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2015 feierte die Neu Darchauer Elbfähre Tanja ihr 25-jähriges Bestehen, ein Jahr später ist es dem Landkreis und den Fährbetreibern erstmals gelungen, eine Ticketlösung für beide Elbfähren zu finden. Foto: A/t&w
2015 feierte die Neu Darchauer Elbfähre Tanja ihr 25-jähriges Bestehen, ein Jahr später ist es dem Landkreis und den Fährbetreibern erstmals gelungen, eine Ticketlösung für beide Elbfähren zu finden. Foto: A/t&w

Kreistag nickt neue Fährtarife ab

off Lüneburg. Grünes Licht für neue Fährtarife im Kreis Lüneburg: Mehrheitlich bei einer Gegenstimme und 14 Enthaltungen hat der Lüneburger Kreistag bei seiner jüngsten Sitzung dem vorgelegten Konzept und einem entsprechenden Vertrag mit den Fährbetreibern zugestimmt. Gelten sollen die Bestimmungen ab 1. September (LZ berichtete). Hauptvorteil der neuen Tarife: Vielfahrer können künftig erstmals eine Jahreskarte für beide Fähren kaufen. Zwei Varianten sollen erhältlich sein ein Kombiticket für ein Auto samt Fahrer (240 Euro) sowie eine Ein-Personen-Jahreskarte (100 Euro).

Subventioniert hat der Kreis die Fährtarife bereits in der Vergangenheit. Pendler auf der Bleckeder Fähre „Amt Neuhaus“ und auf der Neu Darchauer „Tanja“ konnten unter anderem vergünstigte Monatskarten erwerben. Konkret kostete das Ticket 31,50 Euro monatlich für die Bleckeder und 35 Euro für die Darchauer Fähre. Wer sich ab September für die neue Jahreskarte zum einmaligen Preis von 240 Euro entscheidet, spart also jährlich 138 beziehungsweise 180 Euro. Ein weiterer Gewinn: Inhaber des Tickets können flexibel beide Fähren nutzen.

Ersparnis bei Zehnerkarten

Noch stärker als bisher subventionieren wird der Landkreis zudem die Zehner-Karten. „Wie groß die Ersparnis ist, hängt vom jeweiligen Ticket-Modell ab“, erklärte der Erste Kreisrat Jürgen Krumböhmer. Erhöhen wird der Landkreis auch seinen Zuschuss für Gewerbetreibende aus dem Kreis Lüneburg, „sodass sie dank des zusätzlichen Zuschusses der Fährbetreiber künftig einen 45-prozentigen Rabatt in Anspruch nehmen können“. Nicht mehr finanziell gefördert werden in Zukunft die Monatskarten.
Zur Finanzierung der Angebote stellt der Landkreis Lüneburg insgesamt 250000 Euro zur Verfügung, weitere 7000 Euro jährlich sind zur Unterstützung der Fährkosten für Vereine aus der Gemeinde Amt Neuhaus reserviert.

Bei den Kreistagsmitgliedern stießen Konzept und Tarife mehrheitlich auf Zustimmung klar war für die meisten aber auch: Das ist nur ein erster Schritt. Grünen-Fraktionsvorsitzende Petra Kruse-Runge etwa träumt von einer solarbetriebenen Fähre und einer kostenfreien Nutzung. Auch Gisela Plaschka, Fraktionsvorsitzende der FDP, strebt eine grundsätzlich kostenlose Nutzung der Fähre an und konnte sich dabei nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, „dass wir die Elbbrücke hätten angehen sollen“.

Nicht nur Zuspruch

Wenig begeistert zeigte sich von dem Ergebnis der Fähr-Verhandlungen CDU-Mann Wilhelm Kastens. „Das hier ist nicht der große Wurf“, klagte er und erinnerte daran, „dass auch über längere Fahrzeiten der Fähren verhandelt werden sollte, was allerdings nicht gelungen ist“. Martin Gödecke von den Unabhängigen mahnte ebenfalls eine Ausweitung der Fährzeiten an ebenso wie eine kostenlose Nutzung der Fähre für Jugendliche und Kinder. Und auch Frank Stoll von den Linken selbst Fährmann auf der „Tanja“ sieht noch „einige Sachen, die verändert werden könnten“, bedauerte außerdem, dass das Fährpersonal nicht stärker in die Verhandlungen miteinbezogen wurde.

Wenig Verständnis für die Kritik der Kreistagskollegen hatte SPD-Fraktionschef Franz-Josef Kamp. „Egal, was wir oder die Verwaltung machen, es ist immer alles nicht recht“, schimpfte er. Dabei seien stolze 250000 Euro zur Subventionierung der Tarife bereitgestellt worden. „Und ich wüsste nicht, wo wir sonst noch so viel Geld zuschießen, um etwas Vergleichbares zu fördern“. Auch er könne sich weitere Verbesserungen vorstellen. „Aber die Verhandlungen sind schwierig und jetzt hoffen wir, dass es zum 1. September losgeht.“ Zustimmen muss dem Vertrag noch der Rat Neu Darchau.