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Das Bohrteam ist dieser Tage erneut am Wienebütteler Weg vor Vögelsen im Einsatz. Foto: be
Das Bohrteam ist dieser Tage erneut am Wienebütteler Weg vor Vögelsen im Einsatz. Foto: be

Coca Cola bohrt für den Durst

us Lüneburg. Zwei Grundwasserbrunnen betreibt die Coca Cola Erfrischungsgetränke GmbH in Lüneburg bereits, ein dritter soll folgen. Weil der Markt für das Lüneburger Mineralwasser „Vio“ brummt und das Unternehmen mit neuen Geschmacksvariationen auf noch mehr durstige Kunden hofft, muss der Mineralwasserabfüller, wie berichtet, rechtzeitig für Nachschub sorgen. Wo der neue Brunnen gebohrt werden soll, wird derzeit durch Messstellen erkundet. Die Gemeinde Vögelsen stimmte jetzt der Bohrung für eine solche Messstelle auf ihrem Gebiet zu.

„Für uns ist die Einrichtung einer Messstelle von Vorteil, weil wir dadurch Einsicht in die Erkundungsdaten nehmen können“, erklärte Vögelsens Bürgermeisterin Silke Rogge nach der Sitzung des Verwaltungsausschusses. Dazu werde man in Kürze mit dem Unternehmen den erforderlichen Gestattungsvertrag abschließen. An der Sitzung des Ausschusses hatte auch der Projektleiter der Coca Cola Erfrischungsgetränke GmbH, Dieter Reckermann, teilgenommen und das Vorhaben erläutert.
Eingerichtet werden soll die Messstelle in Vögelsen am Brockwinklerweg in Höhe des Grünstreifens südlich des Dachsrings, in drei bis vier Wochen will das Unternehmen starten. Wie bereits an den vorangegangenen Messstellen Am Wienebütteler Weg, am Parkplatz des Nordfriedhofs sowie am Brockwinkler Weg in Lüneburg sollen auch hier drei bis zu 250 Meter tiefe Aufschlussbohrungen ausgebracht werden. „Mit den Messstellen wollen wir die geologischen Formationen in dem in Frage kommenden Gebiet und die Wasserqualität erkunden“, erläutert Reckermann das Vorhaben.

Zwar lägen erste Bohrergebnisse bereits vor, die aber reichten noch nicht aus, um eine Entscheidung zu treffen, wie Reckermann erklärt. Deshalb sollen je nach Bedarf weitere Messstellen in Oedeme an der Straße Auf der Höhe auf der Freifläche zwischen Wohnbebauung und Gut Schnellenberg sowie an der Kreisstraße 36 zwischen Rettmer und Heiligenthal in der Nähe der Einmündung der Straße Im Dorf in Angriff genommen werden. „Wir machen diese Bohrungen aber von den voran gewonnenen Ergebnissen abhängig“, sagt Reckermann.

Mit einem Ergebnis rechnet Reckermann in acht bis zehn Wochen, dann soll klar sein, wo der dritte Vio-Brunnen gebohrt werden soll. Ob noch ein vierter folgt, hänge von der weiteren Entwicklung ab. Jetzt gehe es zunächst darum, die Voraussetzungen für eine unterbrechungsfreie Produktion zu sichern. „Im Aufbau einer Marke macht es schon Sinn, möglichst viele Ausfallsicherheiten zu haben“, sagt der Projektleiter.

Auch nach einer Entscheidung für einen Bohrstandort sollen die Messstellen zur Kontrolle des Grundwasserspiegels erhalten bleiben. Zuvor aber muss das Unternehmen einen Antrag auf Wasserentnahme-Erlaubnis stellen, mit dem ein separates wasserbehördliches Verfahren eröffnet wird. Dieses sieht unter anderem eine Öffentlichkeitsbeteiligung vor.