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Wer ist mit dem Tuberkulose-Bakterium in Kontakt gekommen? Sabine Meyer-Olbersleben (l.) vom Kreisgesundheitsamt nimmt Ilona Silkeit eine Blutprobe ab. Die Pädagogin sagt: Ich habe als Fachlehrerin unter anderem in der 8 b unterrichtet. Foto: be
Wer ist mit dem Tuberkulose-Bakterium in Kontakt gekommen? Sabine Meyer-Olbersleben (l.) vom Kreisgesundheitsamt nimmt Ilona Silkeit eine Blutprobe ab. Die Pädagogin sagt: Ich habe als Fachlehrerin unter anderem in der 8 b unterrichtet. Foto: be

Zweiter Fall von Tuberkulose an Schule

kre Dahlenburg. Knapp 100 Eltern waren am Montagabend in die Aula der Oberschule in Dahlenburg gekommen. Wenige Tage vor Schulende und dem Start in die großen Ferien. Doch der Grund der Zusammenkunft ist brisant: Vor wenigen Wochen war bei einem Kind eine Tuberkulose-Erkrankung festgestellt worden. Dass am Montagmorgen nun ein weiterer Fall bekannt geworden ist, wenige Stunden vor der Info-Veranstaltung zusammen mit dem Kreisgesundheitsamt, das schockte manche Mütter und Väter merklich. „Als ich hierher gekommen bin, war ich noch ganz entspannt. Aber jetzt muss ich erfahren, dass auch die Klasse meines Sohnes betroffen ist…“, zeigte sich eine Mutter beunruhigt.

Wer ist mit dem Tuberkulosebakterium in Kontakt gekommen? Das will das Kreisgesundheitsamt herausfinden, startete dazu am Dienstag ein große Bluttest-Aktion an der Oberschule. Getestet werden sollen möglichst alle 330 Schüler sowie alle Lehrer und Mitarbeiter der Oberschule. Eine logistische Herausforderung für Schulleitung und Mediziner. Denn auch die Schüler der zehnten Klassen, die ihre Zeugnisse erhalten und bereits entlassen worden waren, wurden noch einmal zum Schulbesuch gebeten. Für einen Bluttest. Die Mensa der Oberschule glich am Dienstag denn auch mehr einer medizinischen Einrichtung denn einem Schulgebäude.

Durchgeführt wurden die Tests von vier Teams des Kreisgesundheitsamtes. Jeder der getestet wurde, musste einige Milliliter Blut abgeben. Für die überwiegende Zahl der Schüler waren die Tests freiwillig. Nicht so für die Mädchen und Jungen aus der 8b, „der Klasse, in der aktuell ein Schüler an Tuberkulose erkrankt ist und im Krankenhaus behandelt wird“, berichtete Schulleiter Ulrich Haase-Mühlner. Verpflichtend untersucht werden seinen Worten zufolge auch die Flüchtlingskinder, die im April/Mai an die Schule kamen und noch nicht überprüft wurden.

Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien per Tröpfcheninfektion übertragen wird und vorwiegend die Lunge befällt. Besonders häufig tritt sie in Entwicklungsländern auf.

Oft lassen sich die Erreger im Auswurf (Sputum) der Patienten nachweisen. Werden Bakterien ausgeschieden, handelt es sich um die „offene“, ansteckende Form der Tuberkulose, erklärte die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Marion Wunderlich (siehe Interview rechts). Solche beim Husten, Niesen oder Sprechen ausgeschiedenen, von mikroskopisch kleinen Speicheltröpfchen umgebenen Tbc-Bakterien sind für andere Menschen hochgradig ansteckend.

Symptome einer Tuberkulose-Erkrankung können laut Dr. Wunderlich länger als drei Wochen anhaltender Husten sein, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, leichtes Fieber, Nachtschweiß, Stechen in der Brust und Kurzatmigkeit.

„Wer keine Symptome zeigt, ist auch nicht infektiös!“

Wie sollen wir uns jetzt verhalten? Gibt es besondere Verhaltensregeln? Fragen, die die Eltern am Montagabend beschäftigten. Doch nicht immer waren die Anwesenden in der Lage, den Ausführungen der Kreisgesundheitsamtschefin zu folgen. „Ich habe kein Medizinstudium, ich verstehe die vielen Fachausdrücke nicht“, rügte eine Mutter. Lüneburgs Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer fasste daher zusammen: „Wer keine Symptome zeigt, ist auch nicht infektiös!“ Im Übrigen, so Dr. Wunderlich, handle es sich auch nicht um Ebola, sondern um eine sich höchst langsam entwickelnde Krankheit, die mit einer Kombination aus verschiedenen Antibiotika gut bekämpft werde könne.

„Was ist, wenn der Test bei meinem Kind Tuberkulose-Antikörper nachweist? Können wir trotzdem in den Urlaub fahren?“, wollte eine besorgte Mutter wissen. „Auf jeden Fall!“, beruhigte Dr. Wunderlich.

Und auch Ulrich Haase-Mühlner hat einen Wunsch: Dass nach den Ferien das Thema erledigt ist und an der Schule wieder Ruhe einkehrt.

2 Kommentare

  1. Laut Aussage des Schulleiters Herrn Haase Mühlner am 17.06 bei der Entlassungsfeier in der Aula gäbe es KEINE Akutfälle! Es sei nur eine Vorsichtsmaßnahmen, damit Ruhe einkehren kann und nach den Ferien der Unterricht ohne Probleme starten kann!

    • Das war auch so. Der akute Fall wurde erst drei Tage später vom Gesundheitsamt an die Schule gemeldet.