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Sie zünden gemeinsam eine Kerze an als Zeichen für das Zusammenwachsen der beiden Kirchenkreise: Lüneburgs Superintendentin Christine Schmid und Bleckedes Superintendent Christian Cordes. Foto: t&w
Sie zünden gemeinsam eine Kerze an als Zeichen für das Zusammenwachsen der beiden Kirchenkreise: Lüneburgs Superintendentin Christine Schmid und Bleckedes Superintendent Christian Cordes. Foto: t&w

Pastoren tauschen die Kanzeln

lz Lüneburg. Unter dem Motto „Auf ein Wort“ tauschen Pastoren der Kirchenkreise Lüneburg und Bleckede im Sonntagsgottesdienst am 29. Mai die Kanzeln. 20 Geistliche werden so einen Blick in den jeweils anderen Kirchenkreis werfen: Sie sind in einer Nachbargemeinde zu Gast, lernen Ort und Menschen kennen und berichten aus ihrer Kirche. Manche kommen in Begleitung von Vertretern aus dem Kirchenvorstand, Konfirmanden oder Gemeindemitgliedern.

Ziel ist es, sich vor der anstehenden Fusion gegenseitig besser kennenzulernen, denn ab dem nächsten Jahr bilden die 32 Kirchengemeinden im Landkreis Lüneburg unter dem Namen „Ev.-luth. Kirchenkreis Lüneburg“ einen neuen gemeinsamen Kirchenkreis mit rund 85.000 Mitgliedern.

Am Sonntag um 10 Uhr wird beispielsweise Pastor Hartmut Merten von der Lüneburger Pauluskirche den Gottesdienst in Neuhaus gestalten. Er sagt: „Ich freue mich darauf — und hoffe, mit der ersten Fähre pünktlich vor Ort zu sein. Ich bin gespannt auf die Menschen und die Atmosphäre beim Gottesdienst in der Marienkirche.“ Er sei schon mehrmals dort gewesen und wisse als Vorsitzender des Fördervereins Posaunenwerk, dass es in Neuhaus einen guten und aktiven Posaunenchor gäbe. „Sicher werde ich auch etwas von der Paulusgemeinde erzählen und Grüße überbringen. Der für den Sonntag vorgeschlagene Predigttext aus dem 1. Johannesbrief klingt schon mal wunderschön: ,Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Ich wünsche mir, dass etwas von dieser Liebe im Gottesdienst spürbar wird.“

Zur gleichen Zeit wird der Neuhauser Pastor Matthias Schieferdecker in der Pauluskirche den Gottesdienst halten. In seiner jetzigen Heimatgemeinde teilt er sich mit seiner Frau und Pastorin Renate Schieferdecker den Einsatz in gleich zehn Kirchen und Kapellen. Auch wenn er den Kirchenkreis Lüneburg aus seiner Zeit als Pastor an der Innenstadtkirche St. Michaelis gut kennt, hält er es für wichtig, „die Arbeits-und Lebensbedingungen der anderen Gemeinden kennenzulernen, denn da gibt es große Unterschiede zwischen Stadt und Land — und auch lange Zeit große Unterschiede im Kirchenverständnis zwischen Ost und West“, so Schieferdecker. Darüber hinaus sei der 29. Mai ein besonderes Datum, denn dieser Sonntag steht für Solidarität mit den Frauen: „Er wurde in den 80ern eingeführt, um der Glaubenssicht der Frauen in der Kirche mehr Ausdrucksmöglichkeiten zu geben. Und um den gemeinschaftlichen Umgang von Frauen und Männern in der Kirche zu fördern. Man bedenke, welche Schwierigkeiten die ersten Frauen im Pfarramt hatten. Das ist lange her, aber auch heute gibt es in der Gesellschaft noch Unterschiede was die Gleichberechtigung betrifft.“ Auch er wird sich in der Predigt auf den Johannisbrief beziehen, denn der Schlüssel zum angemessenen Umgang der Menschen läge in der Liebe. Sie ermögliche es, der Unterschiedlichkeit der Menschen gerecht zu werden.

In welchen Kirchen der Kanzeltausch stattfindet, erfahren Interessierte Freitag in den Kirchlichen Nachrichten der LZ.