen, ob alles brav europaweit ausgeschrieben wird ….