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Achtung Aufnahme: Paula (l.), Eda und Jeremias lesen ihre Rollen für das Hörspiel ein. Foto: t&w
Achtung Aufnahme: Paula (l.), Eda und Jeremias lesen ihre Rollen für das Hörspiel ein. Foto: t&w

4b der Heiligengeistschule nimmt mit dem NDR ein Gruselstück auf

rw Lüneburg. „Und Aufnahme!“ Mucksmäuschenstill wird es in der Klasse 4b der Heiligengeistschule, wenn die Schüler Jeremias, Eda und Paula in die Rollen von Harry, Zoey und Rosie schlüpfen. Denn die Kinder wissen: Jedes Rascheln, jedes Tuscheln würde im fertigen Hörspiel zu hören sein und könnte die spannende Atmosphäre trüben. Zusammen mit drei Mitarbeitern des NDR nimmt die Klasse ein Gruselstück auf: „Ausflug ins Grauen Kein Hörspiel für Weicheier“ heißt es.

In der Geschichte werden drei Schüler aus einem Zeltlager von einer gruseligen Lehrerin entführt, um ihren Sohn von einem Fluch zu befreien. „Die Geschichte hat aber ein Happy End“, verrät Klassenlehrerin Jana Eigenfeld. Das Besondere: Die Aufnahme wird noch vor Ort von einer Cutterin geschnitten und auf CD gebrannt, sodass am Ende des Schultages jedes Kind ein Exemplar mit nach Hause nehmen kann. „Fast 800 Schulen haben sich für das Projekt beworben“, erklärt Producerin Janine Lüttmann vom NDR, „insgesamt 200 von ihnen erhielten dann eine Zusage.“ Bereits zum dritten Mal bietet der Norddeutsche Rundfunk die Hörspiele in der Schule an. Zu den Unterstützern des Projekts gehört Kultusministerin Frauke Heiligenstadt: Hörspiele würden die Konzentration fördern und die Fantasie anregen, erklärt sie.

Als die 4b der Heiligengeistschule die Zusage erhielt, war die Freude groß: „Die Kinder sind ausgeflippt“, erinnert sich Eigenfeld. Schnell entschieden die Schüler, dass sie eine Gruselgeschichte aufnehmen wollten und erhielten das Drehbuch vom NDR zur Vorbereitung. „Natürlich wollte fast jedes Kind eine große Rolle haben“, erzählt die Lehrerin. Am Ende habe manchmal das Los entscheiden müssen. Das Stück ist jedoch so geschrieben, dass viele Schüler zumindest eine kleine Sprechrolle erhalten. So konnten auch schüchterne oder geflüchtete Kinder, die noch Deutsch lernen, teilnehmen. Und wer gerade nicht ins Mikro spricht, kann zu einer bestimmten Atmosphäre beitragen: Prasselnden Regen mit einem Regenrohr oder tosenden Sturm mit einer Windmaschine herzustellen, ist genau das Richtige für eine Gruselgeschichte.

Die eigene Stimme zu hören, finden alle Kinder der 4b seltsam: „Das klang so, als ob das nicht ich wäre“, findet der zehnjährige Tarkan. Eigentlich ist der Umgang mit Medien für die Schüler nichts Neues: Kleinere Hörspiele nahm die Klasse schon im Englischunterricht auf, für Sachkunde drehten sie sogar einen Erklärfilm über Wale. Trotzdem: Wenn der NDR vorbeikommt und mit modernen Mikrophonen und professionellem Schnittsystem auffährt, ist das für alle etwas ganz Besonderes.