Aktuell
Home | Lokales | Hin und Her ums Vamos
Eine klare Haltung scheint der Rat in Sachen Vamos nicht einnehmen zu wollen. Foto: t&w
Eine klare Haltung scheint der Rat in Sachen Vamos nicht einnehmen zu wollen. Foto: t&w

Hin und Her ums Vamos

us Lüneburg. Neu oder lieber alt? Eine klare Haltung scheint der Rat in Sachen „Vamos“ nicht einnehmen zu wollen. Bei sieben Enthaltungen hat er eine Resolution beschlossen, mit der die Zukunft des Vamos am Standort Campus gesichert werden soll — wohl wissend, dass er noch in diesem Monat einen Grundsatzbeschluss zum Bau einer neuen Sport- und Eventhalle an der Lüner Rennbahn treffen soll.

„Wir alle wünschen uns, dass die Veranstaltungshalle erhalten bleibt“, sagte Friedrich von Mansberg (SPD). Seit 23 Jahren schreibe das Vamos Erfolgsgeschichte, stelle eine wichtige Klammer zwischen Stadt und Universität dar. Oberbürgermeister Ulrich Mädge, so sieht es der von der rot-grünen Gruppe eingebrachte Antrag vor, soll darauf hinwirken, dass die Halle am jetzigen Standort langfristig gesichert oder nach einem alternativen Standort am Campus gesucht wird. Dass die Uni sich bei dem Thema bewegen muss, machte von Mansberg auch deutlich: „Sie kann es zurzeit gut gebrauchen, dass es keinen Gegensatz zwischen Stadt und Uni gibt.“

„Erhalt ja, aber nicht dort“, machte Eberhard Manzke (CDU) mit Blick auf die Nachbarschaft zum Libeskind-Bau deutlich. „Wer ein Feeling für Architektur hat, muss sagen: Das ist nicht schön!“ Manzke stellte auch klar, dass die Situation nicht plötzlich über die Verantwortlichen hereingebrochen sei. Sie seien es, die eine Lösung finden müssten.

Die Politik nicht aus der Verantwortung entlassen mag Rainer Petroll (Linke): „Wer ist denn dafür verantwortlich, dass immer noch keine neue Halle da ist?“ Er erinnerte daran, dass die SPD sich damals für das Audimax und gegen das Vamos ausgesprochen hatte.

Weniger Probleme mit architektonischen Gegensätzen als Manzke hat Birte Schellmann (FDP). Allerdings hätte sie unter Anspielung auf den Abriss der früheren Nordlandhalle „auch gern einen Veranstaltungsplatz dort gehabt, wo Sie jetzt wohnen, Herr Manzke“ — und erntete breites Lachen aus allen Fraktionen.

„Ich habe kein Problem damit, wenn die Halle bleibt, doch die Entscheidung liegt bei der Universität, und die wird nicht von uns gesteuert“, erinnerte Mädge. Von pauschalen Schuldzuweisungen halte er nichts. „Lassen Sie uns das Dreivierteljahr abwarten.“

Zwar stimmten auch die Grünen als Mitantragsteller der Resolution zu, ihr Fraktionschef Ulrich Blanck ließ es sich aber nicht nehmen, einen kritischen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Blanck hielt Mädge vor, den Erhalt der Nordlandhalle aus Kostengründen abgelehnt zu haben, jetzt aber deutlich mehr Geld in die Hand zu nehmen, um die neue Sport- und Eventhalle zu errichten.

Paul Reichwaldt, Vorsitzender des Vereins Campus Lüneburg, begrüßte die Resolution. Beide Hallen, alte wie neue, ergäben Sinn, „die Verknüpfung ist wichtig“.

3 Kommentare

  1. Da gebe ich Herrn Manzke ausnahmsweise mal Recht. Der Diskobetreiber muss eine Lösung finden. Alternativ könnte auch die Uni mit einer Veranstaltungs GmbH das Vamos weiter betreiben. Das würde der Uni zugute kommen und es würde sich zusätzlich ausreichend Projektarbeit für die Studenten entsprechender Fachrichtung ergeben und die unsägliche Privatveranstaltung, mit dem vorgeschobenen Vamos e.V. , des Herrn Hoppe und Freunden hätte auch ein Ende.

  2. Zitat:
    „Wer ein Feeling für Architektur hat, muss sagen: Das ist nicht schön!“

    Das meint Herr Manzke doch wohl auf das zukünftige Audimax bezogen, oder?
    Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten aber das sich dieses „Ding“ überhaupt nicht in das umgebene Gebäude-Ensemble einfügt ist mir und anderen schon ein Rätsel.
    Es wirkt wie ein moderner Hochbunker oder ein gelandetes Raumschiff – so etwas passt wohl eher in die
    Hamburger Hafen City als auf das Universitätsgelände!

  3. Werner Schneyder

    Ich würde gerne einmal wissen, ob der Milchbauer, der vielleicht kurz vor einer Insolvenz steht, auch Gegenstand der Beratungen von Parteifraktionen oder des Stadtrates wird. Darf jede Firma einen Antrag auf Rede z.B. in der SPD-Kreistagsfraktion stellen? Ich dachte immer, Filz sähe man im Alltag nicht. Ich irre mich.