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Landessuperintendent Dieter Rathing (l.) und Kirchenkreistagsvorsitzender Detlef Saffran gehörten zu den ersten Gratulanten, Superintendentin Christine Schmid bleibt bis zu ihrem Ruhestand in ihrem Amt. Foto: nh
Landessuperintendent Dieter Rathing (l.) und Kirchenkreistagsvorsitzender Detlef Saffran gehörten zu den ersten Gratulanten, Superintendentin Christine Schmid bleibt bis zu ihrem Ruhestand in ihrem Amt. Foto: nh

Amtszeit der Superintendentin unbefristet verlängert

rast Lüneburg. „Kirche zu gestalten in pluraler Umwelt, das wird uns künftig noch mehr Profil und Dialogbereitschaft abfordern“, sagt Lüneburgs Superintendentin Christine Schmid. Den Herausforderungen wird sie sich in den nächsten Jahren stellen, der Kirchenkreistag Lüneburg hat jetzt die unbefristete Verlängerung der Amtszeit der 53-Jährigen einmütig befürwortet. Die bis zu ihrem Ruhestand laufende Verlängerung greift zum 1. Januar 2017 — dann wird die Fusion mit dem Kirchenkreis Bleckede zum neuen Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Lüneburg realisiert, sie wird dann Leitende Superintendentin.

Christine Schmid wurde in Stade geboren, wo sie auch ihr Abitur machte. Nach dem Theologiestudium in Kiel hatte sie ihre erste Stelle als Pastorin in Fredenbeck im Kirchenkreis Buxtehude, wechselte nach sieben Jahren als Studienleiterin ans Predigerseminar in Celle und kam dann nach Lüneburg, wurde hier für zehn Jahre zur Superintendentin gewählt. Was nach ihrer „Entfristung“, wie sie selbst sagt, nun auf sie zukommt, ist ihr klar: Sie ist Chefin des größten Kirchenkreises innerhalb der Landeskirche mit 32 Gemeinden, rund 88000 Mitgliedern, 51 Pastoren und 16 Diakonen. „Ich werde die Geschäftsführung in Lüneburg haben, Bleckedes Superintendent Christian Cordes bleibt als Superintendent in Bleckede tätig. Wir teilen uns das auf, jeder kümmert sich um die Hälfte der Gemeinden. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit, wir betrachten den Kirchenkreis dann mit vier Augen.“

Eine der Herausforderungen ist laut Schmid „die Vorbereitung darauf, mit weniger Mitgliedern und weniger Finanzkraft leben zu müssen“. Es sei eine große Aufgabe, Menschen wieder für christliche Lebensformen zu gewinnen. Es gebe aber viele Menschen, die sich anderen Religionen zuwenden würden oder sich von Religion abgewandt hätten. Die Folge: „Wir müssen unseren Personal- und Gebäudebestand immer wieder überprüfen und an unsere Finanzen anpassen.“ Einen Verkauf von kirchlichen Gebäuden aber schließt die Superintendentin aus: Vermietungen von Gebäudeteilen etwa an Vereine oder Initiativen seien aber denkbar: „Ein sehr gutes Beispiel ist das Kredo der Paulusgemeinde auf dem Kreideberg, hier ist ein Stadtteilhaus entstanden.“ Die „Kunst“ werde es sein, als Kirche in der Fläche und der Stadt präsent zu sein: „Für Menschen da zu sein, die uns dort brauchen. Stichworte sind Armut und Diakonie.“

Weitere Herausforderung sei die Weitergabe des christlichen Glaubens an Kinder und Jugendliche, die immer schwerer werde: „Kinder brauchen religiöses Wissen, um sich in einer multireligiösen Gesellschaft orientieren zu können.“ Im Sinne der multireligiösen Gesellschaft hat Schmid 2015 die „Teerunde der Religionen“ als Reaktion auf die Anschläge von Paris ins Leben gerufen. Regelmäßig kommen Vertreter aller Glaubensrichtungen zusammen — eine gelebte Ökumene.

Die Aufgaben

Als Superintendentin hat Christine Schmid die geistliche Aufsicht sowie die Personalverantwortung für die Pastoren sowie die Mitarbeiter des Kirchenkreises. Sie visitiert die derzeit 17 Kirchengemeinden und koordiniert die Aktivitäten der Einrichtungen wie Evangelische Familien-Bildungsstätte, Klinikseelsorge und Behindertenarbeit. Sie regt kirchliche Initiativen und Weiterentwicklungen an und ist Ansprechpartnerin für die Öffentlichkeit.

Der Kirchenkreistag
Der Kirchenkreistag ist das Parlament des Kirchenkreises, in dem rund 70 Mitglieder zweimal im Jahr zusammenkommen. Das Gremium hat eine Leitungsfunktion und besteht aus geistlichen und nichtgeistlichen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden des Kirchenkreises. Sie entscheiden über die Stellenplanung, die Ausrichtung unter anderem in Bezug auf Struktur, kirchliche Bildung und Gebäude und verabschieden den Haushalt.

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