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Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm (r.) und Museumspädagoge Günther Reimers hinter dem Ladentisch eines Landhandels aus der Zeit um 1900  einem historischen Landhandelsgeschäft. Foto: nh
Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm (r.) und Museumspädagoge Günther Reimers hinter dem Ladentisch eines Landhandels aus der Zeit um 1900 einem historischen Landhandelsgeschäft. Foto: nh

Sonderausstellung zum Thema Handel im Museumsdorf Hösseringen

pet Hösseringen. Die Idee zu der Sonderausstellung geistert schon lange in den Köpfen der Macher des Museumsdorfs Hösseringen herum, schon seit 20 Jahren wurden Ausstellungsstücke gesammelt. Hart haben sie in den zurückliegenden Monaten daran gearbeitet und werden das auch noch in den kommenden Tagen tun. Ab Sonntag, 29. Mai, können die Hösseringer ihr Werk der Öffentlichkeit präsentieren: Dann eröffnet die Sonderausstellung zum Thema ländlicher Einzelhandel unter dem Titel „Ist der Handel noch so klein, bringt er mehr als Arbeit ein“. Die Ausstellung ist ab 14 Uhr zu besichtigen.

Fünf Läden haben die Hösseringer in der 250 Quadratmeter großen Ausstellungshalle eingerichtet — der älteste stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Statt wie zuvor in die Städte zu fahren, konnte sich die Landbevölkerung jetzt, nach Einführung der Gewerbefreiheit in ihrem Dorf mit Werkzeug, Farbe, Seilen, Öl, Wolle, Geschirr oder auch Räucherfisch versorgen, erklärt Museumspädagoge Günther Reimers.

Weitere Ladeninszenierungen stammen aus der Zeit von 1900, 1940, 1960 und 1970 und dokumentieren verschiedene Entwicklungsstufen des Handels auf dem Land. Die voll ausgestatteten Läden bilden auch das chronologische Grundgerüst der Ausstellung. „Wir wollen auch Entwicklungen und Veränderungen aufzeigen, bis hinein in die Zeit des Internethandels“, erklärt Reimers.

Die Ladeneinrichtungen, Fahrzeuge, Waren Dekorationsartikel und vieles mehr haben die Hösseringer in den vergangenen Jahren aus verschiedenen Läden aus der Region zusammengesammelt. Erzählt wird die Entwicklung des Handels, aber auch die Geschichte und das Schicksal der einzelnen Firmen und ihrer Besitzer.
„Ist der Handel noch so klein, bringt er mehr als Arbeit ein“ — der Ausstellungstitel weist auf ein Hauptmerkmal des ländlichen Nah- und Detailhandels hin. Nämlich darauf, dass die Geschäfte oft nur eine schmale Existenzgrundlage boten, die durch Tätigkeiten in anderen Bereichen wie Landwirtschaft, Gastwirtschaft, Handwerk oder Futtermittelhandlung ergänzt werden musste.

Der Schwerpunkt der Darstellung liegt dabei auf der Zeit nach der Einführung der Gewerbefreiheit in der preußischen Provinz Hannover 1867. Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm: „Dabei geht es in erster Linie um die Frage, wie der Handel auf Veränderungen im Konsumverhalten reagierte. Die Ausstellung zeigt nicht nur die Ursachen für die Entstehung der ländlichen Einzelhandelsgeschäfte und deren weitere Entwicklung auf, sondern geht auch der Frage nach, auf welche Weise künftig die ländliche Bevölkerung mit den benötigten Waren versorgt werden kann.“

Nicht nur feste Ladengeschäfte werden in Hösseringen gezeigt, sondern auch „Läden auf vier Rädern“. Dabei ist etwa der zwischen 1968 und 1989 von einer Schlachterei in Barum (Kreis Uelzen) eingesetzte Hanomag Typ Matador E 1,6 to. Aus eigener Kraft schaffte das Fahrzeug nicht mehr den Weg nach Hösseringen, ein Tieflader transportierte ihn kürzlich nach Hösseringen. Mit Kühlanlage, Tresen, Regalreihen rechts und links und kleinem Wartebereich war der Wagen ein verkleinertes Spiegelbild des Ladens im Ort.

Ganz speziell um den fahrenden Handel geht es dann am Sonntag, 12. Juni, in Hösseringen, wenn unter dem Titel „Lieferwagen & Co.“ ein Oldtimertreffen mit Fahrzeugen aus dem Bereich Handel stattfindet. Zu sehen sein werden dann Transporter aller Größen, vom Goggo-Kleinlieferwagen, über Dreiradfahrzeuge bis hin zu Lastkraftwagen, auch Zugmaschinen mit Anhängern sowie Pferdewagen und Lieferfahrräder sind dabei. Teilnehmer können sich unter Tel. 05826/ 1774 oder 05851/1850 (abends) anmelden.

Das Museumsdorf Hösseringen (Suderburg, Landtagsplatz 2) ist geöffnet jeweils dienstags bis sonntags von 10.30 bis 17.30 Uhr.