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Jugend forscht: Gesa Pelloth, Antje Burckhardt und Larissa Bergmann vom Johanneum haben sich in Paderborn mit den besten Nachwuchsforschern aus ganz Deutschland gemessen. Foto: t&w
Jugend forscht: Gesa Pelloth, Antje Burckhardt und Larissa Bergmann vom Johanneum haben sich in Paderborn mit den besten Nachwuchsforschern aus ganz Deutschland gemessen. Foto: t&w

Lüneburgerinnen beim Wettbewerb „Jugend forscht“

ahe Lüneburg/Paderborn. Im ersten Moment seien sie schon ein wenig enttäuscht gewesen, gibt Antje Burckhardt zu. Doch dann sei die Enttäuschung wieder gewichen und der Stolz habe überwogen über das Erreichte. Das kann sich auch wahrlich sehen lassen: Antje Burckhardt, Larissa Bergmann und Gesa Pelloth vom Lüneburger Johanneum hatten die Runde der besten Nachwuchsforscher aus ganz Deutschland erreicht. Beim Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend forscht“ in Padeborn haben sie sich jetzt vier Tage lang mit jenen Schülern gemessen, die sich in den anderen Bundesländern zunächst auf Regional-, dann auf Landesebene gegen ihre Konkurrenten durchgesetzt haben. Am Ende reichte es zwar nicht für einen Podestplatz, doch das Finalerlebnis nimmt dem Trio niemand mehr.

„Die Atmosphäre war super, die Leute alle meganett“, schwärmt Antje. Auch das Hotel und das Essen seien gut gewesen. Für sie und ihre Mitschülerinnen geht eine anstrengende Zeit zuende. An ihrem Projekt „Ultraschneller Teilchenregen“ hatten sie mehr als ein Jahr getüftelt, in die heiße Wettbewerbsphase fielen dann noch die Abiturprüfungen. „In den vier Tagen in Paderborn haben wir vielleicht zehn Stunden geschlafen, das war schon anstrengend. Vor dem Besuch der Jury haben wir extra eine Nachtschicht eingelegt, um unseren Vortrag zu kürzen und die Präsentation zu üben.“ So ganz zufrieden mit dem Verlauf waren die drei 18-Jährigen am Ende aber nicht. „Wir fanden die Fragen der Jury zum Teil etwas seltsam, weil die Antworten eigentlich offensichtlich waren“, erzählt Antje. Auch sei ihr und den anderen beiden aufgefallen, dass bei der Bewertung in diesem Jahr der Fokus vor allem auf der Anwendung, weniger auf der Forschung gelegen habe, der sie sich vor allem verschrieben hatten.

In der Projektbeschreibung heißt es: „Myonen sind winzige Elementarteilchen, die in vielen Eigenschaften den Elektronen ähneln. Sie entstehen laufend in den oberen Schichten der Erdatmosphäre, wenn energiereiche kosmische Strahlung auf unseren Planeten trifft. Ein Teil der Myonen fliegt bis zur Erdoberfläche und lässt sich dort mit Messgeräten erfassen. Antje Burckhardt, Larissa Bergmann und Gesa Pelloth haben sich einen ausgefeilten Versuchsaufbau einfallen lassen, mit dem sich Myonen nicht nur nachweisen, sondern auch ihre Geschwindigkeiten abschätzen lassen. Das Ergebnis: Die langsamsten Teilchen erreichten rund 91 Prozent der Lichtgeschwindigkeit, die schnellsten schafften mehr als 99 Prozent. Von ihrem Entstehungsort in rund elf Kilometern Höhe benötigten die Raser also weniger als 40 millionstel Sekunden bis zur Erde.“

Naürlich haben sich die Lüneburgerinnen auch bei der Konkurrenz umgesehen und waren — obwohl selbst äußerst helle Köpfe — erstaunt, was die zum Teil zu leisten vermochte. „Wenn direkt neben einem ein selbstgebauter Fusionsreaktor steht, ist das schon beeindruckend“, beschreibt Antje. Für die drei Abiturientinnen endet das Abenteuer „Jugend forscht“ damit. „Wir gehen nach dem Abi auseinander, da wäre es schwierig, unsere Forschungen weiterzuführen.“