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Riesig war am Sonntagnachmittag der Andrang am neuen Kurhaus in Bad Bevensen und rund herum. Foto: bbm/nh
Riesig war am Sonntagnachmittag der Andrang am neuen Kurhaus in Bad Bevensen und rund herum. Foto: bbm/nh

Bad Bevensen eröffnet Kurhaus

pet Bad Bevensen. Jetzt können sie alle kommen: Die Grand-Prix-Stars „Wind“, Rüdiger Hoffmann, Die zwölf Tenöre, Jörg Knör, The Glory Gospel Singers, die irischen „Dance Masters“ und viele nationale und internationale Stars mehr. Auftreten können sie im neuen Kurhaus von Bad Bevensen, das am Wochenende drei Tage lang eingeweiht und ausführlich begutachtet wurde. „Modern, ökologisch und technisch auf der Höhe“, schwärmte Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller von dem Bau, der zwei Jahre nach dem Abriss des alten Kurhauses fertig war.

Der große Moment (v. l.): Architekt Thomas Strauch-Stoll, Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller, Staatssekretärin Daniela Behrens, Landrat Dr. Heiko Blume und Bad Bevensens Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer eröffnen das Kurhaus. Foto: bbm/nh
Der große Moment (v. l.): Architekt Thomas Strauch-Stoll, Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller, Staatssekretärin Daniela Behrens, Landrat Dr. Heiko Blume und Bad Bevensens Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer eröffnen das Kurhaus. Foto: bbm/nh

Viel Rauch und Spots, die Geschichte des Ortes im Bild, Musik von den Lüneburger Symphonikern, die Ballettschule Wojtasik aus Lüneburg die Macher der Bad Bevensen Marketing um Geschäftsführer Björn Eichner und Veranstaltungsleiter Gerhard Kreutz hatten für die offizielle Eröffnung vor geladenen Gästen einiges aufgeboten.
Für den verhinderten Wirtschaftsminister Olaf Lies war Staatsekretärin Daniela Behrens am Sonnabend zur offiziellen Einweihung gekommen. „Die Stadt Bad Bevensen ist schon bisher der touristische Mittelpunkt im Landkreis Uelzen gewesen. Mit dem wunderbaren neuen Kurhaus hat die Stadt jetzt ein weiteres Highlight, das ganz sicher die Anziehungskraft noch einmal erhöhen wird“, lobte sie.

Tourismus wird unterschätzt

Behrens hob die Bedeutung des Fremdenverkehrs für Niedersachsen hervor. Der Tourismus sei „eine unterschätzte Branche“ erklärte sie und wies auf einen landesweiten Jahresumsatz von 15 Milliarden Euro in diesem Bereich hin. Davon, dass die Besucherzahl von 88000 jährlich für Bad Bevensen „demnächst übertroffen wird“, ist Behrens überzeugt.

Die Staatssekretärin: „Ich freue mich zu sehen, wie sich Bad Bevensen konsequent weiterentwickelt. Die Stadt setzt auf qualitativ hochwertige Angebote im Gesundheitstourismus und erhöht so die Attraktivität des Kurortes das zahlt sich aus.“ Neben der Förderung für das Kurhaus habe die Stadt Bad Bevensen seit 2010 bereits rund neun Millionen Euro Fördermittel erhalten und kontinuierlich in Umbau- und Modernisierungsprojekte investiert, so Behrens. So wurden der Kurpark und die Fußgängerzone barrierefrei ausgebaut sowie das Thermalbad erweitert.

Bürgermeister Martin Feller bedankte sich für die Unterstützung von Land und Landkreis Uelzen. „Dadurch wurde es uns möglich, auch in schwierigen Zeiten zu investieren“, sagte er mit Blick auf die Verschuldung der Kommune. Feller wies auch auf die Transparenz bei Planung und Bau hin. Jede Entscheidung sei im Vorfeld mit den Bürgern diskutiert worden, Veränderungen habe man zeitnah veröffentlicht: „Wir wollten von Anfang an die Bürger mitnehmen und ich denke, es ist uns gelungen.“
Uelzens Landrat Dr. Heiko Blume freute sich, dass mit der Eröffnung des Kurhauses „das Ensemble“ aus Kulturzentrum und Jod-Sole-Therme wieder komplett zur Verfügung steht: „Das Herz Bad Bevensens schlägt wieder. Und das kräftiger als je zuvor.“ Die Grüße der Dreikönigskirchengemeinde, die Ersatz-Gastgeber für manche Veranstaltung der letzten Jahre gewesen war, überbrachte Pastor Hermann-Georg Meyer.

Gästeansturm

Wie viele tausend Bevenser, aber auch Gäste aus dem Umland, sich dann am Sonntag das neue Kurhaus angesehen haben, das wagte Veranstaltungsleiter Gerhard Kreutz erst überhaupt nicht zu beziffern. „Die rennen uns hier die Bude ein“, meldete er Sonntagnachmittag. Mehr als 15000 Besucher, lautete dann die Schätzung am Abend.
Von 10 Uhr bis zum späten Nachmittag hatten die Bevenser Macher ein Programm für das Kurhaus und das Umfeld zusammengestellt vom Lüdersburger Shanty-Chor über den Volkstanzkreis Deutsch Evern und den Jelmstorfer Musikzug und die „Salonlöwen und ihre Hupfdohlen“ bis hin zu zahlreichen Lesungen.

Schon zum „Pre Opening“ am Freitagabend hatte unter andem das Duo Judith und Mel den Kursaal zum ersten Mal gefüllt, ein volles Haus gab es auch am Sonnabend zur Show mit den Hits von Udo Jürgens.

Wandelbares Kurhaus

Für insgesamt 5,9 Millionen Euro ist in den vergangenen zwei Jahren das neue – und inklusionsgerechte – Bad Bevenser Kurhaus entstanden. Herzstück ist der Kursaal mit der 82 Quadratmeter großen Bühne, der für Konzerte und Aufführungen mit bis zu 500 Plätzen bestuhlt werden kann. Der Clou: Bei schönem Wetter kann die Rückwand der Bühne geöffnet werden, dann wird der Außenvorplatz mit ebenso vielen Plätzen bestuhlt und das Kurhaus wird zur Freiluftbühne.

Neben dem Kursaal gibt es ein 380 Quadratmeter großes Foyer, das auch Aufenthaltsmöglichkeiten für Gästegruppen bietet. Zwei angrenzende Seminarräume von 80 und 100 Quadratmetern Größe mit mobiler Trennwand können für Tagungen, Lesungen aber auch kleinere Konzerte genutzt werden.

Integriert in das neue Kurhaus ist auch die Touristen-Information. Von den 5,9 Millionen Euro Baukosten hat das Land Niedersachsen drei Millionen Euro übernommen, mit einer Million Euro ist der Landkreis Uelzen bei den Kosten dabei. Den Rest finanziert die Stadt Bevensen. pet