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Um mehr als 10000 Einwohner soll Lüneburg bis 2035 wachsen. Dafür sind viele Wohnungen erforderlich. Eifrig gebaut wird derzeit etwa an der Wittenberger Bahn. Foto: phs
Um mehr als 10000 Einwohner soll Lüneburg bis 2035 wachsen. Dafür sind viele Wohnungen erforderlich. Eifrig gebaut wird derzeit etwa an der Wittenberger Bahn. Foto: phs

Wohnungsmarkt: Lüneburg wächst enorm

rast Lüneburg. Das Land Niedersachsen verliert 4,8 Prozent seiner Einwohner, der ehemalige Regierungsbezirk Lüneburg verzeichnet ein Minus von 5,6 Prozent. Die Hansestadt Lüneburg allerdings steuert hier gegen den Trend, ihr wird ein Bevölkerungsplus von 14,4 Prozent prophezeit. Das geht aus der jetzt vorgestellten Prognose der NBank für die Jahre 2013 bis 2035 hervor. Nach Stand 31. Dezember 2015 leben 75.663 Menschen in Lüneburg, im Jahr 2035 wären es demnach rund 86.000 Einwohner. „In dieser Studie mit Schwerpunkt auf dem Wohnungsmarkt sticht die Stadt Lüneburg besonders positiv hervor“, sagt NBank-Wohnungsmarktexperte Robert Koschitzki.

Die NBank setzt sich als Förderbank des Landes für Wachstum, Fortschritt und dauerhaft gute Lebensbedingungen in Niedersachsen ein, beobachtet daher die Entwicklungen genau. Koschitzki bescheinigt Lüneburg eine „dynamische Entwicklung“: „Es gibt eine wachsende Zahl kleiner und großer Haushalte, liegt sie bis 2035 landesweit bei plus 0,5 Prozent, gehen wir in Lüneburg bei den Haushalten von plus 16 Prozent aus.“ Es werde vermehrt kleinere Haushalte geben, da vor allem ältere Personen vom Land in die Stadt ziehen. Sie wollen seniorengerechten Wohnraum, zusätzliche Serviceangebote, Pflege im Quartier und eine ortsnahe Versorgung bei möglichen Mobilitätseinschränkungen sichern. Beim Eigenheimbedarf bei Ein- und Zweifamilienhäusern geht die NBank von 155 neuen Einheiten und 190 neuen Mietwohnungen pro Jahr aus. Dabei registriert die Studie einen verstärkten Zuzug junger Familien, vor allem aus Hamburg.

Robert Koschitzki attestiert der Stadt einen „Nachholbedarf im preisgünstigen Segment“. Das allerdings hat die Stadt längst erkannt, die Verwaltung hatte im November 2015 ihr Wohnungsbauprogramm vorgestellt, das sie zügig umsetzen will: Entstehen sollen 2100 Wohnungseinheiten, darunter ein Drittel im geförderten Mietwohnungsbau.

Neubaubedarf sieht die Förderbank vor allem im engeren Umland von Hamburg, hier werden etwa in Winsen und Buchholz deutliche Steigerungen von 16 und mehr Prozent vom Jahr 2013 bis zum Jahr 2035 prognostiziert, in der Hansestadt Lüneburg sind es sogar 21,6 Prozent. Mit Leerständen zu kämpfen haben werden dagegen beispielsweise Uelzen, Celle und Soltau. Und für den Küstenstandort Cuxhaven in einem entwicklungsschwachen Umfeld geht der Experte davon aus, dass 17 Prozent der Wohnungen dort durch niedrige Geburtenzahlen und negativen Wanderungssaldo vom Lehrstand bedroht sind.

Die NBank sieht für die Stadt Lüneburg eine steigende Nachfrage sowohl nach großen als auch nach kleinen Wohnungen: „Und entsprechend steigende Miet- und Kaufpreise. Auf der anderen Seite wird die Verfügbarkeit von zentralen Baugrundstücken abnehmen.“ Möglicherweise neue Potenziale sieht Koschitzki bei Büroimmobilien, Interessenten aus Hamburg könnten ihre Büros nach Lüneburg verlagern.

Der Bedarf an neuen Wohnungen ist in den dunkelblau markierten Regionen bis zum Jahr 2035 am größten, die NBank geht für die Hansestadt Lüneburg sogar von  21,6 Prozent mehr Wohnungen gegenüber 2013 aus. Grafik: nbank
Der Bedarf an neuen Wohnungen ist in den dunkelblau markierten Regionen bis zum Jahr 2035 am größten, die NBank geht für die Hansestadt Lüneburg sogar von 21,6 Prozent mehr Wohnungen gegenüber 2013 aus. Grafik: nbank

One comment

  1. Werner Schneyder

    Lüneburg muss aufpassen: Innenstadt Disneyland, außenherum Wohngettos. Was soll daran sein, dass Lüneberg wächst?