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Gemeinsam stark! Das Motto der Sportveranstaltung entsprach auch dem Gefühl der nach Hannover gereisten Lüneburger Gruppe. Foto: nh
Gemeinsam stark! Das Motto der Sportveranstaltung entsprach auch dem Gefühl der nach Hannover gereisten Lüneburger Gruppe. Foto: nh

Lebenshilfe: Gemeinsam stark in Hannover

us Lüneburg. „Wir haben die Getränke nur so rausgeknallt!“ Stephan Schenke bekommt bei seinen Erzählungen von seinem Einsatz bei den Special Olympics Deutschland noch immer leuchtende Augen. „Ich habe vor Freude fast geweint“, bekennt der 37-jährige Bewohner des Wohnheims Klosterkamp der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg. Er war einer von zwölf Lüneburgern, die bei den Sportwettkämpfen für Menschen mit geistiger Behinderung in der Niedersachsen-Metropole als ehrenamtliche Helfer in der vergangenen Woche im Einsatz waren.

4800 Athleten sind gemeinsam stark

„Es war eine tolle Erfahrung, für alle“, berichtet Ursula Eggers. Die 65-Jährige gehörte zu den vier mit nach Hannover gereisten Betreuerinnen, wo 4800 Athleten, unter ihnen auch 350 Teilnehmer ohne Behinderung, unter dem Motto „Gemeinsam stark!“ in 18 Sportarten und wettbewerbsfreien Angeboten ihr Bestes gaben.

Rund 14000 Teilnehmer waren zu der sportlichen Großveranstaltung gereist, neben den Athleten auch Familienangehörige, Trainer, Betreuer und mehr als 2200 freiwillige Helfer. Ein Ereignis, das auch bei den Lüneburgern Eindruck hinterließ: „Es hat richtig Spaß gemacht“, erzählt Wohnheim-Bewohnerin Brigitte Mai und präsentiert stolz ihr rotes T-Shirt, ein dazu passendes Base-Cap und die Teilnehmer-Schleife, die sie als eine der ehrenamtlichen Helferinnen auswies.

Bereits am Montag war die Lüneburger Gruppe acht Wohnheim-Bewohner und vier ehrenamtliche Betreuerinnen mit dem Zug nach Hannover gereist. „Allein die Fahrt dorthin war schon ein Erlebnis. U-Bahn und Rolltreppe waren für einige aufregend neu“, erzählt Britta Habenicht, bei der Lebenshilfe in Lüneburg für den Bereich Ehrenamt zuständig. Quartier hatten sie in zwei angemieteten Appartments bezogen, es wurde gemeinsam gekocht und bis in die Nacht erzählt. „Alle waren total aufgekratzt.“

Einsatz auf allen Ebenen

Vormittags ging es dann zu den Helfer-Einsätzen bei den Wettkämpfen. Während einige die Athleten am Getränkestand am Stadionbad mit erfrischendem Nass versorgten, waren andere beim Parcours der wettbewerbsfreien Angebote eingesetzt, hakten die Laufkarten ab oder halfen bei der Siegerehrung. Die Nachmittage standen zur freien Verfügung, am Freitag ging es dann wieder zurück nach Lüneburg.

Mit von der Partie war auch Clara Schoor. Die Studentin der Umweltwissenschaften an der Uni Lüneburg fand die Idee der gemeinsamen Aktion gut und zeigte sich beeindruckt von der Gruppe, die sie als Betreuerin begleitete: „Da war viel Eigenständigkeit, hätte ich so nicht erwartet.“

Für Britta Habenicht zählte aber nicht nur das gemeinsame Erlebnis dieser Reise: „Einige haben zum ersten Mal die Erfahrung gemacht, dass sie auch für andere etwas tun können. Diese Rolle kennen sie sonst nicht.“ Stephan Schenke freut sich auch schon auf die nächsten Special Olympics, er will unbedingt wieder dabei sein. Dass er dafür wieder seinen Urlaub opfern muss, stört ihn nicht: „Die Leute sind alle so nett da.“