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Kenan Aslan versorgt sich mit Frischwasser aus dem bereitgestellten Tankwagen der Purena vor seinem Gebäude Am Weißen Turm. Foto: us
Kenan Aslan versorgt sich mit Frischwasser aus dem bereitgestellten Tankwagen der Purena vor seinem Gebäude Am Weißen Turm. Foto: us

Rohrbruch legt Trinkwasserversorgung Am Weißen Turm lahm

us Lüneburg. Ein Wasserrohrbruch hat am Montagabend mehrere Wohnblöcke im Quartier Am Weißen Turm trockengelegt. Etwa 200 Wohnungen an der Bögelstraße und Hinter der Saline waren betroffen. Grund war ein vermutlich altersschwaches PVC-Rohr in der Hochdruckanlage des Viertels, von der die mehrstöckigen Gebäude mit Trinkwasser versorgt werden. Die Mieter mussten sich zwischenzeitlich mit Wassereimern behelfen.

„Am Abend war plötzlich das Wasser weg“, sagt Kenan Aslan, Mieter Hinter der Saline 7. Mit einem Eimer steht er am Wasserwagen der Purena, um sich mit Frischwasser zu versorgen. „Es geht ja nichts mehr, weder Dusche noch Toilette“, sagt er sichtlich verärgert. „Erst abends um 23 Uhr wurden wir mit einem Aushang im Treppenhaus informiert, was los ist.“

„Wir haben so schnell wie möglich reagiert“, sagt Dariusz Kotarski, Mitglied der Eigentümergemeinschaft Witt & Schuhmacher, die vor wenigen Jahren die weißen Wohnhäuser übernommen hat. Gegen 19 Uhr war der Schaden eingetreten. Ein Verbindungsrohr in der zur Wohnanlage gehörenden Hochdruckanlage war geplatzt und hatte das unterirdische Bauwerk komplett unter Wasser gesetzt. „Wir mussten erst alles abpumpen, um den Schaden überhaupt ermitteln zu können“, sagt Kotarski, der sich als Bauunternehmer der Sache gleich persönlich angenommen hat. Noch am Abend hatte er einen Frischwasser-Tankwagen der Purena organisiert, der gegen 23 Uhr eintraf. Die Mieter wurden per Aushang informiert.

Das geplatzte Rohr stellt die Zuleitung zum öffentlichen Trinkwassernetz her, sechs Pumpen sorgen dann für den nötigen Druck, um auch die oberen Stockwerke mit Wasser zu versorgen. „Unsere Vorgänger haben hier jahrelang nichts gemacht, das rächt sich jetzt“, sagt Kotarski mit Blick auf die marode Anlage.

Am Frischwassertank trudeln unterdessen immer mehr Mieter mit Eimern und Kanistern ein, nicht alle sind verärgert. „Es gibt Schlimmeres, man kann sich auch mit kaltem Wasser waschen“, sagt Katrin Steinke. Dass der Tankwagen zwar Frischwasser, aber kein Trinkwasser hat, stört sie nicht. „Ich taue mir heute mein eingefrorenes Gulasch auf, da brauche ich kein Wasser.“ Und gegen den Durst hat sie Mineralwasser im Supermarkt gekauft. „Nur für die Älteren ist es nicht so angenehm“, sagt die Mieterin. Doch auch denen wird spontan geholfen. „Natürlich bringen wir ihnen Wasser mit“, sagt eine hinzukommende Mieterin.

Bereits am Dienstagmittag war das defekte Rohr ausgetauscht, in Betrieb genommen werden konnte es aber erst am Abend. „Wir mussten noch warten, bis der Kleber ausgehärtet war“, erklärte Dariusz Kotarski, der froh war, dass wieder Druck in der Anlage war.