Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Der Umgang mit Tieren stärkt wie hier im Projekt Ziegen und Ziele die soziale Kompetenz von Kindern und Jugendlichen. Teilnehmer, die Probleme etwa in Familie oder Schule haben, lernen so auch, wie sie mit anderen Menschen umgehen können. Foto: nh
Der Umgang mit Tieren stärkt wie hier im Projekt Ziegen und Ziele die soziale Kompetenz von Kindern und Jugendlichen. Teilnehmer, die Probleme etwa in Familie oder Schule haben, lernen so auch, wie sie mit anderen Menschen umgehen können. Foto: nh

Ziegen stärken soziale Kompetenz

rast Lüneburg. „FuN-Kids“ — das steht nicht nur für Kinder, die Spaß haben, sondern auch für Familie und Nachbarschaft und ist der Titel eines Projektes, das das Albert-Schweitzer-Familienwerk (ASF) jetzt in Bleckede im Jugend- und Familienzentrum an der Lüneburger Straße gestartet hat. Das Projekt kann sich über eine tolle Anschubfinanzierung freuen, denn es gehört zu drei Projekten, die vom Rotary Club Lüneburg-Hanse zusammen 10.000 Euro erhalten. Das ist der stolze Erlös aus dem Tanz-in-den-Mai-Ball der Rotarier unter der Präsidentschaft von Sven Bender.

Bei dem FuN-Kids-Projekt geht es unter anderem um das Erlangen und Intensivieren sozialer Kompetenzen und die motorische Entwicklung. Einmal wöchentlich treffen sich aktuell acht Elternteile mit 13 Kindern im Alter von zwei bis drei Jahren. Stefan Meste vom Albert-Schweitzer-Familienwerk erläutert dazu: „Es geht zunächst einmal darum, dass Gleichaltrige miteinander in Kontakt kommen — das gilt sowohl für die Erwachsenen, die sich austauschen können, als auch für die Kinder.“ Ansprechpartnerinnen für die Gruppe, deren Teilnehmer aus dem Raum Bleckede kommen, sind zwei Sozialpädagoginnen.

Die Kinder spielen und basteln gemeinsam, das stärkt ihre soziale Kompetenz. Auch im Bereich Motorik wird einiges getan. So ist ein Parcours geplant, bei dem die Kinder durch Tunnel und über Hindernisse steigen müssen. „Hier gibt es noch mehr derartige Ideen, für die wir die Spende einsetzen können“, freut sich Stefan Meste.

Finanziert aus dem Spendenbetrag wird auch das Familienwerk-Projekt „Ziegen und Ziele“, das der Freiberufler Arnold Schütte seit mittlerweile acht Jahren anbietet: „Für etwa zehn Kinder wird eine dreitägige Ferienfreizeit angeboten, bei der sie die Nutztiere, ihre Charaktere und ihre Unterschiedlichkeit kennenlernen.“ Vermittelt wird ihnen der landwirtschaftliche Produktionsprozess vom Futtermachen übers Füttern und Melken bis hin zum Käsemachen. Schütte sagt: „So werden die Kinder auf anderer Ebene als über Gespräche erreicht.“ Durch die Beziehung zu den Tieren und das gemeinsame Erlebnis würden sich die Kinder mit ihren Problemen eher öffnen. Die Kinder erfahren laut Schütte auch viel über den Tierschutz, etwa dass „meine Ziegen zu den gefährdeten Nutztierrassen der Bündner Strahlenziegen und der Thüringerwald Ziegen gehören.

Die vornehmlich noch in der Schweiz und in Süddeutschland gezüchteten Bündner Strahlenziegen zeichnen sich durch große Robustheit, Menschenfreundlichkeit und Genügsamkeit in der Haltung aus. Im Gegensatz zu hochgezüchteten Rassen wie der Weißen Deutschen Edelziege brauchen sie kein Leistungsfutter, um die genetisch bedingte Milchleistung zu erbringen. Eine Hochleistungsmilchziege versucht auch bei unzureichendem Futter, ihre Milchleistung zu erbringen — bis hin zur Auszehrung und zum Tod.“

Der Rotary Club Lüneburg-Hanse hatte das Albert-Schweitzer-Familienwerk bereits in den Vorjahren mit zusammen 6250 Euro unterstützt.

Kriseninterventionsteam hilft

Werden Kinder oder Jugendliche Opfer oder Zeugen von Unfällen oder von Gewaltverbrechen, geraten sie schnell in eine psychosoziale Notlage. Ihnen hilft seit 2011 das Kriseninterventionsteam für Kinder und Jugendliche Lüneburg. Hier fließt der dritte Part der Rotarier-Spende hin. Die Mitarbeiter des Teams sind erfahrene Fachkräfte aus den Bereichen Kinder- und Jugendpsychiatrie, Jugendschutz und Jugendhilfe. Träger sind der Kinderschutzbund, die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie sowie die Pädagogische Initiative. Eine Betreuung wird beispielsweise dann geboten, wenn den Betroffenen durch die Polizei eine Todesnachricht überbracht wird. Auch bei Notfallereignissen im eigenen Millieu, etwa in der Familie oder in der Schule, sind die Fachleute zur Stelle. Der Rotary Club Lüneburg-Hanse hatte dieses Projekt bereits in den Vorjahren mit insgesamt 4440 Euro unterstützt.