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Sigrid Vossers übernimmt am 1. September den Posten der Kreisrätin im Lüneburger Kreishaus. Die 44-jährige Juristin ist für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Foto: be
Sigrid Vossers übernimmt am 1. September den Posten der Kreisrätin im Lüneburger Kreishaus. Die 44-jährige Juristin ist für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Foto: be

Vossers einstimmig zur Kreisrätin gewählt

kre Lüneburg. „Hoch qualifiziert, aufgeschlossen, sehr kompetent — und dabei auch noch ausgesprochen charmant und sympathisch…“ Sprecher aller Parteien und Fraktionen überboten sich geradezu mit Komplimenten. Das vielfache Lob galt einer einzigen Frau — Sigrid Vossers, die am Montag vom Kreistag einstimmig bei drei Enthaltungen der Grünen zur neuen Kreisrätin gewählt wurde. „Kritik“ musste sich, wenn überhaupt, nur Landrat Manfred Nahrstedt anhören. Der habe den Personalvorschlag mit „zu wenig Empathie vorgetragen“, befand Gisela Plaschka (FDP).

Einstimmig gewählt

Ein Vorwurf freilich, mit dem der Landkreischef wohl sehr gut leben kann. Schließlich hatte es noch vor einigen Monaten alles andere als nach einem Happyend, eher nach einer Blamage für den Landrat ausgesehen. Die Suche nach einer geeigneten Nachfolgerin für Monika Scherf als neue Kreisrätin erwies sich als zäh. Die Ausschreibungsfrist musste verlängert, die Stelle sogar überregional ausgeschrieben werden. Nötig war dieser Schritt geworden, weil der Kreistag im vergangenen Oktober der bisherigen Amtsinhaberin Monika Scherf mit rot-grüner Stimmenmehrheit den Stuhl vor die Tür gesetzt hatte. Am Ende lagen schließlich 34 Bewerbungen vor — auch die von Sigrid Vossers. Und das eher durch einen Zufall: „Eine Kollegin hatte mich auf die Ausschreibung aufmerksam gemacht, aktiv gesucht hatte ich nicht“, betont die 44-jährige Juristin und Mutter von drei Kindern.

Doch bei den anschließenden Vorstellungsgesprächen — auch in den Fraktionen — überzeugte Vossers. Mit ihrem Amtsantritt am 1. September verbunden ist laut SPD-Fraktionschef Franz-Josef Kamp auch die Hoffnung, „dass die Probleme, die es in einigen Fachbereichen zweifellos gibt, behoben werden können“. Der Sozialdemokrat ist sich sicher: „Mit dem Amtsantritt von Frau Vossers bekommen wir Qualität ins Haus!“

Amtsantritt am 1. September

„Sie ist mit Abstand die beste Kandidatin“, zeigte sich auch Gisela Plaschka (FDP) begeistert. Und Kreistagsvorsitzender Heinz Fricke (SPD) merkte an: „Bei so viel Lob und Zustimmung brauchen wir bald keine Abstimmung mehr.“ Die erfolgte, weil formal und gesetzlich vorgeschrieben, dann natürlich doch — mit dem bekannten Ergebnis.

Sigrid Vossers bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen, betonte, dass sie sich auf die Arbeit in Lüneburg freue und skizzierte auch schon erste Ideen ihrer künftigen Arbeit: Ähnlich wie in Hamburg, wo sie bislang das Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt im Bezirksamt Wandsbek führte, kann sie sich auch in Lüneburg eine Beratung für Bauherren als ein dem Bauantrag vorgeschaltetes Verfahren vorstellen. Das Gespräch sei zwar unverbindlich, erfülle aber das Bedürfnis der Bürger nach Informationen und helfe Enttäuschungen zu verhindern, sagte die parteilose Juristin.