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Dr. Karina Hellmann ist seit April als Sanierungsmanagerin für Klimaquartiere für Kreideberg und Kaltenmoor bei der Hansestadt angestellt. Foto: Hansestadt Lüneburg. Foto: sp
Dr. Karina Hellmann ist seit April als Sanierungsmanagerin für Klimaquartiere für Kreideberg und Kaltenmoor bei der Hansestadt angestellt. Foto: Hansestadt Lüneburg. Foto: sp

Kaltenmoor und Kreideberg werden Klimaquartiere

sp Lüneburg. Zum Klimaquartier sollen sie werden, der Kreideberg und Kaltenmoor. Denn Teile der Stadtviertel aus den 50er-, 60er- und 70er-Jahren sind energetisch sanierungsbedürftig. Und da ist es sinnvoll, gleich nachhaltig ans Werk zu gehen, denn 85 Prozent der in Privathaushalten verbrauchten Energie wird für Heizung und Warmwasser benötigt. Das birgt also großes Einsparpotential. Genau deshalb ist Dr. Karina Hellmann seit April als Sanierungsmanagerin für Klimaquartiere bei der Hansestadt und kümmert sich speziell um Kreideberg und Kaltenmoor. Für drei Jahre ist sie eingestellt und ihre Stelle zu 65 Prozent durch den Bund befördert. Die restlichen 35 Prozent der Kosten übernimmt die Hansestadt. Bei ihrer Arbeit geht es nicht nur darum, eine Anlaufstelle für private Haushalte zu sein, die ihr Haus sanieren wollen. Sie hat noch viel mehr Ideen, um in den nächsten Jahren gemeinsam mit den Bewohnern die Quartiere auf den Weg zur CO2-Neutralität zu bringen.

Dafür ist die promovierte Umweltwissenschaftlerin genau die Richtige. Bisher hat sie beim Innovationsinkubator an der Leuphana Uni gearbeitet. Sie hat Projekte mit kleinen und mittelständischen Unternehmen aus der Region initiiert und begleitet, in denen es um das Thema Klimaschutz ging. „Viel meiner bisherigen Arbeit hatte mit dem Vernetzen und Zusammenbringen von ganz verschieden Akteuren zu tun“, sagt die gebürtige Flensburgerin, die seit 20 Jahren in Lüneburg lebt. „Dabei musste ich immer fächerübergreifend denken.“ Genau wie bei ihrer neuen Tätigkeit. „Zu einem klimafreundlichen Quartier gehört mehr, als nur Gebäude energetisch auf Vordermann zu bringen. Wir müssen auch noch viel stärker klimafreundliche Formen der Mobilität fördern beispielsweise den Ausbau der Fahrradleihstationen oder von Carsharing-Angeboten.“

„Deshalb ist die Mobilität auch einer der Pfeiler des Konzeptes, das dem Projekt Klimaquartier zu Grunde liegt“, wie Oberbürgermeister Mädge weiß. „Es gibt vier Bausteine, auf die wir uns konzentrieren wollen: 1. Gebäudesanierung und 2. Beratung, 3. Mobilität und 4. Wärme- und Stromversorgung. Dabei setzen wir bei der Beratung auf Hellmanns Arbeit als Netzwerkerin.“ Hellmann ist zwar keine spezialisierte Energieberaterin aber kann erste Anlaufstelle für alldiejenigen sein, die das Thema Klimaschutz im eigenen Haus und in den Quartieren Kreideberg und Kaltenmoor angehen wollen, für sie wichtige Infos bereitstellen und die richtigen Kontakte vermitteln.

Bei der Umsetzung des Konzepts Klimaquartier ist Hellmann aber eines ganz wichtig: „Ich möchte zusammen mit den Bewohnern ein klimagerechtes Stadtviertel schaffen, in dem jeder seine Ideen einbringen und sich wohlfühlen kann.“ Derzeit arbeitet sich Hellmann noch in ihr neues Themengebiet ein und sucht nach Fördermöglichkeiten für die Ideen, die umgesetzt werden sollen. Im Spätherbst soll dann die erste Bürgerveranstaltung am Kreideberg sein. Ab Mittwoch, 17. August 2016 wird es jede Woche von 10 bis 12 Uhr eine Sprechstunde geben. Jeder, der Interesse hat, kann sich ab dann bei Frau Dr. Hellmann unter Tel. 309 3418 oder direkt bei ihr in der Neuen Sülze 35, Zimmer 1 informieren. Auch per Mail ist sie unter Karina.Hellmann@stadt.lueneburg.de erreichbar.

Übrigens, zum Thema passend liegen in den öffentlichen Bibliotheken von Hansestadt und Landkreis ab jetzt ,Energiepakte‘ bereit. Das sind Kinderbücher oder auch Kochbücher für Jung und Alt, die das Thema Klimaschutz und Energie aufgreifen. Außerdem ist auch ein Strommessgerät dabei, mit dem Strom einmal sichtbar gemacht werden kann oder ein LED-Koffer, der zeigt, was LED heute alles kann. Das Ganze ist eine Initiative der Klimaschutzleitstelle von Hansestadt und Landkreis Lüneburg, mit der Dr. Karina Hellmann künftig eng zusammenarbeiten wird.