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In dem neuen Kinder- und Jugendbuch von Kirsten Boie geht es um einen afrikanischen Jungen, der sich auf die Suche nach einem Verbrecher macht. Die Autorin las daraus im Rahmen der Aktionswoch Lüneburg liest  im Glockenhaus vor. Foto: t&w
In dem neuen Kinder- und Jugendbuch von Kirsten Boie geht es um einen afrikanischen Jungen, der sich auf die Suche nach einem Verbrecher macht. Die Autorin las daraus im Rahmen der Aktionswoch Lüneburg liest im Glockenhaus vor. Foto: t&w

Aktionswoche „Lüneburg liest“ startet

ap Lüneburg. Trotz der heißen Temperaturen zog es viele Kinder ins Glockenhaus. Zum Auftakt der Aktionswoche „Lüneburg liest“ war die bekannte Kinder- und Jugendbuchautorin Kirsten Boie zu Gast und las aus einem ihrer neuesten Werke vor: „Thabo — Detektiv und Gentleman. Der Nashorn-Fall“.

Die Aktionswoche, die vom Netzwerk Leseförderung Lüneburg organisiert wird, findet zum zehnten Mal statt. Die 66-jährige Kirsten Boie, die weit mehr als hundert Bücher geschrieben hat, ist seit der Premiere Schirmherrin und noch immer mit Begeisterung dabei. „Es gibt selten Projekte dieser Art, die zehn Jahre laufen“, erzählte sie den Kindern, die aufmerksam zuhörten. Neven, Jon Frederik und Levi Filip nahmen gleich in der ersten Reihe Platz. „Wir haben ganz viel von der Autorin gelesen“, sagte der zehnjährige Levi Filip, der keinesfalls ohne ein signiertes Buch für seine Mutter nach Hause kommen durfte. „Das neue Buch kennen wir noch nicht, das ist bestimmt spannend.“

Gebannt lauschten die drei Jungs den Erzählungen der Autorin, die mit ihrem Protagonisten Thabo das Swasiland im Süden Afrikas erkundete. Sie setzt mitten auf einer Safari durch die afrikanischen Steppen ein, denn Thabos Onkel ist Ranger von Beruf. Täglich durchquert er mit zahlreichen Touristen die Wüste auf der Suche nach Tieren. Kurz bevor die Gruppe auf den Parkplatz zurückkehrt, entdeckt er vom Aussterben bedrohte Breitmaul-Nashörner im Akazienwald. „Sie sind fast blind, hören dafür aber umso besser“, flüsterte Boie und legte den Finger auf den Mund. „Nashörner können gefährlich sein, wenn sie in Panik verfallen.“

Die Gruppe entdeckt ein Baby-Nashorn, vollkommen allein. Erst Minuten später sehen sie den „großen grauen Berg, den Kopf in einer Blutlache“. Der Mutter wurden die Hörner abgesägt, sie verblutete. Entsetzen unter den Kindern. Warum sollte jemand so etwas tun? Ein Junge vermutete, dass das Horn des Nashorns ebenfalls aus Elfenbein sei — wie beim Elefanten. „Das habe ich auch immer gedacht“, gab die Autorin zu. „Aber tatsächlich ist das Material wie die Haare und Fingernägel des Menschen.“ Ein anderer Junge, der das Buch bereits kennt, verrät: „Daraus wird Medizin hergestellt.“ Denn in asiatischen Ländern glaube man, dass das Horn in pulverisierter Form gegen alle möglichen Krankheiten helfe. 250000 Euro sei ein Horn wert. Allein für ein Gramm bekomme man schon 150 Euro. „Und so machen sich Thabo und seine Freunde auf die Suche, den gefährlichen Verbrecher festzusetzen“, erzählte Kirsten Boie weiter.

Der Ort des Geschehens hat für die Autorin eine besondere Bedeutung, seit Jahren unterstützt sie ein Projekt, das sich um verwaiste Kinder kümmert. „In diesem Land leiden ganz viele Menschen an der Krankheit Aids“, klärte sie ihre jungen Zuhörer auf. „Viele Kinder verlieren deshalb im frühen Alter ihre Eltern.“ Einmal im Jahr fährt Kirsten Boie nach Afrika — genug Zeit, um Inspirationen für ein neues Buch zu sammeln. Und das soll nicht das letzte Abenteuer des afrikanischen Jungen sein, versprach Kirsten Boie. Mindestens zwei weitere Fälle seien schon geplant.

Übrigens: Am Mittwoch, 1. Juni, ab 16 Uhr findet in der Buchhandlung Lünebuch der Kirsten-Boie-Vorlesewettbewerb statt. 27 Kinder haben sich angemeldet, um aus Werken der Autorin zu lesen.