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Als Architekt Peter Rabeler (v.l.), Schulleiterin Uta Hommel und Bauamtsleiter Michael Göbel vor zwei Jahren über die Schulsanierung berieten, ahnten sie noch nicht, wie teuer es wirklich werden würde. Foto: t&w
Als Architekt Peter Rabeler (v.l.), Schulleiterin Uta Hommel und Bauamtsleiter Michael Göbel vor zwei Jahren über die Schulsanierung berieten, ahnten sie noch nicht, wie teuer es wirklich werden würde. Foto: t&w

Schulsanierung deutlich teurer

dth Amelinghausen. Die Kosten für Umbau und Sanierung der Grundschule Amelinghausen werden im dritten Bauabschnitt deutlich teurer als ursprünglich angenommen rund 600.000 Euro mehr. Aber nicht nur darauf muss die Samtgemeinde Amelinghausen nun mit einem Nachtragshaushalt für 2016 reagieren, den der Samtgemeinderat bei seiner Sitzung am Dienstagabend im Rathaus einstimmig bei drei Enthaltungen der SPD verabschiedete.

Mittlerweile steht auf Amelinghausens größter Baustelle seit 2014 der dritte Bauabschnitt bevor. Wie berichtet, wird das Schulzentrum schrittweise saniert und umgestaltet. Künftig soll der Komplex neben Krippe, Grundschule und Sozialraum eine Art Mehrgenerationen-Campus bilden. Die Kostenschätzung von rund 1,4 Millionen Euro für den nun dritten Bauabschnitt stammte aus dem Jahr 2012, wurde aber auch bei der weiteren Planung 2014 verwandt, sagt Amelinghausens Bauamtsleiter Michael Göbel auf LZ-Nachfrage. Die Preissteigerung habe wohl auch mit der angespannten Marktlage im Bausektor zu tun. Zudem kam es zu Verschiebungen in den Bauabläufen sowie zu weiteren Schadstoff-Funden (LZ berichtete).

Göbel: „Die größte Kostensteigerung haben wir im Bereich der Elektro- und Heizungssanierung.“ Gerechnet auf die Gesamtinvestition beträgt die Kostensteigerung unter dem Strich rund 11,7 Prozent. In Summe läuft es bei der Investitionsmaßnahme über die Jahre gerechnet derzeit insgesamt auf rund 5,7 Millionen Euro hinaus.

Kämmerer Magnus Ludwig sagte bei der Ratssitzung: „Der Nachtragshaushalt wäre schon allein wegen der Änderungen bei den Schlüsselzuweisungen, Umlagen und Personalkosten notwendig geworden. Die Amelinghausener arbeiten mit einem Doppelhaushalt 2015/2016, dessen Zahlen bereits im April vergangenen Jahres festgelegt worden waren. Laut Ludwig erhöht sich das Volumen des Ergebnishaushalts für 2016 von vormals rund 7,5 Millionen Euro auf rund 8 Millionen Euro und bleibt ausgeglichen. Dabei sind beispielsweise die Personalaufwendungen um 112.800 Euro auf insgesamt rund 2,76 Millionen Euro gestiegen. Den erhöhten Asylaufwendungen von jetzt 175.000 Euro für 2016 stehen nunmehr Erträge von 540.000 Euro gegenüber. Insgesamt übersteigen die Mehrerträge die Mehraufwendungen im Nachtrags-Ergebnishaushalt.

Bei den Investitionen schlägt neben der Schulsanierung der Posten für Baumaßnahmen der Feuerwehr Rehlingen am stärksten zu Buche (500.000 Euro). Im Gegenzug werden Straßenbaumaßnahmen über 150000 Euro zurückgestellt sowie die Umsetzung einer touristischen Umgestaltung der Oldendorfer Totenstatt. Das Tourismusprojekt, das mit 500.000 Euro Kosten und 250.000 Euro Einnahmen in der Bilanz steht, soll sich im Haushalt 2017 wiederfinden, sagte Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker.

Die Verschiebungen bei den Investitionen haben auch Auswirkungen auf die Kreditaufnahme. Geplant waren neue Darlehen in Höhe von rund 1,76 Millionen Euro, nun sollen 980.000 Euro draufgesattelt werden. Laut Kämmerer Ludwig gleiche sich das etwas mit dem Jahr 2015 aus, in dem rund 700.000 Euro weniger Kredite aufgenommen wurden, als geplant war.

Der Nachtragshaushalt 2016 stieß überwiegend auf Wohlwollen. CDU-Fraktionsvorsitzender Dominik Wehling sagte: „Der Nachtrag ist bei einem Doppelhaushalt nicht überraschend, schließlich haben wir im April 2015 keinen sozialistischen Fünf-Jahres-Plan verabschiedet.“

Risiken für das Trinkwasser?

Bei der Sitzung in Amelinghausen nahmen die Grünen noch einmal Stellung zur Klärschlamm-Diskussion der vergangenen Wochen. Fraktionschef Detlev Schulz-Hendel sagte, dass es sich bei Klärschlamm „um ein Düngelmittel handelt, das aus fachlicher Sicht nicht zu beanstanden ist, wenn auch mit Einschränkungen“. Die Bedenken, den Klärschlamm auf den Feldern ausbringen zu lassen, würden aber bleiben. Gleichwohl könne das Problem nicht auf Samtgemeinde-Ebene gelöst werden. Die Bundesregierung müsse verbindliche Grenzwerte für Arzneimittelrückstände festlegen. Die Grünen hatten gefordert, den Klärschlamm zu verbrennen, „da Risiken für Brauch- und Trinkwasser nicht ausgeschlossen werden können“. Zudem sollten Stadt und Landkreis Lüneburg gebeten werden, den Bau einer eigenen Monoverbrennungsanlage zu prüfen. Doch nun zogen die Grünen auch offiziell den Antrag zurück, machten den Weg für eine Ausbringung auf landwirtschaftlichen Flächen frei. Dennoch klopfte sich Schulz-Hendel auf die Schulter: „Wir haben mit dem Antrag einen wichtigen Diskussionsprozess angestoßen.“ Der solle nun im Landkreis sowie auf Landes- und Bundesebene fortgesetzt werden. dth