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Hans-Jürgen Brügmann von der Artlenburger Mühle (l.) erklärt Besucher Sebastian Zwang die Arbeitsweise einer Windmühle. Der Frankfurter war zu Besuch in der Heide und nutzte natürlich die Gelegenheit zum Mühlentag, sich die Bauwerke in Artlenburg und Bardowick von innen anzuschauen. Foto: t&w
Hans-Jürgen Brügmann von der Artlenburger Mühle (l.) erklärt Besucher Sebastian Zwang die Arbeitsweise einer Windmühle. Der Frankfurter war zu Besuch in der Heide und nutzte natürlich die Gelegenheit zum Mühlentag, sich die Bauwerke in Artlenburg und Bardowick von innen anzuschauen. Foto: t&w

Deutscher Mühlentag: alte Technik, die begeistert

kre Bardowick/Artlenburg. Technik fasziniert. Historische Technik allemal: Ob Oldtimer, Feldbestellung wie zu Großvaters Zeiten oder Getreide mahlen wie anno dazumal: Wenn die Mühlen in der Region zum Deutschen Mühlentag ihre Tore für die Besucher öffnen, ist das Interesse gewaltig: Und das Wetter konnte aus Sicht der Müller am Montag gar nicht besser sein: kühl, trocken vor allem aber windig: „Optimal“, lobt Hans-Jürgen Brügmann von der Artlenburger Windmühle die Gegebenheiten: „Bei dem Wetter legt sich keiner an den Badesee oder in den Garten, sondern die Menschen kommen zu uns!“

Nicht nur das Windrad der Bardowicker Mühl dteht sich, auch das Karusell für die Kleinsten davor. Foto: t&w
Nicht nur das Windrad der Bardowicker Mühl dteht sich, auch das Karusell für die Kleinsten davor. Foto: t&w

Und so soll es auch sein, denn schließlich hatten die Organisatoren an den jeweiligen Mühlen wieder für ein buntes Programm gesorgt: In Artlenburg etwa präsentierten sich Mühlenverein und die Lüneburger Oldtimerfreunde wieder gemeinsam. Eine Symbiose, die seit Jahren bestens funktioniert. Und das nicht nur, weil Peter Thiele in beiden Vereinen ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hat als stellvertretender Vorsitzender im Mühlenverein und als zweiter Vorsitzender des Oldtimerclubs Lüneburg und Umgebung.

Rund 70 automobile Schätzchen konnten interessierte Besucher unter den großen Jalousieflügeln der Artlenburger Windmühle bestaunen Blickfang war zweifellos aber das alte amerikanische Feuerwehrauto, das Thiele von einem Museum im US-Bundesstaat Missouri erwerben konnte. „Eine Gelegenheit, die nicht oft kommt“, freut sich Thiele über diesen seltenen, automobilen Erwerb, denn diese kleineren US-Feuerwehren sind Raritäten und daher nur äußerst schwer zu bekommen.
Wer es gestern versäumt hat, diesen Wagen zu bestaunen, hat allerdings bald Gelegenheit dazu, das nachzuholen. Das 1938 gebaute Feuerwehrauto fährt nämlich auch bei der ADAC-Hansa-Veteran-Rallye in Lüneburg am 2. Juli mit.

Peter Thiehle ist nicht nur zweiter Vorsitzender des Artlenburger Mühlenvereins, sondern auch stolzer Besitzer dieses alten Feuerwehrautos, das die Besucher beim Mühlentag in Artlenburg ebenfalls bewundern konnten. Foto: t&w
Peter Thiehle ist nicht nur zweiter Vorsitzender des Artlenburger Mühlenvereins, sondern auch stolzer Besitzer dieses alten Feuerwehrautos, das die Besucher beim Mühlentag in Artlenburg ebenfalls bewundern konnten. Foto: t&w

Zwei Pferdestärken waren gestern die Publikumslieblinge in Bardowick und die beiden haben auch noch Namen: Anni und Beeke zwei Schleswiger Kaltblutpferde. Mitgebracht hatte sie Peter Hagel, ein Biolandwirt aus Riepe im Landkreis Rotenburg/Wümme. Auf einem Feld hinter der Bardowicker Mühle führte Hagel vor, wie früher mit Hilfe von Pferden der Acker gepflügt und bestellt wurde. „Das sieht man auch nicht alle Tage“, freute sich nicht nur Familie Rogge aus Barendorf. Ob sie auch noch eine Mühlenführung mitmachen wollen? „Mal schauen“, sagt Mutter Jana-Cita eher skeptisch mit Blick auf die lange Besucherschlange. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Besuchern kennen sie und ihre Söhne Mateo und Lewin bereits das Innere der 1813 erbauten Windmühle von einer früheren Führung. Und außerdem blieb so auch viel mehr Zeit, Landwirt Peter Hagel zuzuschauen, wie der die beiden Kaltblüter Anni und Beeke anspannte und mit dem Karrenpflug Furche um Furche zog. Genau so, wie in der guten alten Zeit.