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Ein Storch ist auf Futtersuche, der andere bewacht den Nachwuchs: In Barförde zieht ein Brutpaar drei kleine Störche groß. Im Bereich links der Elbe haben sich in diesem Jahr drei neue Paare angesiedelt. Foto: röhr/nh
Ein Storch ist auf Futtersuche, der andere bewacht den Nachwuchs: In Barförde zieht ein Brutpaar drei kleine Störche groß. Im Bereich links der Elbe haben sich in diesem Jahr drei neue Paare angesiedelt. Foto: röhr/nh

Rekord im Storchennest

emi Lüneburg. Von seinem Giebelfenster in Barförde kann Hans Röhr schräg in das rund 15 Meter entfernte Nest hineingucken. Auf dem alten Lichtmast in der Nähe seines Bauernhofes zieht ein Storchenpaar derzeit drei flauschige Küken auf. In dem Barförder Nest ist der Nachwuchs schon geschlüpft, an anderen Stellen der Region wird noch über den Eiern gebrütet.

So viele Brutpaare wie noch nie haben sich in diesem Jahr im Norden und Osten von Lüneburg, zwischen Neu Darchau und Winsen, angesiedelt. Stolze 40 Paare — drei mehr als im vergangenen Jahr — zählten die für den linkselbischen Bereich zuständigen Storchenbetreuer Gundi und Hubert Horn. Das ist die höchste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen 1970. Und auch östlich der Elbe, in der Gemeinde Amt Neuhaus, fällt die Bilanz positiv aus.

Laut Helmut Eggers, Storchenbetreuer im rechtselbischen Bereich, bewegt sich die Zahl der dortigen Brutpaare derzeit etwa auf Vorjahresniveau. Im vergangenen Jahr hatten sich 50 Brutpaare zusammengefunden — damals ein Rekordergebnis.

Worauf die guten Zahlen in der Region zurückzuführen sind, kann Hubert Horn nicht ganz genau sagen. Er hat aber beobachtet, dass sich immer mehr Westzieher im Raum Lüneburg aufhalten. Bislang waren vor allem Ostzieher in die Region gekommen. Westzieher fliegen über Spanien oder überwintern gleich dort, Ostzieher nehmen zu ihren afrikanischen Winterquartieren die östliche Route, passieren die Meerenge des Bosporus.

Was das Brutverhalten angeht, spricht der Storchenbetreuer im linkselbischen Bereich des Landkreises Lüneburg von einem „ungewöhnlichen Jahr“. Weil es einige sehr frühe, einige sehr späte Rückkehrer gegeben habe, sei das Bild in den Nestern derzeit sehr unterschiedlich: „Etwa 20 Prozent haben schon Nachwuchs.“ Der Rest brütet noch. Besonders freuen würde Hubert Horn sich wohl, wenn die Zahl der Jungvögel ähnlich positiv ausfällt wie die Zahl der Brutpaare.

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