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Lena (5) freut sich über die beiden blauen Delphine, die ihr Eva Bursee auf den Unterarm gesprüht hat. Foto: be
Lena (5) freut sich über die beiden blauen Delphine, die ihr Eva Bursee auf den Unterarm gesprüht hat. Foto: be

Kreideberg und Ochtmissen feiern

rast Lüneburg. Ein schickes Tattoo hat sich Lena immer schon gewünscht, am Sonnabend bekam sie es endlich — und das sogar kostenlos: Eva Bursee zauberte ihr mit der Airbrush-Technik zwei blaue Delphine auf den linken Unterarm. Sollte das Motiv der Fünfjährigen nicht mehr gefallen, muss es nicht aufwändig entfernt werden, die Künstlerin Eva Bursee versicherte: „Das ist ganz leicht abwaschbar.“ An ihrem Stand, an dem aus mehr als 100 Motiven das Passende ausgesucht werden konnte, standen die jungen Interessenten Schlange. Aber auch alle anderen Aktionen beim Stadtteilfest für den Kreideberg und Ochtmissen auf dem Thorner Markt, vorbereitet vom Organisationsteam aus der Stadtteilrunde, fanden regen Anklang.

Bürgermeister Eduard Kolle äußerte bei der Eröffnung, dass die beiden Stadtteile enger zusammenwachsen. Diakon Hergen Ohrdes hatte sich in der kurzen Andacht zuvor einen Seitenhieb allerdings nicht verkneifen können: Den Kreideberg und Ochtmissen verbinde zwar vieles, aber keine Buslinie. Kolle lobte nicht nur das Organisationsteam, er registrierte auch, „dass das Leben hier durch die Gemeinschaftsunterkunft am Ochtmisser Kirchsteig deutlich bunter geworden ist“. Das zeigte sich durch etliche Asylbewerber, die sich auf dem Fest umschauten. Einige von ihnen führten arabische Tänze vor. Musikalische Akzente setzten eine Band der Christianischule, ein sinfonisches Orchester der Raabe-Schule und zum Finale die Rockmusiker von Strait Jacket mit ihrem Konzert.

Eine lange Schlange hatte sich schnell am Stand der Polizei gebildet, nicht nur Bürger aus den beiden Stadtteilen ließen ihre Räder von Kommissarin Simona Kuberski, die Kontaktbereichsbeamtin auf dem Kreideberg ist, und ihren Kollegen kostenlos codieren. Ein paar Meter weiter informierte der Arbeiter-Samariter-Bund über seine Arbeit. Ehrenamtliche Helfer wie Christian Koritz zeigten vor allem jungen Besuchern wie Emilia (9) und Jonathan (3) das Innere eines Rettungswagens. Die Kinder waren mit ihrer Mutter eigens vom Roten Feld zum Kreideberg gekommen, denn Emilia liebt das Schachspiel und nahm bei dem Fest an einem kleinen Turnier teil.

Das Festprogramm reichte vom Kinderschminken über Aquarellmalerei und Geschwindigkeitsschießen bis hin zum Bemalen einer Parkbank vor dem Gemeindezentrum Kredo. Alle Jahre wieder ist die Firma Anker mit einem Kran dabei, am Sonnabend allerdings hievte der die Besucher nicht wie bislang in einem Korb, sondern auf einer breiten Arbeitsbühne in die Höhe — und ermöglichte den Gästen so einen einmaligen Blick über die gesamte Hansestadt.