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Professor Michael Frese und seine Studenten Josefine Sendzik und Alexander Höfig möchten Arbeitslose unterstützen. Ihr Projekt soll die Eigenmotivation stärken. Foto: ca
Professor Michael Frese und seine Studenten Josefine Sendzik und Alexander Höfig möchten Arbeitslose unterstützen. Ihr Projekt soll die Eigenmotivation stärken. Foto: ca

Selbstvertrauen für die Jobsuche

ca Lüneburg. Mancher, der arbeitslos ist, schämt sich dafür. Er zieht sich zurück, um nicht von seinem Schicksal zu erzählen. Aus Sicht von Prof. Michael Frese und seinen Studenten Josefine Sendzik und Alexander Höfig der falsche Weg: Studien hätten ergeben, dass ein Neustart in den Beruf bis zu 80 Prozent über persönliche Kontakte klappt nach dem Motto: „Bei uns in der Firma wird gerade jemand gesucht.“

Die jungen Leute studieren an der Leuphana Business Development und Human Ressources, also vereinfacht Betriebswirtschaft und -organisation sowie Personalentwicklung im Masterstudiengang. Gemeinsam mit einem Dutzend Kommilitonen wollen sie ein Forschungsprojekt praktisch umsetzen: Wie können Arbeitssuchende ihre Eigeninitiative verbessern? Der Professor und sein Seminar wissen, dass es zig Angebote von Bildungsträgern und Arbeitsverwaltung gibt. Sie wollen mit zwei jeweils drei Stunden dauernden Einheiten einen neuen Impuls geben. Dafür suchen sie Teilnehmer.

„Es geht uns um die Einstellung“, sagt Josefine Sendzik. Die 22-Jährige möchte Menschen aus der „Negativspirale ziehen“ — wer mehrfach keinen Erfolg hatte, dem kann es an Motivation mangeln. Höfig sagt, dem einen könnten eventuell Kleinanzeigen auf einem Internetportal neue Wege aufzeigen, dem anderen Freunde und Bekannte. Es gebe das Beispiel eines Mannes, der seine Idee umsetzte, eine Ausstellung auf die Beine zu stellen. Das Vorhaben, erzählt der 24-Jährige, habe dem Teilnehmer Selbstvertrauen und neuen Antrieb geschenkt.

Frese nennt es „über den eigenen Schatten springen“. Denn eins sei sicher, wer zu Hause rumsitze, werde voraussichtlich lange arbeitslos bleiben, wie viele andere auch: „Man muss etwas tun, um herauszustechen.“

Die Studenten und ihr Professor hoffen, dass sich viele Teilnehmer für ihr Training anmelden. Die Betreuung durch die Studenten geschehe individuell und könne mit minimalem Aufwand Verbesserungen bringen. Die Arbeitsverwaltung unterstütze das Projekt, das in Lüneburg und Hamburg läuft. Die angehenden Wissenschaftler hoffen auf 20 Teilnehmer, wünschen sich aber doppelt so viele. Die Ergebnisse wollen sie für ihr Seminar auswerten. Die ersten Termine laufen am 10., 11. und 13. Juni in Lüneburg.

Weitere Informationen und Anmeldung per E-Mail an training.frese@leuphana.de.