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Der Archivkreis Amelinghausen hat eine neue Ausstellung über die Lopau erabeitet. Dabei zeichnen die Hobby-Historiker den Lauf des Heideflusses von der Quelle bis zur Mündung nach. Foto: dth
Der Archivkreis Amelinghausen hat eine neue Ausstellung über die Lopau erabeitet. Dabei zeichnen die Hobby-Historiker den Lauf des Heideflusses von der Quelle bis zur Mündung nach. Foto: dth

Heimatforscher zeichnen historische Entwicklungen an der Lopau nach

dth Amelinghausen. Ein fast vergessenes Dorf hatten sie sich zuletzt vorgenommen, das Geisterdorf „Lopau“. Nachdem auch die Ausstellung ein voller Erfolg gewesen ist, machte sich der ehrenamtliche Archivkreis der Samtgemeinde Amelinghausen an sein nächstes Projekt, widmete seine Aufmerksamkeit dem gleichnamigen Heideflüsschen Lopau. In der neuen Ausstellung, die am Sonntag eröffnet wird, zeichnen die Heimatforscher die historische Entwicklung der Dörfer nach, die entlang des Gewässers liegen, von der Quelle bis zur Mündung, sammelten Anekdoten und trugen außergewöhnliche Lebensgeschichten zusammen, wie die der „Heldenmutter“ Dorothee Schlaphof aus Rehlingen.

Fotos und Dokumente hängen an den Stellwänden, die im Kreis wie eine Wagenburg aufgestellt sind, rund um die zusammengeschobenen Arbeitstische. Heimatforscher Hans-Friedrich Müller steht gebeugt über der Materialsammlung und grübelt. Mitstreiterin Helga Stark arrangiert eine Bilderreihe neu, als Werner Meyer ins Markthus kommt: „Ich hoffe ihr seid begeistert… was Besseres habe ich nicht.“ — „Werner, du bist zum Knutschen!“, sagt Doris Niestedt. Meyer hat doch noch eine alte Halterung für eine weitere Stellwand gefunden. Die Hobby-Historiker brauchen den Platz für das ambitionierte Thema, dessen roter Faden der Verlauf der Lopau ist über eine Wegstrecke von immerhin zwölf Kilometern bis die Lopau an der Gemarkungsgrenze von Oldendorf in die Luhe mündet. Eine der größten Herausforderungen sei gewesen, Exponate aus dem großen Fundus an Fotos, Zeichnungen und schriftlichen Dokumenten auszuwählen, die sie von vielen privaten Unterstützern erhalten hätten, sagt Helga Stark. Allein mehr als 300 historische Bildaufnahmen galt es zu sichten und in einen Kontext zu stellen.

Den Beginn machen die drei Quellen der Lopau, die beispielsweise im Sumpfgebiet mitten im militärischen Sperrgebiet des Truppenübungsplatzes Munster Nord zu finden sind, weiß Hobby-Archäologe Helmut Borkowski. „Von dort aus gehen wir von Dorf zu Dorf“, sagt Helga Stark. So zeichnet Hans-Friedrich Müller beispielsweise die Geschichte des Rehlinger Ortsteils Bockum nach und legt dabei ein besonderes Augenmerk auf die Mühle. Bockum, so heißt es, sei als Teil des Prämonstratenser Klosters Ebstorf gegründet worden, das 1160 errichtet wurde. Die Hofstelle, die unter anderem auch mit dem Namen des Raubritters Moritz von Zahrenhusen verbunden ist, gehört seit 1981 der Stiftung SOS-Kinderdorf.

Eine ganz persönliche Geschichte machen die Heimatforscher am Ehrenmal in Rehlingen fest, angedenk der gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs. Fünf Söhne der Rehlingerin Dorothee Schlap­hof waren in den Ersten Weltkrieg gezogen, doch nur einer kehrte lebend zurück. Ein Gedicht wird der im Volksmund genannten „Heldenmutter“ zugeschrieben, das mit folgenden Zeilen schließt: „An des Hauses Schwelle will ich nun wartend stehn, mein Letzter, der heimkehrt, er soll mich lächeln sehn. Auf meine brennenden Wunden drücke ich fest die Hand, so dient eine deutsche Mutter dem Vaterland.“

Es ist eine gute Mischung aus persönlichen Geschichten und historischen Wegmarken, auch jüngeren Datums, die die Hobby-Historiker für ihre Ausstellung zusammengetragen haben. So spielt beispielsweise auch die Entstehung des künstlich angelegten Lopausees 1973 eine Rolle, als die Lopau an der Bundesstraße 209 für rund 1,5 Millionen D-Mark dauerhaft aufgestaut wurde, um eine neue Touristenattraktion zu schaffen. Es war der erste künstliche See im damaligen Kreis Lüneburg.

Noch viel mehr gibt es bei der kleinen Ausstellung auf rund einem Dutzend Stellwänden zu entdecken. Die Eröffnung mit einem Einführungsvortrag von Hans-Friedrich Müller findet statt am Sonntag, 22. Mai, ab 17 Uhr im Kultursaal des Rathauses Amelinghausen. Anschließend ist die Ausstellung „Die Lopau — von der Quelle bis zur Mündung“ im benachbarten Markthus zu besichtigen. Die Mitglieder des Archivkreises stehen dann für weitere Fragen als Ansprechpartner zur Verfügung.