Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Mediterrane Kreuzfahrtatmosphäre auf dem Elbe-Lübeck-Kanal bei der Lauenburger Palmenschleuse: Zum ersten Mal durchfuhr am Wochenende ein Schiff dieser Branche die 116 Jahre alte künstliche Wasserstraße. Foto: tja
Mediterrane Kreuzfahrtatmosphäre auf dem Elbe-Lübeck-Kanal bei der Lauenburger Palmenschleuse: Zum ersten Mal durchfuhr am Wochenende ein Schiff dieser Branche die 116 Jahre alte künstliche Wasserstraße. Foto: tja

Kreuzfahrtschiff auf Elbe-Lübeck-Kanal

tja Lauenburg. Wer meint, dass eine Flusskreuzfahrt von Stade nach Travemünde langweilig wäre, der hat noch nie eine erlebt: Erstmals seit der Einweihung des Elbe-Lübeck-Kanals vor 116 Jahren ist jetzt ein Kreuzfahrtschiff durch die Wasserstraße gefahren — die „Princess“ der niederländischen Reederei „Dutch Cruise Line“. Ein Reisebüro aus Stade hatte die Reise organisiert. Und die war so passgenau, dass sogar vor der ersten Brücke das Oberdeck geräumt werden musste. Sonst hätte das 80 Meter lange Schiff die Brücke bei Buchhorst nicht passieren können. Und in den Schleusen blieben nur 50 Zentimeter Platz zum Manö­vrieren.

„Von dieser Route träume ich seit zehn Jahren, jetzt konnten wir es endlich realisieren“, berichtete Reisebegleiterin Petra Klee. Am Sonnabend hatte das Schiff in der Altstadt von Stade abgelegt. Mit Schlepperhilfe ging es raus auf die Elbe. „Vorbei an Hamburg hat uns unsere erste Etappe nach Lauenburg geführt“, sagte Petra Klee beim Stopp in der Schifferstadt. Nach einem Stadtrundgang legte die „Princess“ am Sonntag gegen 11 Uhr wieder ab. Und dann begann das Abenteuer für die 84 überwiegend älteren Passagiere an Bord. Schleusenwärter Dirk Matz ließ das Schiff in die Lauenburger Schleuse einfahren. Sie wurde vor zehn Jahren erneuert und bietet auch größeren Schiffen als der „Princess“ Platz. „Das ist schon etwas anderes als die Frachter, die sonst meistens kommen“, freute sich Matz über den ungewöhnlichen Besuch in der Schleusenkammer.

Kurz vor der Straßenbrücke bei Buchhorst musste der Kapitän dann erst sein Steuerhaus hydraulisch absenken, die Crew die Durchfahrtshöhe anpeilen. Ergebnis: Passt nicht. Die Passagiere, die die Sonne auf dem Deck genossen, mussten auf das Hauptdeck wechseln. Geländer wurden eingeklappt, die Stühle und Tische zusammengeklappt. Im Schritttempo ging es dann vorwärts — an der höchsten Stelle blieben dem Schiff keine 20 Zentimeter Luft zur Brückenunterseite. Der Elbe-Lübeck-Kanal hat aufgrund des Regens der vergangenen Woche aber auch einen leicht erhöhten Wasserstand.

In der Schleuse von Witzeeze wurde es dann wieder richtig eng. Die Kammer ist nur 50 Zentimeter länger als das Schiff. Nachmittags legte die „Princess“ dann in Mölln an. 18 Mann Besatzung kümmerten sich um das Schiff und die Passagiere. Am Montagmorgen startete das blau-weiße Flusskreuzfahrtschiff dann zur letzten Etappe durch den Elbe-Lübeck-Kanal. Von Mölln ging es weiter gen Norden. Bei Büssau wurde es erneut ex­trem eng — dort befindet sich die Brücke mit der geringsten Durchfahrtshöhe. Doch auch dieses Hindernis wurde gemeistert. Am Mittwoch kehrt das Schiff in die Hansestadt zurück. Am Donnerstag startet die Rückreise nach Stade — dabei soll die „Princess“ am Sonntag erneut in Lauenburg ankommen. Planmäßig wäre das gegen 14 Uhr.

„Wir waren komplett ausgebucht und hätten diese Reise auch mehrfach verkaufen können“, freut sich Petra Klee über das große Interesse. Sie schätzt, dass die Flusskreuzfahrt 2018 erneut angeboten werden könnte. Für die sechstägige Hinfahrt inklusive Vollpension an Bord zahlten die Passagiere in den jeweils 10,5 Quadratmeter großen Außenkabinen zwischen 600 und 900 Euro. Zurück ging es einen Tag schneller für 500 bis 750 Euro.

One comment

  1. Hans-Joachim Nienstedt

    Meine Frau und ich haben diese Fahrt auf beiden Strecken mitgemacht und haben diese
    wunderschöne Landschaft genossen. Auch die Städte sind sehenswert.

    Wir selbst kommen nicht aus der Großstadt , sondern aus Buxtehude, nahe dem Obstanbaugebiet „Altes
    Land“, also südlich der Elbe. Auch ein schönes Städtchen .

    Wir sind mit dem Schiff ab Stade gefahren, schon eine Seltenheit bei der
    Größe des Schiffes.