Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Dicht an dicht tummeln sich die Bienen auf dem Baumstamm. Hans Röhr hat die Insekten im Garten seiner Mieterin in Bullendorf fotografiert. Foto: nh
Dicht an dicht tummeln sich die Bienen auf dem Baumstamm. Hans Röhr hat die Insekten im Garten seiner Mieterin in Bullendorf fotografiert. Foto: nh

Riesiger Bienenschwarm sorgt für Aufregung

emi Bullendorf. Es war ein besonderer Hilferuf, der kürzlich die Hausvermieter Renate und Hans Röhr erreichte: Eine Mieterin aus Bullendorf hatte die Nummer der Eheleute gewählt, weil Tausende Insekten in ihrem Garten lautstark auf sich aufmerksam machten. „Die Dame war in Aufregung“, erzählt Hans Röhr. „Sie sagte: In den Bäumen summt es!“ Die Vermieter zögerten nicht lang und fuhren nach Bullendorf, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Was sie dort sahen, war ein riesiger Bienenschwarm, der sich auf einem Ast ausgebreitet hatte. Der Rasenmäher hatte die Tiere zuvor aufgeschreckt.

„Der gewaltige Klotz hing drei bis vier Meter hoch in der Tanne“, sagt Hans Röhr. „Zuerst wussten wir nicht, was wir tun sollen und wem die Tiere gehören. Dann dachten wir, dazu soll ein Imker sein Statement abgeben.“ Schon am nächsten Morgen war Eugen Pöppelmann mit Schutzkleidung, einer Kiste und einem langen Teleskoparm zur Stelle.

„Normalerweise reicht dieser Stab mit Beutel daran aus, um die Bienen einzufangen“, sagt der 56-jährige Echemer, der seit sechs Jahren imkert. „Doch dieser Schwarm war extrem groß. Also bin ich noch einmal nach Hause gefahren, habe Leiter und Säge geholt und kurzerhand den kompletten Ast abgesägt. Wenn man das in aller Ruhe macht, bleibt die Bienentraube nämlich daran hängen“, berichtet Eugen Pöppelmann.

Mit einem kräftigen Schlag auf den Ast ließ der Imker die Tiere daraufhin in die Kiste plumpsen — „in der Hoffnung, dass die Königin mit hineinfällt. Denn sie gibt Pheromone, also Duftstoffe ab, denen die restlichen Bienen folgen.“

Jedes Bienenvolk besitzt in der Regel eine Königin. Schlüpft eine zweite, verlässt die alte Bienenkönigin mit einem Teil ihres Volkes den Bienenstock. Je nach Volksgröße können sich dann 10.000 oder mehr Tiere auf die Suche machen nach einer neuen, geräumigen und günstig gelegenen Behausung. „Dass Bienen ausschwärmen, ist also ganz natürlich“, erklärt Pöppelmann, „dadurch vermehren sie sich“. Der Baum in Bullendorf diente nur als Sammelplatz, „nach ein, zwei Tagen fliegen die Tiere in der Regel weiter“.

Eugen Pöppelmann ist jedenfalls glücklich, dass er angerufen wurde. Die Königin war nämlich tatsächlich in der Kiste gelandet und hatte einen Tag später auch alle anderen Bienen angelockt. Der 56-Jährige darf sich nun über Zuwachs für seine eigenen Völker freuen. Denn, so erklärt der Imker: „Demjenigen, der einen Schwarm einfängt, gehört er.“ Und damit auch der leckere Honig. Was anderen Menschen Angst macht, ist für Imker wie ihn ein süßes Vergnügen.

Der Tipp

Unbenannt-1Viele Menschen sind beim Anblick Tausender Bienen erst einmal überfordert. Die Angst, gestochen zu werden, ist oft groß. Was zu tun ist, wenn sich unzählige Bienen im eigenen Garten versammelt haben, weiß Claudia Kutzick: „Das Wichtigste ist: Ruhe bewahren! Ein Schwarm ist nicht gefährlich“, sagt die neue Vorsitzende des Lüneburger Kreisimkervereins und nennt Gründe: „Bienen nehmen auf ihrem Flug ganz viel Honig mit, sind also unflexibel. Außerdem kümmern sie sich hauptsächlich um sich selbst und um den Schutz ihrer Königin.“ Respekt ist trotzdem angesagt, denn wenn eine Biene gequetscht wird oder sich bedroht fühlt, wehrt sie sich.

Wer nicht weiß, wohin mit den Tieren, sollte laut der 50 Jahre alten Vorsitzenden einen Imker vor Ort informieren oder Kontakt zum Kreisimkerverein aufnehmen (www.imkerverein-lg.de). Beim Imker wird die Freude groß sein, denn möglicherweise ist ihm der Bienenschwarm entflogen — oder aber er bekommt unverhofft Verstärkung für seine Völker. emi

One comment

  1. Gretchen Hans

    Und ich dachte es gäbe gar keine Bienen mehr ! Wenn sie schon Gruseln verbreiten wollen berichten sie doch über Pflanzenschutzmittel oder Ähnliches. Oder einen Monsterjäger der einen harmlosen Wolf verfolgt !