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DRK-Kreisbereitschaftsleiter Marcel Stürmer (r.) und sein Stellvertreter Holger Pilch (2.v.r.) haben für TEL-Leiter Uwe Hauschild und seine Kollegen die Katastrophenschutzeinheit auffahren lassen. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte vom Lüneburger DRK-Kreisverband haben jetzt ihr Leistungsspektrum demonstriert. Foto: t&w
DRK-Kreisbereitschaftsleiter Marcel Stürmer (r.) und sein Stellvertreter Holger Pilch (2.v.r.) haben für TEL-Leiter Uwe Hauschild und seine Kollegen die Katastrophenschutzeinheit auffahren lassen. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte vom Lüneburger DRK-Kreisverband haben jetzt ihr Leistungsspektrum demonstriert. Foto: t&w

Einsatzkräfte sind für die Katastrophe gerüstet + + + Mit Video

dth Lüneburg. Im Katastrophenfall koordiniert die Technische Einsatzleitung (TEL) der Lüneburger Kreisfeuerwehr Hunderte, wenn nicht Tausende, vor allem ehrenamtliche Einsatz- und Rettungskräfte. „Einmal im Jahr besucht die TEL die beteiligten Organisationen, um deren Einsatzgrundsätze kennenzulernen“, sagt der ebenfalls ehrenamtliche TEL-Leiter Uwe Hauschild aus Deutsch Evern. Nach Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Technischem Hilfswerk (THW) und Polizei fuhr nun die Bereitschaft des Lüneburger Kreisverbands im Deutschen Roten Kreuz (DRK) groß auf, präsentierte neben zahlreichen Einsatzfahrzeugen auf dem Platz der Lüneburger Schlieffen-Kaserne auch ein aufblasbares Sanitätszelt, und nicht nur die Rettungshundestaffel demons­trierte ihr Können.

„Wir würden euch heute gerne zeigen, was wir machen und über welche Fahrzeuge wir verfügen. Damit ihr im Blick habt, was für Fahrzeuge und Einsatzkräfte ihr bewegt“, sagt Kreisbereitschaftsleiter Marcel Stürmer zu den Mitgliedern der TEL sowie Gästen von ASB über Feuer- bis Bundeswehr. Aufgefahren ist die komplette Katastrophenschutzeinheit des DRK-Kreisverbands. Zugführer Falk Bardenhagen aus Vögelsen erklärt: „Unsere Personalstärke liegt ungefähr bei 140 Leuten im gesamten Landkreis.“ 50 bis 60 der ehrenamtlichen Einsatzkräfte — aus allen Berufsgruppen, vom Elektriker bis zur Krankenschwester — entfallen auf die Bereitschaft Lüneburg, der Rest verteilt sich auf die Bereitschaften Amelinghausen, Artlenburg und Neuhaus. Der Fahrzeug-Pool umfasst 23 Wagen, vom Notarzteinsatzfahrzeug über die mobile Küche bis zum Sanitäts-Gerätewagen.

Der Gerätewagen Sanität birgt auch ein aufblasbares Sanitätszelt, das von der Wagenbesatzung binnen 25 Minuten aufgebaut wird und in dem 20 Schwerverletzte versorgt werden können. Bardenhagen sagt: „Hier wird im Ernstfall nur die vorgezogene intensiv-medizinische Versorgung gemacht, bevor es in die Krankenhäuser geht.“ Das Zelt ist beheizbar und könnte mit der Grundausstattung laut Bardenhagen bis zu sechs Stunden autark arbeiten, bevor beispielsweise Kraftstoff für das Stromaggregat oder Material wie Verbandsstoffe nachgeordert werden müsste. Laut Zugleiter Jan Griffel sei die Einheit auch überörtlich durch die „Medizinische Task Force“ des Bundes abrufbar im Zivilschutzfall und der bundeslandübergreifenden Katastrophenhilfe.

Für den Katastrophenfall stehen dem DRK auch noch ältere, elfenbeinfarbene Krankentransportwagen des Bundes zur Verfügung. Im Gegensatz zu den modernen, weißen Rettungsfahrzeugen, die stärker auf individuelle Patientenversorgung ausgelegt sind, sind jene beigen Fahrzeuge mit vier Tragen ausgestattet: Die würden tatsächlich nur im Katastrophenfall genutzt, wenn es darum ginge, schnellstmöglich viele Menschen wegzubringen, so Griffel.

Wenn die Patienten erst noch gefunden werden müssen, etwa weil sie verschüttet sind, kommen die Maintrailer und Feldsuchhunde der Rettungshundestaffel zum Einsatz. Sprecherin Sabine Reincke sagt: „Wir bestehen aus 20 Mitgliedern, das sind Hundeführer und Helfer. Wir haben zurzeit 16 Hunde, davon sind vier einsatzfähige Flächensucher und zwei Mantrailer-Hunde.“ Innerhalb einer Stunde sind sie einsatzbereit. Dafür verfügt das DRK über zwei Einsatzfahrzeuge mit Hundeboxen. „Es ist mehr als ein Hobby, es ist fast ein Fulltime-Job. Aber alles ehrenamtlich.“ Auch dort reichen die beruflichen Hintergründe vom Grafikdesigner bis zum ehemaligen Bundeswehrsoldaten. Sie alle stehen wie viele andere auch im Katastrophenfall bereit, um anderen zu helfen.

Sie geben den Takt vor

Die Technische Einsatzleitung (TEL) ist eine Einheit der Kreisfeuerwehr Lüneburg, die im Katastrophenfall eingesetzt wird oder auf besondere Anordnung des Kreisbrandmeisters, sagt TEL-Leiter Uwe Hauschild: „Es ist aber auch eine Einheit, die jede Feuerwehr bei Großschadenslagen anfordern kann.“ Eingebunden sind die Feuerwehrverbände und Rettungsorganisationen des Kreises, „aber auch weit darüber hinaus, was das Land uns hier zu bieten hat, insbesondere THW und Bundeswehr, die dann auch unter der Regie der TEL mit den entsprechenden Fachberatern vor Ort arbeiten.“ So könne die TEL in kürzester Zeit 900 bis 1000 ehrenamtliche Einsatzkräfte in Bewegung setzen, „wenn ein Einsatz über mehrere Tage gehen würde, könnten wir sicherlich auch rund 2000 Leute auf die Beine stellen“. Aber das sei nur der geringere Teil. „Im Katastrophenfall gehen wir davon aus, auch mehrere Einheiten aus anderen Kreisen holen zu müssen. Wir hatten zum Beispiel beim Elbehochwasser 2002 teilweise über 7000 Menschen im Einsatz.“ Der TEL gehören neben Hauschild der Melbecker Ortsbrandmeister Stefan Ostermann sowie der Bardowicker Jens Prüße an. Dem Stab gehören vom DRK außerdem als Fachberater Sanität an Robert Holm, Doreen Pilch und Anja Köster.