Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Der Haussperling ist nicht nur im Kreis Lüneburg der häufigste Garten-Gast, auch landesweit wurde er häufiger gezählt als jeder andere. Bei der Nabu-Aktion "Stunde der Gartenvögel" am Pfingstwochenende wurde er in sieben von zehn Gärten im Kreisgebiet gesichtet. Foto: nabu
Der Haussperling ist nicht nur im Kreis Lüneburg der häufigste Garten-Gast, auch landesweit wurde er häufiger gezählt als jeder andere. Bei der Nabu-Aktion "Stunde der Gartenvögel" am Pfingstwochenende wurde er in sieben von zehn Gärten im Kreisgebiet gesichtet. Foto: nabu

„Stunde der Gartenvögel“: Haussperling fliegt an die Spitze

ahe Lüneburg. Der Haussperling ist weit verbreitet in Lüneburg. Bei der Nabu-Aktion „Stunde der Gartenvögel“ am Pfingstwochenende wurde er in sieben von zehn Gärten im Kreisgebiet gesichtet. Noch präsenter war nur die Amsel, die Vogelfreunde in nahezu jedem Garten entdeckt haben. In der vorläufigen Rangfolge, die sich nach den gezählten Exemplaren richtet, nimmt der Haussperling mit 560 Tieren aber einmal mehr die Spitzenposition ein vor dem Feldsperling (462) und der Amsel (432).

Bislang haben 142 Vogelfreunde aus Stadt und Landkreis ihre Zählergebnisse aus 105 Gärten gemeldet. Sie zählten 4043 Vögel 65 verschiedener Arten. Auf den weiteren Plätzen in den Top Ten folgen Kohlmeise (322), Blaumeise (292), Star (247), Grünfink (192), Ringeltaube (152), Mehlschwalbe und Elster (je 151). Im Vergleich zum Vorjahr gab es auf den ersten fünf Rängen keine Veränderung.

Die Beteiligung an der Aktion sei bundesweit wegen des eher kalten Wochenendes nicht so hoch gewesen wie in den vergangenen Jahren, bilanziert Ulrich Thüre, Pressesprecher des Nabu Niedersachsen. Dennoch sei die Aktion wichtig: „Wir bekommen dadurch Hinweise auf Trends bei den Vögeln unserer Heimat und merken, dass sich viele Menschen intensiv mit der Vogelwelt, der Natur und dem Naturschutz beschäftigt haben. Und ein umweltpädagogischer Effekt ist auch noch gleich dabei: Die Teilnehmer lernen, die Vogelarten voneinander zu unterscheiden. Ein wunderbarer Aspekt in Zeiten schwindender Artenkenntnis. Denn nur was ich kenne, kann ich auch schützen.“

Da die Ergebniseingabe noch bis Montag, 23. Mai, möglich ist, sind die Zahlen vorläufig, aber bereits stabil. Auch landesweit liegt der Haussperling auf Rang 1 vor der Amsel und der Kohlmeise. Ein Gewinner könne das Rotkehlchen sein, das momentan in Niedersachsen ein starkes Plus aufweise, auch in Lüneburg wurden etwas mehr Exemplare gesichtet als im Vorjahr. Als Vogel mit Insektenappetit habe das Rotkehlchen anscheinend stark von der milden Winterwitterung profitiert, mutmaßt der Experte. In Lüneburg gab es die stärksten Veränderungen bei den Mehlschwalben mit einem Plus von mehr als 70 Prozent und den Ringeltauben mit einem Minus von mehr als 30 Prozent.

In Niedersachsen stark zurückgegangen scheint der Bestand der Mauersegler. Der vermehrte Einsatz hocheffektiver Spritzmittel wie Glyphosat in der industriellen Landwirtschaft, aber auch in Hausgärten, entziehe ihnen, aber auch anderen Insektenfressern die Nahrungsgrundlage, ist Thüre sicher. „Während die EU über die Wiederzulassung von Glyphosat diskutiert, werden die Teilnehmer der Vogelzählungen in ihrem eigenen Garten Zeugen dieser dramatischen Entwicklung.“

Mehlschwalben und Mauersegler seien als Gebäudebrüter vom Brutplatzverlust bei Sanierungen oder gar von der mutwilligen Entfernung ihrer gesetzlich geschützten Nester von der Hausfassade besonders betroffen, weiß der Nabu-Mann. „Auch in Neubaugebieten, wo für Schwalben eigentlich gute Bedingungen herrschen sollten, da geeignetes Baumaterial und Hausdächer vorhanden sind, werden die Vögel zunehmend vergrämt und ihre Nester illegal entfernt.“

Schwalbenfreundliche Häuser gesucht

Die Schwalben sind in den Norden zurückgekehrt, haben wieder ihre Sommerquartiere bezogen und geeignete Plätze gesucht, um ihren Nachwuchs aufzuziehen. Der Landkreis Lüneburg startet deshalb wieder seine Schwalben-Aktion und ruft Naturfreunde dazu auf, den Tieren an ihren Häusern Nistplätze zu bieten und die Nester zu melden. Landrat Manfred Nahrstedt wird sich bei allen Teilnehmern im Herbst mit einer Plakette mit der Aufschrift „Schwalbenfreundliches Haus 2016“ und einer Einladung zu einem Empfang bedanken.

„Die Schwalbe ist durch den Menschen und die veränderten Lebensbedingungen immer stärker bedroht“, sagt der Landrat, „mit unserer Aktion wollen wir den Schwalben neue Nistmöglichkeiten eröffnen.“ Seit 2008 ruft der Landkreis Bürger zu der Aktion auf. Seitdem sind mehr als 900 Schwalbenmeldungen aus der Region eingegangen. Im vergangenen Jahr hatten im Landkreis Lüneburg mehr als 130 Bürger teilgenommen und die Zugvögel bei sich nisten lassen. Unter www.landkreis-lueneburg.de/schwalbe können Nester gemeldet und Fotos hochgeladen werden. Einsendeschluss ist der 2. September. Bei Fragen zur Aktion geben Claudia Mentz und Susanne Reisgies unter Tel.261445 und 261208 Auskunft. lk