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Der Zeitplan lässt sich wohl halten: Der Libeskind-Bau soll bis Ende 2016 fertiggestellt sein und von Januar an in Betrieb genommen werden. Foto: t&w
Der Zeitplan lässt sich wohl halten: Der Libeskind-Bau soll bis Ende 2016 fertiggestellt sein und von Januar an in Betrieb genommen werden. Foto: t&w

Libeskind-Bau kratzt an 90 Millionen

pm Lüneburg. Das Wissenschaftsministerium in Hannover geht offenbar davon aus, dass die Gesamtkosten für das neue Zentralgebäude der Lüneburger Universität die 90-Millionen-Euro-Marke deutlich überschreiten werden. Der neue Statusbericht, der am heutigen Mittwoch dem Haushaltsausschuss des Landtages in vertraulicher Sitzung präsentiert werden soll, beziffert die Risikosumme zwar unverändert mit 92,6 Millionen Euro. Aber erstmals vermerkt das Ministerium nach Informationen der LZ in dem Papier ausdrücklich, dass man durchaus auch mit einer Realisierung dieser Risiken rechnen müsse.

In dem Statusbericht nähern sich nämlich drei Zahlensäulen deutlich an: Der Ist-Posten, der die bereits fest entstandenen Kosten umfasst, ist erneut gestiegen, nämlich gegenüber November um 3,1 Millionen Euro auf 83,2 Millionen Euro. Die Prognosezahl, die erwartete und strittige Kosten enthält, liegt inzwischen bei 89,1 Millionen Euro. Im November waren es noch 87,8 Millionen Euro. Und eben die Risikosumme. Die Summen des neuen Statusberichtes stammen aus dem April, könnten sich also womöglich inzwischen weiter erhöht haben. Weder Ministerium noch Universität wollten diese Zahlen offiziell bestätigen.

Man erarbeite derzeit einen aktuellen Nachtrag, sagt Uni-Sprecher Henning Zühlsdorff. Dieser werde in Kürze dem Wissenschaftsministerium überreicht, der Haushaltsausschuss werde dann nach der Sommerpause darüber befinden. Weil die vor zwei Jahren von den Landtagsabgeordneten genehmigte Summe von 72,85 Millionen Euro über 15 Prozent überschritten wird, ist laut Landeshaushaltsordnung ein neuer Beschluss des Landtages erforderlich.

Alle Beteiligten einschließlich Ministerium gehen indes davon aus, dass sich der Zeitplan für den Libeskind-Bau halten lässt. Danach soll das Zentralgebäude bis zum Jahresende fertiggestellt werden und bis Ende Januar die Inbetriebnahme erfolgen — so wie es die Europäische Union als Voraussetzung für ihren 14-Millionen-Euro-Zuschuss verlangt.

5 Kommentare

  1. Werner Schneyder

    Ach! Genau das hatten die Warner vorher gesagt. Und in den Lüneburger Schulen fällt die Farbe von der Wand. Ein Hauptverantwortlicher (Josef Lange, ehem. Staatssekretär) darf nun auf die Rechtschreibung achten. Das wird was werden.

  2. leute strengt euch an ,die 100 millionen euro schafft ihr auch noch. es wird alles von den bürgervertretern abgesegnet. garantiert. schließlich sind es parteien.

  3. Lena Bergmann

    „…, dass die Gesamtkosten für das neue Zentralgebäude der Lüneburger Universität die 90-Millionen-Euro-Marke DEUTLICH überschreiten werden.“

    Schon im Herbst 2013 hatte die niedersächsische Oberfinanzdirektion von 125 Millionen Euro gesprochen! Das ist eine Steigerung um 120% gegenüber der veranschlagten Summe von ursprünglich 57 Millionen.

    Die Kosten-Hydra, die Lernäische Schlange, die aufs Land herauszukommen pflegt, um Viehherden zu zerreißen und Felder zu verwüsten, hatte sechs Häupter: Keller, Spoun, Althusmann, Wanka, Mädge und Nahrstedt. Drei davon gedeihen inzwischen an anderen Ungeheuern. Aber aus jeder seit Jahren stets aufs Neue von den Verantwortlichen hartnäckig bestrittenen Mehrkosten-Million sind, wenn die Wissenschaftsministerin Heinen-Kljajić sich schließlich doch mal wieder zum Auskunft geben bequemen muss, jedesmal sechs bis zehn weitere gewachsen.

  4. „Man erarbeite derzeit einen aktuellen Nachtrag, sagt Uni-Sprecher Henning Zühlsdorff. Dieser werde in Kürze dem Wissenschaftsministerium überreicht, der Haushaltsausschuss werde dann nach der Sommerpause darüber befinden.“

    Wahrscheinlich wird man die Immobilie in Volgershall ein drittes und viertes Mal verkaufen und den Wert in den Büchern erhöhen. Das wird schon. Man ist ja kreativ an der Uni.

    Schade ist nur dass die Beratungen in Hannover über einen „Nachschlag“ nicht öffentlich geführt werden. Die Opposition im Landtag hat den Sitzungsraum deshalb auch demonstrativ verlassen (Siehe: http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/90-Millionen-Euro-Libeskind-Bau-immer-teurer,libeskind152.html).

    Aber wie ich schon bei Beginn des Baus schrieb werden sich bei der Einweihungsfeier alle freundlich lächelnd einfinden, und sich gegenseitig und den Bau über den grünen Klee loben. Koste es was es wolle. Und Herr Spoun hat endlich sein großes Symbolgebäude das nicht entfernt in seine Umgebung passt (Ganz besonders das Vamos stört da im direkten Umfeld. Nicht wahr Herr Spoun?). Mag der Libeskindbau architektonisch auch noch so imposant sein. Er bleibt um etliche Nummern zu großkotzig und teuer für die Leuphana. Aber wenn alles fertig ist (hoffentlich rechtzeitig wegen der EU Zuschüsse) wird keiner mehr an die Vergangenheit, die Umstände der Kosten und Finanzierung denken wollen. Dann sind alle froh und glücklich dass das Ding endlich durch und vom Tisch ist. Nur einer bleibt dann glücklich lächelnd (wie immer) einsam und allein auf dem Unigelände zurück und träumt von seinem nächsten Wunsch. Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch Heute. Ist doch alles ein schönes Märchen. Warum dann noch aufregen? Es ändert eh nichts mehr. Und hätte auch vorher nichts geändert. Oder will irgend jemand die leuchtenden Augen einiger Beteiligter mit Tränen sehen? Sicher doch nicht. Das wäre doch traurig.

    • „Ist doch alles ein schönes Märchen. Warum dann noch aufregen? Es ändert eh nichts mehr“?

      Irrtum. Die 125 Millionen, oder was immer die schrille Protzburg am Ende kostet, wird aus Steuermitteln des Landes berappt. Aber für Stadt und Kreis beginnen die richtig saftigen Geldprobleme dann, wenn die Bauherren die Eigenleistung, die laufenden Kosten, den Unterhalt, die Auslastung und die Instandhaltung nicht hinbekommen.