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Apps wie Katwarn und Biwapp könnten bald auch im Landkreis Lüneburg zum Einsatz kommen. Ob Chemieunfall oder Waldbrand: Mit Hilfe dieser Apps haben Nutzer Informationen zu Katastrophen blitzschnell auf dem Handy. Foto: A/t&w
Apps wie Katwarn und Biwapp könnten bald auch im Landkreis Lüneburg zum Einsatz kommen. Ob Chemieunfall oder Waldbrand: Mit Hilfe dieser Apps haben Nutzer Informationen zu Katastrophen blitzschnell auf dem Handy. Foto: A/t&w

App warnt vor Katastrophen

emi Lüneburg. Entwurzelte Bäume, abgedeckte Dächer, vollgelaufene Keller: Ein Tornado hat am Dienstagabend eine Schneise der Verwüstung im Hamburger Osten hinterlassen. Pro Jahr wüten in Deutschland etwa 20 bis 60 solcher Wirbelstürme, sagt Andreas Friedrich, Tornadobeauftragter beim Deutschen Wetterdienst. Im Katastrophenfall kann es überlebenswichtig sein, rechtzeitig informiert zu werden. Der Landkreis Lüneburg plant jetzt, eine Handy-App einzuführen, die vor Gefahren warnen soll.

Am Donnerstag, 16. Juni, stellen zwei Anbieter ihre Anwendungssoftware für Mobilgeräte im Kreistagsausschuss für Feuer-, Katastrophenschutz und Ordnungsangelegenheiten vor. Zur Diskussion stehen sowohl die App „Katwarn“, entwickelt vom Fraunhofer Institut, als auch die App „Biwapp“ von einer Lüneburger Agentur.

Schon jetzt wird die Bevölkerung auf verschiedenen Wegen etwa vor Großfeuern, Hochwasser und Bombenevakuierung gewarnt: per Radio und Fernsehen, über Sirenen, Lautsprecherfahrzeuge und Informationen von Tür zu Tür. Aber all diese Mittel würden an Bedeutung verlieren, berichtete Mirko Dannenfeld vom Fachdienst Ordnung und Kommunales des Landkreises schon im vergangenen November. Heutzutage seien Häuser so gut gedämmt, dass Sirenen oder Durchsagen gar nicht mehr wahrgenommen würden.

Die neue Technik für Smartphones soll die bisher genutzten Mittel ergänzen, um im Notfall mehr Bürger erreichen zu können. Vorteile aus Sicht der Verwaltung: Handys seien immer greifbar, vor allem nachts und auch außerhalb des eigenen Wohnortes. Ursprünglich hatte die Verwaltung dem Ausschuss im November 2015 die Einführung von „Katwarn“ vorgeschlagen, doch der Empfehlung wurde nicht gefolgt. Stattdessen beschlossen die Ausschussmitglieder, beiden Anbietern die Möglichkeit zu geben, ihre Apps zu präsentieren.

Einige wichtige Punkte, die die beiden Produkte erfüllen sollten, sind aus Sicht der Verwaltung: Funktionalität für den Nutzer, Versand von regionalen Hinweisen für den Landkreis Lüneburg, Informationen auch für Besucher der Region und Einbindung von Warnungen des Deutschen Wetterdienstes. Die beiden Anbieter wurden gebeten, ihre Produktvorstellungen an diesen Bewertungskriterien auszurichten.

Auf Grundlage dieser Präsentationen sollen die Kommunalpolitiker dem Kreisausschuss am kommenden Donnerstag eine konkrete Empfehlung geben, welche der beiden Handy-Apps letztlich eingeführt werden soll. Die Sitzung findet um 15 Uhr im Sitzungssaal der Kreisverwaltung, Auf dem Michaeliskloster 4, statt.

Weitere Themen im Ausschuss für Feuer-, Katastrophenschutz und Ordnungsangelegenheiten sind die Teilnahme des Kreises Lüneburg am Ausschreibungsverfahren für ein neues Einsatzleitsystem des Landes Niedersachsen sowie die Besetzung einer Stelle in der Feuerwehr-Einsatz- und Rettungsleitstelle.