Aktuell
Home | Lokales | Eine Frage des Klimas
Blitz und Donner über Lüneburg. Von Unwettern soll auch die Region öfter heimgesucht werden. SPD und Grüne wollen nun ein neues Klimagutachten für die Stadt. Foto: nh/roemer
Blitz und Donner über Lüneburg. Von Unwettern soll auch die Region öfter heimgesucht werden. SPD und Grüne wollen nun ein neues Klimagutachten für die Stadt. Foto: nh/roemer

Eine Frage des Klimas

as Lüneburg. Wie und wo sollen künftig Wohngebiete oder Gewerbegebiete entstehen? Welche Grünflächen sollen erhalten bleiben? Wie die Infrastruktur aussehen? Um all diese Fragen für die städtebauliche Entwicklung von Lüneburg beantworten zu können, „bedarf es eines Klimagutachtens für die ganze Stadt“, sagen SPD-Fraktionschef Klaus-Dieter Salewski und Ulrich Blanck, Fraktionschef der Grünen im Stadtrat. In einem Antrag zur nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 23. Juni, beauftragen sie die Verwaltung, ein solches Klimagutachten auf den Weg zu bringen und den Flächennutzungsplan zu aktualisieren. Die notwendigen Finanzmittel dafür sollen im Etatplan für 2017 berücksichtigt werden.

Wie berichtet, hat die Stadt ein Büro beauftragt, im Zusammenhang mit dem geplanten Neubaugebiet „Am Wienebütteler Weg“ ein Klimagutachten für einen Teilbereich der Stadt zu erstellen. Erste Ergebnisse wurden im vergangenen Bauausschuss vorgestellt. Dabei ging es auch um die Frisch- und Kaltluftversorgung der Stadt. Ein Fazit des Gutachters: Die Belüftung der Innenstadt erfolgt durch verschiedene Gebiete. Auch mit Blick darauf, dass die Stadt Wohnraum schaffen will und muss, kündigten Salewski und Blanck noch im Ausschuss an, dass ein Klimagutachten für die ganze Stadt erstellt werden müsse.

Das Klimagutachten solle Grundlage sein, „wo man künftig bauen und gestalten kann“, sagt der SPD-Fraktionschef. Es soll nicht nur den Ist-Zustand des Klimas in der Hansestadt untersuchen, sondern auch den Blick in die Zukunft ermöglichen. Von den Erkenntnissen könnten dann Handlungsoptionen für die städtebauliche Entwicklung abgeleitet werden, sind sich die beiden Politiker einig. Darüber hinaus könnte es aber auch zur Folge haben, „dass zum Beispiel umweltfreundliche Verkehrsmittel oder ein weiterer energetischer Wandel forciert werden müssen“, macht der SPD-Politiker deutlich.

Überlebt habe sich auch der bestehende Flächennutzungsplan, sagt Ulrich Blanck. Der stammt von 1981. In ihm ist grob festgeschrieben, wo Wohn- sowie Gewerbegebiete möglich sind und wie die Infrastruktur aussehen soll. „Die Rahmenbedingungen und die Anforderungen für das, was Stadt als Lebensraum leisten muss, sind damals gänzlich anders gewesen als heute“, so Blanck. Zwar habe es Änderungen in Teilbereichen gegeben, aber nun sei es Zeit für eine komplette Aktualisierung. „Denn wir verstehen den F-Plan als wichtiges Handlungsinstrument der Verwaltung und Politik für die künftige Entwicklung unserer Stadt.“ Für die ist außerdem der Landschaftsplan wichtig, der Frei-, Wald- und Naturschutzflächen aufgezeigt und ökologische Grundlage für die Bauleitplanung ist. Die Stadt ist zurzeit dabei, diesen auf den Weg zu bringen.

All das soll zusammengebracht werden, „um eine hohe Lebensqualität in unserer Stadt zu sichern“, sagt Salewski. Der Grünenchef betont: „Wir wollen qualitatives Wachstum, was auch ökologisch vertretbar ist.“ Beide sind sich einig, dass das Erstellen des Klimagutachtens sowie die Erneuerung des F-Planes ein langwieriger Prozess sein wird. Aber auch mit Blick auf die Klimaveränderungen sei es wichtig, dass Lüneburg auf lokaler Ebene einen weiteren Beitrag leiste.

Elektromobilität fördern

Im Zeichen des Klimaschutzes stehen auch zwei weitere Anträge der rot-grünen Mehrheitsgruppe. Mit Blick auf die vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachte Förderung der Elektromobilität plädiert die Gruppe dafür, dass „besonders im Bereich von öffentlichen Einrichtungen wie Klinikum oder Parkhäusern eine Ladeinfrastruktur für E-Bikes und/oder Elektroautos bereitgestellt“ werden soll. Ferner sollen bei der Ersatz- oder Neubeschaffung von Fahrzeugen der Stadt und ihrer Gesellschaften vermehrt Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen. Auch soll die Stadt prüfen, ob und wie das StadtRAD-Projekt erweitert werden kann.

One comment

  1. „…„bedarf es eines Klimagutachtens für die ganze Stadt“, sagen SPD-Fraktionschef Klaus-Dieter Salewski und Ulrich Blanck, Fraktionschef der Grünen im Stadtrat.“ – Jo! Kostet zwar wieder eine Menge Geld, aber die Stadt hat es ja in Hülle und Fülle.

    „Beide (Herr Salewski SPD und Herr Blanck von den Grünen) sind sich einig, dass das Erstellen des Klimagutachtens sowie die Erneuerung des F-Planes ein langwieriger Prozess sein wird.“ – Oh ja. Die Behördenmühlen malen manchmal sehr langsam. Und wenn sie fertig sind muss man oft von vorne anfangen, weil alles längst überholt ist. Glück auf!

    „Aber auch mit Blick auf die Klimaveränderungen sei es wichtig, dass Lüneburg auf lokaler Ebene einen weiteren Beitrag leiste.“ – Über 80 Mio Bundesbürger werden den Lüneburger Lokalpolitikern dankbar dafür sein. – Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

    „Darüber hinaus könnte es aber auch zur Folge haben, „dass zum Beispiel umweltfreundliche Verkehrsmittel oder ein weiterer energetischer Wandel forciert werden müssen“, macht der SPD-Politiker (Herr Salewski) deutlich.“ – Juchu! Entlich bekommt Lüneburg vielleicht ein gut ausgebautes Strassenbahnnetz. Das wünsche ich mir schon lange. Bestimmt mit einer Sonderlinie zum Museum und Libeskindbau.