Aktuell
Home | Lokales | Planungabschluss für Brücke ein Jahr nach Aus
6954797.jpg

Planungabschluss für Brücke ein Jahr nach Aus

lk/eb Lüneburg. Das Aus aus finanziellen Gründen hatte der Lüneburger Kreistag bereits im Sommer 2015 beschlossen, doch das planerische Ende der Elbbrücke bei Neu Darchau folgt erst jetzt. Die Kreisverwaltung hat die landesplanerische Feststellung als Schlusspunkt des Raumordnungsverfahrens vorgelegt. Das 66-seitige Dokument liegt nun öffentlich aus oder kann online eingesehen werden unter www.landkreis-lueneburg.de/landesplanerische-feststellung.

In der landesplanerischen Feststellung wurde untersucht, wo genau der Verkehr am besten entlang geführt werden sollte — nicht die Notwendigkeit einer Brücke an sich oder der Standort Darchau/Neu Darchau. Neben den verschiedenen Trassenvarianten wurden auch der Naturschutz und der Schutz der Bevölkerung unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Beim Bau einer Brücke wäre eine Umfahrung des Ortes Neu Darchau die beste Lösung, Deich und Ortsumfahrung müssten abschnittsweise auf einer gemeinsamen Linie liegen, die Planungen also miteinander verschmelzen.

Eine solche Ortsumfahrung hatte die Kreisverwaltung 2005/2006 im ersten Planfeststellungsverfahren aus Kostengründen abgelehnt — gegen den Vorschlag der Gemeinde Neu Darchau. Die Gemeinde klagte und gewann 2007 vor dem Oberverwaltungsgericht.

Aus einer Kostenermittlung Anfang 2015 ging hervor, dass sich die ursprünglich geschätzten 45 Millionen Euro Bau- und Planungskosten für eine Elbbrücke bei Neu Darchau auf fast 60 Millionen Euro erhöhen würden. Für den Landkreis Lüneburg hätte das zum Zeitpunkt des Kreistagsbeschlusses im Juli 2015 bereits einen Anstieg des Eigenanteils von anfangs 9,25 Millionen Euro auf 29,25 Millionen Euro bedeutet.

Bis zum Bau der Brücke wäre wegen weiter steigender Kosten mit einem noch höheren Eigenanteil des Kreises zu rechnen. Damit würde der Bau einer kommunalen Elbbrücke die finanziellen Möglichkeiten des Kreises erheblich übersteigen.

Kritiker vor allem aus den Reihen der CDU hatten immer wieder moniert, dass die Kosten erst am Ende eines Planfeststellungsverfahrens exakt zu beziffern seien — wesentliche Grundlage für eine solide Finanzierung und das Einwerben von Fördermitteln. Weitere Vorwürfe Richtung Kreisverwaltung: Finanzierungs- und Planungsalternativen seien nicht hinreichend geprüft worden.

Die landesplanerische Feststellung beruht auf einer komplexen Abwägung vieler Aspekte. Im Biosphärenreservat stehen Umweltbelange ganz oben auf der Prioritätenliste. Nach dem Elbehochwasser 2013 hat der geplante Hochwasserschutz für Neu Darchau die Planung stark beeinflusst.

Dieser Hochwasserschutz und der Schutz der Menschen gaben den Ausschlag, den Verkehr nicht durch die Ortslage Neu Darchau zu führen, sondern eine alternative Trasse zwischen Neu Darchau und Katemin hindurch zu wählen. Eine Umsetzung wäre rechtlich nur möglich, wenn auf Umweltbelange durch umfangreiche Schutzmaßnahmen Rücksicht genommen würde, die in der landesplanerischen Feststellung benannt werden. Die nun veröffentlichte landesplanerische Feststellung hat eine Geltungsdauer von zehn Jahren.

Mehr zum Thema Brücke:

Wunsch nach Brücke lebt

Elbbrücke: Busemann schürt Hoffnung

Brücke entzweit Bürger am Strom

Aus für Brückenpläne: Tränen der Wut und der Freude

Brücken-Aus vor den Ferien?

Über diese Brücke wirst du nicht gehen…

Elbbrücke: Suche nach Quelle des Geldes

Elbbrücken-Aus: CDU und Förderverein stellen sich quer

2 Kommentare

  1. Der Bau dieser Brücke ist mehr als überfällig!!!

  2. Für den Bürger ist kein Geld da. Brav Steuern zahlen und das Maul halten. Wie die Arbeitnehmer aus Amt Neuhaus jeden Tag zur Arbeit kommen ist der Politik egal.