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Die Baustelle am Großen Sandberg war vom Starkregen am Montagabend besonders betroffen. Ein Bagger musste gesichert werden, Gasleitungen waren freigespült worden. Foto: tja
Die Baustelle am Großen Sandberg war vom Starkregen am Montagabend besonders betroffen. Ein Bagger musste gesichert werden, Gasleitungen waren freigespült worden. Foto: tja

Land unter in Lauenburg

tja Lauenburg. Nicht die Elbe, sondern Starkregen einer kurzen Unwetterfront bescherte der Feuerwehr in Lauenburg am Montagabend jede Menge Arbeit. Besonders betroffen von Überschwemmungen waren die Baustelle und deren Anlieger am Großen Sandberg. Dort konnte eine provisorische Regen- und Schmutzwasserleitung zur Entwässerung weiter Teile der Oberstadt die Wassermassen nicht fassen. Sie platzte und flutete zahlreiche Häuser. Stellenweise stand das Wasser einen halben Meter hoch.

„Beim Hochwasser sind wir bisher immer gut davongekommen, da sind wir quasi auf einer kleinen erhöhten Insel. Und dann passiert sowas“, ärgert sich Nadine Kaast, die mit ihrer Familie ganz unten am Großen Sandberg ein Einfamilienhaus bewohnt — dort, wo sich das Wasser sammelte. Die sandige Brühe inklusive Kippen, Schnecken, Blättern und anderen unappetitlichen Dingen stand im Wohnzimmer und in der Küche gut 20 Zentimeter hoch. „Wir hatten gerade renoviert und neue Möbel“, erzählt die Lauenburgerin. „Es ging alles rasend schnell. Als wir die Wassermassen kommen sahen, haben wir nur noch die wichtigsten Papiere und Unterlagen ins Obergeschoss retten können.“

Der Regen hatte Lauenburg am Montagabend in zwei Fronten erreicht. Die erste reichte schon aus, um den Bypass — ein 50 Zentimeter starkes Kunststoffrohr — aus den Fugen geraten zu lassen. Im Bereich der Baustelle am Großen Sandberg wird die Kanalisation erneuert, anstelle des Mischsystems für Schmutz- und Regenwasser wird ein Trennsystem eingeführt. „Solange wir das nicht fertig haben, und unser Konzept geht davon aus, dass wir es erst 2024 flächendeckend in der Stadt haben, ist so ein gigantischer Regen immer ein Problem“, berichtet Joachim Schöttler von den Versorgungsbetrieben Elbe.

Die Feuerwehr war im Großeinsatz. „Ein Bagger drohte in die ausgespülte Baugrube zu stürzen, eine Gasleitung war freigelegt und hing in der Luft. Das war eine heikle Lage, zumal wir ja auch noch viele Betroffene mit Wasserschäden hatten“, berichtet Feuerwehrchef Lars Heuer. An anderen Stellen im Stadtgebiet gab es weitere Unwettereinsätze. Erst gegen 22 Uhr war alles abgearbeitet.

Die Betroffenen hoffen jetzt darauf, dass Versicherungen die Schäden übernehmen. Meistens hilft nur eine Elementarschadenversicherung, weiß Schöttler. Am Großen Sandberg kommen noch die Versicherungen der Baustelle und die der Versorgungsbetriebe hinzu.