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Wenige Minuten dauert die Blutspende selbst, meist weniger als eine Stunde sind insgesamt für eine Blutspende zu investieren. Foto: A/be
Wenige Minuten dauert die Blutspende selbst, meist weniger als eine Stunde sind insgesamt für eine Blutspende zu investieren. Foto: A/be

DRK gehen die Blutspender aus

pet Lüneburg. Treffen kann es jeden und jederzeit. Ein Unfall kann dazu führen, dass ein Patient dringend Blut benötigt, eine Krebs- ebenso wie eine Herz- oder Magenerkrankung oder Komplikationen bei einer Geburt. Aber das Deutsche Rote Kreuz (DRK), über das in Deutschland die meisten Blutspenden laufen, schlägt Alarm: Die Menge des gespendeten Blutes sinkt von Jahr zu Jahr.

„Es sind vor allem die 30- bis 40-Jährigen, die uns mehr und mehr fehlen“, berichtet Sandra Mendel, Ehrenamtsbeauftragte des DRK-Kreisverbands Lüneburg. Das bestätigt eine Zahl, die der DRK-Landesverband errechnet hat: Danach ist die Zahl der Blutspender unter 40 Jahren in den letzten Jahren um 40 Prozent zurückgegangen.
Auf der anderen Seite, so Mendel, würden die langjährigen treuen Spender nach und nach zu alt, um spenden zu dürfen. Dabei ist das Potenzial der möglichen Blutspender in Deutschland gewaltig: Rund 40 Prozent der Menschen dürften spenden vier Prozent tun es.

Auf die Entwicklung habe man bereits reagiert, berichtet Sandra Mendel. Etwa durch die Verlängerung vieler Blutspendetermine bis auf 20 Uhr, „damit auch mehr Berufstätige kommen können“. Und auch das Höchstalter für Blutspender wurde kürzlich von 69 auf 73 Jahre angehoben. Und wenn die Ärzte vor Ort ihre Zustimmung geben, könne in Ausnahmefällen auch darüber hinaus gespendet werden.

Trotzdem kamen auch im Mai dieses Jahres weniger Blutspender zu den Terminen: Im Bereich der Blutspendedienste Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bremen waren es 15 Prozent weniger als geplant allein für diese Zeit fehlen 2000 Blutspenden. „Sehr angespannt“, so Sandra Mendel, ist die Lage speziell bei den Blutgruppen „0 Rhesus negativ“ und „0 Rhesus positiv“ Träger dieser Blutgruppen vertragen nur Spenden genau dieser Blutgruppe.

Die Zahlen des DRK-Landesverbandes decken sich mit denen, die in den letzten Jahren im Landkreis Lüneburg errechnet wurden: Während 2013 zu 132 Blutspendeterminen noch 12356 Spender kamen, waren es 2014 bei 128 Terminen 11077 Spender und im vergangenen Jahr bei 121 Terminen nur noch 10981 Spender. Oder umgerechnet auf die gespendete Gesamtmenge: Von 6600 Litern in 2013, sank die Menge auf 5500 Liter in 2014 und 5450 Liter in 2015. 25 Ortsvereine in Stadt und Kreis laden regelmäßig zu Blutspendeterminen ein.

Die Verantwortlichen beim Deutschen Roten Kreuz, auch im Kreisverband Lüneburg, denken intensiv über weitere Möglichkeiten nach, den negativen Trend zu stoppen, sagt Sandra Mendel. So gebe es Überlegungen, nach den Sommerferien zusätzlich zu den geplanten Terminen weitere Termine anzusetzen. Und auch Ortsvereinen, die Probleme haben, eigene Blutspendetermine personell zu besetzen, könnte künftig Hilfestellung gegeben werden. Dies hatte kürzlich beim Termin in Marschacht gut geklappt.

Blutspende-Termine

  • Donnerstag, 16. Juni, 15 bis 20 Uhr: Kirchgellersen (Grundschule, Einemhofer Weg).
  • Mittwoch, 22. Juni, 14 bis 19 Uhr: Lüneburg (BurgerKing, Auf den Blöcken – das Blutspendemobil kommt).
  • Donnerstag, 23. Juni, 10.30 bis 16.30 Uhr: Lüneburg (Leuphana Universität, Vamos, Scharnhorststraße).
  • Freitag, 24. Juni, 16 bis 20 Uhr: Melbeck (Feuerwehrhaus, Uelzener Straße).
  • Mittwoch, 29. Juni, 15.30 bis 20 Uhr: Adendorf (Rathaus, Am Rathausplatz).
  • Donnerstag, 30. Juni, 15.30 bis 20 Uhr: Bleckede (Bleckeder Haus, Schützenweg)
Eine Stunde Zeit, um Leben zu retten

  • Der Vorgang der Blutspende selbst dauert nur wenige Minuten. Für den Aufenthalt im Blutspendelokal, vom Empfang über die Untersuchung und Spende bis hin zur Ausruhphase, ist etwa eine Stunde zu veranschlagen.
  • Voraussetzung für eine Spende ist auf jeden Fall, dass sich der Spender, ob Neuling oder Routinier, gesund fühlt. Mitgebracht werden muss von Neuspendern der Personalausweis, später der Blutspendeausweis.
  • Die erste Spende beginnt mit der Aufnahme in die Spenderdatei, der Registrierung und der ärztlichen Untersuchung. Erstspender werden ausführlich informiert und beraten.
  • Während der Spende selbst wird ein halber Liter Blut abgenommen. Anschließend gibt es die Möglichkeit, sich zu erholen, dazu gibt es bei allen Spendenterminen Getränke und in der Regel ein reichhaltiges Büfett, zubereitet von den ehrenamtlichen DRK-Kräften, und zwar kostenlos.
  • Blutspender, die zum ersten Mal kommen, dürfen zwischen 18 und 65 Jahre alt sein.
  • Das abgenommene Blut wird im Labor untersucht. Sollten auffällige Befunde auftreten, die ein Hinweis auf Krankheiten sein können, werden die Spender informiert.
  • Nach etwa drei Wochen kommt der Unfallhilfe- und Blutspender-Pass ins Haus. In diesem Pass sind alle wichtigen Angaben zur Person des Spenders hinterlegt – er soll immer bei sich getragen werden. Im Falle eines Unfalls oder einer Transfusion aus anderen Gründen kann er wertvolle Zeit sparen.