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Der Blick von oben zeigt anschaulich, wie aus einer unfallträchtigen Kreuzung ein übersichtlicher Kreisel geworden ist. Foto: Gründel
Der Blick von oben zeigt anschaulich, wie aus einer unfallträchtigen Kreuzung ein übersichtlicher Kreisel geworden ist. Foto: Gründel

Kreuzung im Stadtkern Bleckede umgestaltet

cw Bleckede. Ein letztes Mal herrscht Stille über dem Kreisel. Mitten auf der Pflanzinsel dreht sich ein buntes Kinderwindrad munter im Wind. Daneben sind ein paar Sandförmchen verteilt. Keine Deko zur feierlichen Einweihung des Kreisels in Bleckede, sondern die Überbleibsel einer kleinen Party am Abend zuvor. Ungeachtet des großen Momentes läuft ein kleines Mädchen immer wieder zu dem vermeintlichen Sandkasten und sorgt so für ungeplante Lacher in den Reden.

„Ein Bauvorhaben mitten in der Stadt ist keine einfache Angelegenheit,“ sagte Annette Padberg, stellvertretende Leiterin der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, die für den Kreiselbau im Knotenpunkt von vier Landesstraßen verantwortlich ist. „Aber ich glaube, wir haben das gut organisiert und das Projekt in nur zwei Monaten Bauphase realisiert.“ Sie dankte allen Beteiligten und den Anwohnern für Einsatz und Geduld.

Die Planungen begannen bereits 2010, als die signifikante Häufung von Unfällen auf der Kreuzung von vier Landesstraßen mitten in Bleckede das Land zum Handeln zwang. Viele Varianten wurden durchgerechnet und wieder verworfen, bevor man sich schließlich zum Bau eines Kreisverkehrsplatzes — wie es so schön in Behördendeutsch heißt — entschloss. Im Februar 2014 stand die Finanzierung für das rund 380.000 Euro teure Projekt und im April 2016 gingen die Baumaßnahmen für den ersten Kreisel im Stadtgebiet Bleckede los.

Verkehrsstaatssekretärin Daniela Behrens dankte der Stadt Bleckede für ihre Unterstützung. „Wir haben hier gemeinsam mit der Stadt viel Geld investiert und diese Beteiligung hat es für uns leichter gemacht“, sagte sie. Der Kreisel sei die teuerste der vorgeschlagenen Lösungen, aber auch die beste. Während das Land die Finanzierung des eigentlichen Kreisels übernommen hatte, bezahlte die Stadt Gehwege, Laternen und alles andere, das rund um den Kreisel entstanden ist.

Bürgermeister Jens Böther gab den Dank zurück. „Das war eine super Zusammenarbeit und es hat Spaß gemacht“, befand er. „Uns war es wichtig, dass dieser Platz sich optisch gut in die historische Innenstadt einfügt.“ Das rote Pflaster und die Schmucklaternen sind ein Luxus, der durch den Strukturentwicklungsfonds des Landkreises und eine Sonderfinanzierung des Landes möglich wurden.

Unkenrufen, dass große landwirtschaftliche Gespanne möglicherweise nicht durch den Kreisel passen, kam Böther zuvor. „Ich habe selbst schon solche Geräte gefahren und ich sag mal: Wer fahren kann, der kommt da auch rum.“

Zur offiziellen Verkehrsübergabe räumten die Hauptverantwortlichen gemeinsam eine der Sperrbaken vom Kreisel. Danach gab es für die Zuschauer noch einen Imbiss und Eis für die Kleinen.