Aktuell
Home | Lokales | Die Mauer muss weg
Die Mauer an der Herberge ist baufällig und nur noch in Teilen zu retten, davon geht der Herbergsverein aus. Eine Sanierung ist geplant. Foto: t&w
Die Mauer an der Herberge ist baufällig und nur noch in Teilen zu retten, davon geht der Herbergsverein aus. Eine Sanierung ist geplant. Foto: t&w

Die Mauer muss weg

ca Lüneburg. Anwohner und Arbeitskreis Lüneburger Altstadt (ALA) wollen die Mauer an der ehemaligen Kettenstrafanstalt retten, doch Michael Elsner sieht dafür nur begrenzte Chancen. Der Geschäftsführer des Herbergsvereins sagt, dass man die Mauer Beim Benedikt und Sülzwall am Fuße des Kalkbergs wohl abtragen und neu aufmauern muss. Das sei das Resümee, nachdem sich ein Architekt, ein Statiker und ein Fachbetrieb vor Ort umgeschaut, das Mauerwerk sehr genau in Augenschein genommen hätten.

Wie berichtet, ist die Mauer baufällig. Schon im vergangenen November hatte Elsner erklärt, eine Sanierung werde mit Kosten von rund 200.000 Euro veranschlagt, ein Neubau sei für die Hälfte zu haben. Anwohner um Dr. Felix Abraham hatten rund 100 Unterschriften für den Erhalt der alten Begrenzung gesammelt, zudem Geldspenden in namhafter Größe in Aussicht gestellt. Auch der ALA möchte einen Zuschuss geben. In entsprechende Gespräche ist auch die Denkmalschutzbehörde der Stadt eingebunden.

Elsner verweist auf die Aussage der Fachleute, die auch das Fundament freigelegt haben. Danach ist der Sockel aus Natursteinen weiterhin tragfähig. Von den Ziegelsteinen seien einige zu retten. Die Idee ist nun, auf den Sockel eine Mauer aus alten und neuen Steinen zu setzen. Details und auch die Finanzierung müssten unter anderem mit der Stadt geklärt werden.

Die Kettenstrafanstalt entstand zwischen 1837 und 1841. Dort waren Sträflinge untergebracht, die im Kalkbruch Steine schlagen mussten. Neben dem Zellentrakt wurde ein Haus errichtet, in dem Büros und Werkstätten lagen.

Der Gipsabbau wurde 1921 eingestellt, die Sträflinge wurden in Celle untergebracht. Später diente der Block als Jugendherberge und Flüchtlingsunterkunft. Seit 1968 nutzt ihn der Herbergsverein, der ihn zwischenzeitlich neuen Bedürfnissen anpasste.

Mehr dazu:

Herbergsverein: Einsatz für alte Mauer

Mauerwelten: bunte Lückenfüller für altes Bollwerk +++ mit Video