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Jan-Niklas Wolters (19, v.l.), Marie Kionka (19), Katharina Heuer (19) und Claudio Nuber (21), Studenten der Leuphana, genossen das mittelalterliche Flair im Kloster Lüne. Foto: t&w
Jan-Niklas Wolters (19, v.l.), Marie Kionka (19), Katharina Heuer (19) und Claudio Nuber (21), Studenten der Leuphana, genossen das mittelalterliche Flair im Kloster Lüne. Foto: t&w

Lange Nacht der Museen lockt Tausende in die Stadt

us Lüneburg. Was ist schon ein DFB-Pokal-Endspiel gegen die Lange Nacht der Museen in Lüneburg? Offenbar nur zweitrangig, denn die Wahl zwischen Fußball und Kultur fiel am Wochenende erstaunlich eindeutig aus: Viele Tausend Besucher hatten sich am Sonnabend auf den Weg zu den acht Lüneburger Museen gemacht, die nach drei Jahren wieder eine ganze Nacht lang ihre Türen und Pforten geöffnet hatten.

„Schön, dass es wieder stattfindet, wir sind richtig froh“, freute sich Swenja Behrendt, die sich mit ihrer Familie nach dem Rathaus-Besuch auf den Weg zum Wasserturm gemacht und mit Sohn Finn die Aussichtsplattform erklommen hat, während Vater und Tochter unten am Bratwurst-Stand warteten. 2013 gab es die letzte Ausgabe der im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindenden Langen Nacht der Museen, doch die Stadt wollte zunächst die Eröffnung des neuen Museums Lüneburg abwarten, bevor eine weitere Runde dieser nicht nur bei Familien äußerst beliebten Veranstaltung starten sollte.

Und so war das Interesse allerorts auch entsprechend groß. Während am Wasserturm die Besucher am Fahrstuhl Schlange standen, war im neuen Museum bei den traumhaften Temperaturen, die am Abend herrschten, neben den Ausstellungen die große Terrasse Ziel vieler Besucher. Saxophonist Hans Malte Witte und Keyboarder Bernd Homann sorgten mit Jazz, Swing und Bossa Nova für perfekte Begleitmusik zu den Cocktails, die im Freien gereicht wurden. „Gegen 21 Uhr hatten wir hier schon 850 Besucher gezählt“, berichtete Museumsleiterin Dr. Heike Düselder, die ankündigte, ihre Terrasse auch künftig für ähnliche Events nutzen zu wollen.

Ähnlich stimmungsvoll war es auch im Ostpreußischen Landesmuseum. Im Foyer lieferte die Gruppe „Beats con gas“ heiße Salsa-Rhythmen, wer Lust hatte, konnte mit Tanzlehrer Henning Koop passende Schritte aufs Parkett legen.

Stilvoll, aber auch deutlich mittelalterlicher ging es im Rathausgarten zu. Dort zeigte der Höfische Tanzkreis, wie man sich in Zeiten der Renaissance gesittet bewegte und selbst dabei auf vorsichtigen Körperkontakt nicht zu verzichten brauchte.

Viele Museumsfreunde nutzten am Abend den kostenlosen Bus-Shuttle, der die Besucher von Museum zu Museum brachte. Noch am späten Abend war insbesondere die Haltestelle am Kloster Lüne von Wartenden umzingelt, die wohlgestimmt den Weg zurück in die Stadt antraten. Zuvor hatten sie sich von der besonderen Atmosphäre des Klosters einfangen lassen, in dessen Gängen bei romantischem Kerzenschein gregorianische Gesänge erklangen. Äbtissin Reinhild Freifrau von der Goltz zeigte sich beeindruckt von dem großen Zuspruch, den das Kloster an diesem Abend erfuhr: „Bereits in der ersten Stunde hatten wir rund 250 Besucher.“ Viele waren auch von der Lesung in der Klosterkirche angetan, und wer bis Mitternacht blieb, wurde stimmungsvoll mit einem Trompeten-begleiteten Gute-Nacht-Lied verabschiedet. Da kann Fußball nun wirklich nicht mithalten.