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So soll die Erweiterung aussehen: ein roter Klinkerbau, angelehnt an den Bestand, mit verglastem Eingang. Im weißen Gebäude auf der linken Seite sind Mensa und Turnhalle untergebracht. Foto: Carsten Grobe Passivhaus
So soll die Erweiterung aussehen: ein roter Klinkerbau, angelehnt an den Bestand, mit verglastem Eingang. Im weißen Gebäude auf der linken Seite sind Mensa und Turnhalle untergebracht. Foto: Carsten Grobe Passivhaus

Johanneum: Zeitplan für Erweiterung ein „sportliches Ziel“

ap Lüneburg. Die Jahrgangsstufen 5 bis 7 am Johanneum sollen schon im August 2017 im neuen Gebäude unterrichtet werden. Das ist der Wunsch von Schulleiter Friedrich Suhr. „Ein sportliches Ziel“, hieß es jetzt von Architekt Carsten Grobe auf der Bürgerversammlung in der Aula des Lüneburger Gymnasiums. „Aber wir sind optimistisch, dass wir sowohl den Zeitrahmen als auch die Baukosten zufriedenstellend einhalten können.“ 6,52 Millionen Euro soll die Erweiterung auf dem süd-östlichen Teil der Grünfläche vor Hauptgebäude und Sporthalle kosten. Die Arbeiten starten im August.

Auf der gelb markierten Fläche soll der Neubau entstehen.
Auf der gelb markierten Fläche soll die Erweiterung zum Johanneum entstehen.

„Wir bauen erstmal Stein auf Stein“, erklärte Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Ein Teil des neuen Gebäudes sei bislang eingeschossig geplant, eine Erweiterung bei Bedarf möglich. Auch sei damit der IGS geholfen, dort sind zurzeit der 5. und 6. Jahrgang des Johanneums untergebracht. „Wir ermöglichen der IGS so ein Wachstum in den eigenen Räumen.“

Wichtig bei der Planung des Neubaus seien zwei Achsen gewesen, die Sichtkontakt zu Mensa und Hauptgebäude ermöglichen, führte Grobe aus. Die Nutzfläche des roten Klinkerbaus belaufe sich auf rund 2400 Quadratmeter. Für die einjährige Bauzeit sei eine Zuwegung über eine Baustraße von der Theodor-Heuss-Straße geplant. In der Mitte der drei Gebäude sei ein Pausenhof vorgesehen, weitere Parkplätze gebe es zunächst keine.

Der Eingangsbereich bestehe aus einer großen Glasfassade, das Foyer sei auf zwei Stufen abgesenkt, um eine Bühnenfunktion zu gewährleisten. Durch Rampen und einen Aufzug werde der Neubau rollstuhlgerecht gestaltet. Es entstehen Lerninseln, also je fünf Unterrichtsräume für einen Jahrgang. Insgesamt seien drei solcher Gruppierungen geplant, dazwischen „beruhigte Differenzierungsräume“. Neben den Toiletten im Erdgeschoss, Verwaltung und einem Lehrerzimmer für bis zu 20 Pädagogen gibt es einen großen, durch eine Faltwand abtrennbaren Musikraum. Bei Veranstaltungen würden dort rund 80 Gäste Platz finden, Stehplätze seien 150 vorhanden. Im Obergeschoss seien Lehrküche, Computer- und Technikräume, Zimmer für Beratungslehrer, Elternvertreter und Schülersprecher geplant.

Der Fachmann erläuterte: „Das Gebäude wird auf einer ökologischen Dämmung stehen.“ Der Schotter bestehe aus 98-prozentigem Recyclingglas. Für die Fenster seien Akustiksegel und regulierbare Verschattungen auf allen Seiten geplant. Die Flure sollen separat über Tageslichtröhren beleuchtet werden. Auf der zweiten Etage werde es ein Gründach geben.

Auch wenn das Konzept weitestgehend auf Zustimmung traf, gab es hier und da Kritik. „Wir vermissen eine Erweiterung der Mensa, die ist doch jetzt schon so klein“, monierte eine Mutter. Suhr entgegnete: „Wir nutzen sie in mehreren Zeiträumen, wir sind guter Hoffnung, dass wir so mit den Kapazitäten hinkommen.“ Außerdem werde ein „Durchgangskiosk“ eingebaut. Auf eine Frage zur zeitlichen Umsetzung des Pausenhofs antwortete er, dieser befinde sich im Entstehungsprozess, der hintere Teil des Feldes sei aber langfristig als Auslauffläche geplant. Eltern entgegneten, eine solche Fläche sei sofort notwendig. Mädge konterte: „Sie können nicht erwarten, dass wir als Stadt dafür sorgen, dass Ihren Kindern das geboten wird, was Sie auch zu Hause leisten können. In Kaltenmoor gibt es genug Grünflächen zum Austoben. Ich kann gern mit Ihnen andere Geldquellen suchen, um einen solchen Platz zu bauen.“