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Sigrid Vossers ist die designierte Kreisrätin für das Lüneburger Kreishaus. Noch leitet die 44-Jährige das Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt in Hamburg-Wandsbek. Foto: nh/petra carstensen
Sigrid Vossers ist die designierte Kreisrätin für das Lüneburger Kreishaus. Noch leitet die 44-Jährige das Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt in Hamburg-Wandsbek. Foto: nh/petra carstensen

Sigrid Vossers — des Landrats Favoritin

ml Lüneburg. Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) hat sich entschieden, seine Favoritin bereits zur Vorstellungsrunde in die Fraktionen von SPD, Grünen und CDU geschickt. Stimmt der Lüneburger Kreistag bei seiner Sitzung am Montag, 20. Juni, ab 14 Uhr in der Ritterakademie zu, tritt Sigrid Vossers zum 1. September die Nachfolge von Monika Scherf als Kreisrätin an.

Noch leitet die 44 Jahre alte Hamburgerin das Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt im Bezirksamt Wandsbek. Rund 70 Mitarbeiter sind in dem Fachamt beschäftigt, allein 40 von ihnen bearbeiten Baugenehmigungen. „Die Schnittmenge zwischen meinen jetzigen Aufgaben und denen der Kreisrätin sind groß“, sagt Vossers. Auch in Lüneburg wäre sie für die Bereiche Bauen und Umwelt verantwortlich, hinzu kämen Ordnung und Abfallwirtschaft. Ein Grund, warum sich die Juristin auf die Stelle beworben hat. Auf die Ausschreibung aufmerksam gemacht hat die Hamburger Fachamtsleiterin eine Kollegin, „aktiv gesucht habe ich nicht“.

Erlegen ist die Mutter von drei Kindern aber auch den Reizen der kleinen Hansestadt. „Lüneburg hat irgendwie mein Herz bewegt“, gesteht Vossers. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg war eine Station während ihres Referendariats zwischen dem ersten und zweiten Staatsexamen. „Seitdem hat Lüneburg einen großen Sprung gemacht, und auch für die künftige Entwicklung sind viele Weichen gestellt“, findet die 44-Jährige. Und noch etwas reizt sie an der Region: die Arbeit in einem Flächenland mit seiner kommunalen Selbstverwaltung. „Bewegen und gestalten zu wollen, treibt mich an, doch dabei stößt man in einer Stadt wie Hamburg oft an seine Grenzen“, erzählt Vossers. In Lüneburg erhofft sie sich mehr gestalterischen Spielraum, und hat auch schon erste Ideen, die sie zu ihrem Amtsantritt mitbringen könnte.

Ähnlich wie in Hamburg kann sich die Juristin eine Beratung für Bauherren als ein dem Bauantrag vorgeschaltetes Verfahren vorstellen. „Dabei geht es um die Fragen: Was kann ich wo machen? Was ist realistisch?“ Das Gespräch sei zwar unverbindlich, aber hilfreich, zudem „erfüllt es das Bedürfnis der Bürger nach Information und hilft Enttäuschungen zu verhindern“. Über Erfahrungen verfügt sie reichlich: Seit 2005 arbeitet sie für die Hamburger Verwaltung, seit 2009 im Bereich Bauen und Umwelt. 2013 wurde sie zur Regierungsdirektorin ernannt. Ein Parteibuch besitzt die Juristin nicht, „und ich will auch parteilos bleiben“.

Sollte der Kreistag sie am 20. Juni zur Kreisrätin wählen, steht jedoch zunächst einmal ein langer Urlaub auf dem Programm. „Meine älteste Tochter macht jetzt Abitur, deshalb geht es mit der ganzen Familie fünf Wochen lang in die USA.“ Und einen Umzug müssen die Vossers vorerst nicht planen. Die Familie lebt in Bergedorf, der Weg ist mit knapp 50 Kilometern überschaubar. Zudem engagieren sich Sigrid Vossers und ihr Mann dort in der christlichen Freikirche, sitzen im fünfköpfigen Leitungsgremium.