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Die Ebstorfer Straße wird in den Sommerferien saniert. Im Zuge dieser Arbeiten wünschen sich Eltern eine Tempo-30-Beschilderung, besser noch eine Ampel. Foto: t&w
Die Ebstorfer Straße wird in den Sommerferien saniert. Im Zuge dieser Arbeiten wünschen sich Eltern eine Tempo-30-Beschilderung, besser noch eine Ampel. Foto: t&w

Ebstorfer Straße in Melbeck bekommt neue Asphaltdecke

kre Melbeck. Die Ebstorfer Straße wird in den Sommerferien saniert. Über den geplanten Ablauf dieser Arbeiten wollte der Bauausschuss in Melbeck während seiner jüngsten Sitzung informieren, hatte dazu auch Vertreter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr eingeladen.

Stattdessen allerdings erinnerte die Info-Veranstaltung zeitweilig mehr an ein Tribunal, in dem es weniger um die geplante Baumaßnahme als vielmehr um die vermeintliche Untätigkeit der Melbecker Kommunalpolitiker ging. Denen warfen erboste Eltern vor, dass sie sich in der Vergangenheit nicht konsequent genug für ein Tempolimit von 30 km/h vor der Schule und dem Kindergarten eingesetzt hätten. Befeuert wurde diese Diskussion durch einen Unfall vor wenigen Tagen, bei dem ein Grundschüler am Zebrastreifen von einem Auto erfasst worden war, zum Glück aber nicht ernsthaft verletzt wurde.

„Müssen erst noch mehr Kinder angefahren werden, bevor Politik und Behörden reagieren?“, fragte erbost eine Mutter. Anderswo klappe das schließlich auch: Auf der Ostumgehung etwa. „Dort wurde doch auch in Höhe der Kaserne ein Tempolimit veranlasst, weil Gefahr bestand, dass Menschen auf die Fahrbahn laufen.“

Viel Emotionen also bei einem Tagsordnungspunkt, der so noch nicht einmal auf der Tagesordnung stand, was im übrigen auch Gesa Schütte von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr verwunderte. „Seit Monaten haben wir versucht, einen Termin zu bekommen, um die Baumaßnahme vorzustellen“, berichtet die Ingenieurin, stattdessen wurde dieser Punkt jetzt nur unter „Bericht der Verwaltung“ behandelt.

Darum geht es: Voraussichtlich Mitte Juli bis Anfang August wird die Fahrbahn der Landesstraße 233 — Ebstorfer Straße — auf einer Gesamtlänge von 620 Metern erneuert. Das heißt, die alte Asphaltdecke wird etwa auf einer Tiefe von 3,5 Zentimetern abgefräst und eine neue Asphaltdeckschicht aufgelegt. Zudem werden auf einer Länge von 450 Metern die Gossen saniert und auch die Gehwege zum Teil erneuert. Auch rund 180 Meter Regenwasserkanal werden im Zuge der Arbeiten instand gesetzt. „Während der Bauarbeiten wird die Ebstorfer Straße voll gesperrt“, gibt Schütte zu bedenken, Anlieger können ihre Grundstücke aber auch während der Bauphase anfahren.

Für den Durchgangsverkehr wird eine Umleitungsstrecke über die Kreisstraße 10 Melbeck/Embsen und weiter über die Kreisstraßen 17 und 43 nach Barnstedt ausgewiesen.

Der Termin für die Bauarbeiten ist gut gewählt, denn: Kindergarten und Schule sind in dieser Zeit ohnehin geschlossen — aufgrund der Sommerferien.

Soweit die Informationen zur geplanten Sanierung, doch die Zuhörer wollten mehr wissen: Zum Beispiel, warum auf der Ebstorfer Straße vor Schule und Kindergarten nicht Tempo 30 gilt. Den Vorwurf, die Verwaltung kümmere sich nicht, wies Melbecks Bürgermeister Klaus Hübner (CDU) energisch zurück: „Seit den 1980er-Jahren kämpfen wir dafür!“

Für die Anordnung ist auch nicht die Gemeinde oder die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zuständig, „sondern der Landkreis Lüneburg“, versuchte Schütte die Diskussion zu versachlichen. Sie gab auch zu bedenken, dass die Straße, trotz des Unfalls, nicht als Unfallschwerpunkt gelte, was das Aufstellen der Schilder bislang zusätzlich erschwert habe.

Doch von diesem Einwurf ließ sich der Bauausschussvorsitzende Karsten Fuhrhop nicht schrecken, formulierte die Beschluss-Empfehlung, nach der die Gemeinde beim Landkreis offiziell einen Antrag auf Einführung einer 30-km/h-Zone vor der Schule stellen wird.

Und Gesa Schütte gab er noch gleich mit auf den Weg, bei der Sanierung der Ebstorfer Straße bauliche Vorbereitungen für das spätere Aufstellen einer Ampel zu treffen: durch den Einbau von Leerrohren.

„Altdorf Carreé“

Es tut sich was in der Ebstorfer Straße: Nicht nur die Fahrbahn wird saniert: Neues soll auch auf dem Gelände der ehemaligen Bäckerei Hahn entstehen. Auf dem 5000 Quadratmeter großen Areal plant Investor Felix Mölders das Projekt „Altdorf Carreé — den Bau von vier Häusern mit jeweils sechs bis acht Wohnungen. Während der jüngsten Bauausschusssitzung stellten Mölders und Architekt Rainer Wetzel das Vorhaben vor, für das nun auch die Bauvoranfrage eingereicht werden soll.

„Wichtig ist uns, dass sich das Objekt in das lokale Ortsbild einpasst“, betont Wetzel, man wolle sich deshalb an die Vorgaben der gültigen Altdorf-Satzung halten. Das bedeutet: Die zweigeschossigen Häuser „mit bezahlbaren Mietwohnungen“ sollen in Klinkerbauweise erstellt werden und Satteldächer bekommen.

Zudem planen Mölders und Wetzel, die derzeitige Ein- und Ausfahrt auf das Hahnsche Gelände von der Grundstücksmitte an den rechten Rand in Richtung Kindergarten zu verlegen. Ein Vorschlag, der auch den Ausschussmitgliedern gefällt, denn das erhöhe die Verkehrssicherheit. kre