Aktuell
Home | Lokales | Bremsen Häuser im Neubaugebiet die frische Luft?
Auf den Ackerflächen zwischen Wienebütteler Weg und Brockwinkler Weg soll ein Neubaugebiet entstehen. Foto: nh
Auf den Ackerflächen zwischen Wienebütteler Weg und Brockwinkler Weg soll ein Neubaugebiet entstehen. Foto: nh

Bremsen Häuser im Neubaugebiet die frische Luft?

as Lüneburg. Die Stadt will ihr Wohnungsbauprogramm zügig umsetzen. 2100 Wohnungseinheiten, darunter ein Drittel im geförderten Mietwohnungsbau, sollen in den kommenden fünf Jahren geschaffen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten auch Neubaugebiete ausgewiesen werden. Im Bauausschuss am kommenden Montag, 13. Juni, soll der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Am Wienebütteler Weg“ erfolgen. Ein Areal, bei dem zumindest die Grünen sowie die Umweltverbände ihre Zustimmung von den Ergebnissen eines Klimagutachtens abhängig machen. Die Ausschusssitzung beginnt um 15 Uhr im Traubensaal.

Das 24 Hektar große Plangebiet liegt westlich des Wienebütteler Wegs und hinter der Bebauung am Brockwinkler Weg. Die derzeit als Acker genutzte Fläche soll im neuen Bebauungsplan als Wohnbaufläche entwickelt werden. Allerdings soll nur zirka ein Drittel der Fläche bebaut werden. Laut dem Wohnungsbauprogramm der Stadt, das der Rat im vergangenen November zustimmend zur Kenntnis genommen hatte — nur die Grünen stimmten dagegen — könnten dort 260 Wohneinheiten entstehen als Einfamilien-, Doppelhäuser und Geschossbauten. Die Stadt hat sich dabei auf die Fahnen geschrieben, dass ein Drittel davon preisgünstiger Wohnraum sein soll.

In der Vorlage zum Ausschuss heißt es außerdem: Im Rahmen des Planverfahrens werden verschiedene Gutachten erforderlich, zum Beispiel zur Oberflächenentwässerung, Flora und Fauna. Aktuell wird ein Klimagutachten erarbeitet und mit dem Fachgutachter in Werkstattgesprächen abgestimmt. Oberbürgermeister Ulrich Mädge hatte bereits im November gesagt, die Stadt habe ein Klimagutachten erstellen lassen. Das Ergebnis erläuterte er so: Zum Wienebütteler Weg müsse unter anderem ein 50 Meter breiter Korridor entstehen, an den Rändern seien nur Einzel- und Doppelhäuser zu planen, 40 Prozent der Grundstücke dürften nur überbaut werden. Denn der Westwind müsse zur Belüftung der Stadt durch das Gebiet ziehen können. Nun heißt es seitens der Stadt, das Klimagutachten werde endgültig ausgewertet und weiter ausgearbeitet. Grundzüge werden im Bauausschuss vorgestellt.

„Über eine mögliche Bebauung sollten wir erst reden, wenn das angekündigte Klimagutachten vorliegt“, hatte Ulrich Blanck, Fraktionschef der Grünen, jüngst bei der Verabschiedung des grünen Kommunalwahlprogramms deutlich gemacht — sich vielleicht daran erinnert, was die rot-grüne Mehrheitsgruppe in ihrer Gruppenvereinbarung für diese Wahlperiode fixiert hatte: Die Frischluftschneise im westlichen Stadtgebiet wird weiter gesichert. Thomas Mitschke, Vorsitzender des Naturschutzbundes, Kreisgruppe Lüneburg, und Grünen-Mitglied, hatte für die Bewertung des Neubaugebietes Wienebütteler Weg gar ein Gesamt-Klimagutachen für die ganze Stadt gefordert, weil sonst womöglich ein weiteres Kaltluftentstehungsgebiet verbaut werde.