Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Der Verkehr auf der Ostumgehung nimmt seit Jahren zu, Anwohner wünschen sich deshalb besseren Lärmschutz. Dazu könnte nach Ansicht der Stadt auch ein Tempolimit beitragen. Allerdings ist ein entsprechender Vorstoß schon einmal gescheitert. Foto: A/t&w
Der Verkehr auf der Ostumgehung nimmt seit Jahren zu, Anwohner wünschen sich deshalb besseren Lärmschutz. Dazu könnte nach Ansicht der Stadt auch ein Tempolimit beitragen. Allerdings ist ein entsprechender Vorstoß schon einmal gescheitert. Foto: A/t&w

Neuer Anlauf für ein Tempolimit

as Lüneburg. Der Baubeginn der umstrittenen Autobahn 39 ist noch offen. Doch unabhängig davon bedarf es für die Anwohner der Ostumgehung jetzt schon eines zusätzlichen Lärmschutzes. Denn statt der einst prognostizierten 15.000 Fahrzeuge pro Tag sind es heute schon 40.000, die auf der Straße unterwegs sind. Für die kommenden Jahre sind sogar 50.000 Autos, Lastwagen und Motorräder vorhergesagt. Neben passivem Lärmschutz auch an Häusern in der zweiten und dritten Reihe sprach sich Markus Moßmann, Dezernent für Nachhaltigkeit, Sicherheit und Recht, im Begleitausschuss zur A39 außerdem für ein Tempolimit auf der Ostumgehung von der Ilmenaubrücke bis zum Anschluss Häcklingen aus.

Volker Schulz, Bereichsleiter Umwelt bei der Stadt, erläuterte rückblickend, dass die Landesbehörde für Straßenbau 2009 beim Landkreis als Genehmigungsbehörde für Baumaßnahmen an der Ostumgehung einen Antrag auf ergänzende Lärmschutzmaßnahmen gestellt hatte. Grund war, dass die Prognose von ehemals 15.000 Fahrzeugen auf 40.000 hoch geschnellt war. Die Straßenbehörde sprach sich für Flüsterasphalt und passiven Lärmschutz, also bessere Fenster, im Bereich Moorfeld aus. Der Landkreis genehmigte das. Das Planfeststellungsverfahren zu ergänzendem Lärmschutz wurde dann 2011 vorläufig beendet. Eine Klausel sah allerdings eine erneute Prüfung der Lärmschutzmaßnahmen vor, falls mit dem Bau der A39 nicht bis zum 30. Juni 2015 begonnen werde.

2015 erteilte die Landesbehörde für Straßenbau einem Ingenieurbau den Auftrag, eine Verkehrs-Prognose für das Jahr 2030 zu erstellen. „Die geht von rund 50000 Fahrzeugen pro Tag auf der Trasse aus, unabhängig vom Bau der A39“, verdeutlicht Schulz. Eine weitere Verkehrszunahme von rund 25 Prozent hat zur Folge, dass doppelt so viele Häuser wie bisher passiven Lärmschutz erhalten müssten. Markus Moßmann machte auch deutlich, dass außerdem geprüft werden müsse, ob Häuser in der ersten Reihe einen noch höheren Lärmschutz bekommen müssten und wie es mit Maßnahmen für Außenbereiche aussehe.

Jürgen Krumböhmer, der für den Landkreis im Ausschuss sitzt, erklärte, dass im Rahmen eines öffentlichen Verfahrens geklärt werden solle, welche Maßnahmen zum Lärmschutz ergriffen werden sollen. Ein Antrag dazu wird beim Landkreis ausgelegt, Bürger können dazu Bedenken und Anregungen einbringen. Danach gibt es einen Erörterungstermin. Wie lange das dauere, sei nicht absehbar, machte Krumböhmer deutlich. Markus Moßmann hatte zuvor auch ein Tempolimit von 80 km/h für Autos und 60 km/h für Lkw ins Spiel gebracht, das aus Sicht der Verwaltung eine spürbare Reduzierung der Lärmwerte mit sich bringe. Aus Sicht von Krumböhmer wäre das durchaus eine Maßnahme bei dem Paket Lärmschutz, das im Rahmen des neuen Verfahrens geschnürt werden soll. Allerdings hatte die Stadt bereits 2012 eine Begrenzung von 80 km/h für Autos und 60 km/h für Lkw angeordnet, um etwas für die lärmgeplagten Anwohner zu tun. Wie berichtet, sahen aber die Lüneburger Straßenbaubehörde und das Verkehrsministerium in Hannover dafür keine Notwendigkeit. Auch eine Petition an den Landtag von Anwohnern brachte nichts.

Ulrich Löb (Grüne) begrüßte nun, „dass wir uns über Tempolimit unterhalten, weil das eine schnelle, wichtige Maßnahme ist“. Peter von Paris appellierte, dass dieses nicht nur in Höhe der Erbstorfer Landstraße umgesetzt werde. Dr. Gerhard Scharf (CDU) sprach sich für weiteren aktiven Lärmschutz aus, und Heiko Dörbaum (SPD) meinte, der Landkreis sei verpflichtet, jetzt zu handeln.