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Dr. Susanne Eich ist Projektleiterin des „NaturCampus Bockum“, ein operatives Projekt der 2004 gegründeten Hebrok-Stiftung. Für die Umweltbildungsstätte wird derzeit das alte Gutshaus auf Hof Bockum saniert und umgebaut. Foto: dth
Dr. Susanne Eich ist Projektleiterin des „NaturCampus Bockum“, ein operatives Projekt der 2004 gegründeten Hebrok-Stiftung. Für die Umweltbildungsstätte wird derzeit das alte Gutshaus auf Hof Bockum saniert und umgebaut. Foto: dth

SOS-Hof Bockum: Der „NaturCampus“ kommt

dth Bockum. Das Rattern des Bohrmeißels hallt weit über das Gelände und die Dächer der Nachbarhäuser und durchbricht die idyllische Stille auf Hof Bockum. Derzeit wird das seit Jahren leerstehende, dreigeschossige Gutshaus entkernt und umgebaut. Der SOS-Hof Bockum, eine Betreuteneinrichtung des SOS-Kinderdorf-Vereins, bekommt einen neuen Nachbarn. Die „Hebrok Stiftung“ schafft dort einen neuen Lern- und Lebensraum für Kinder und Jugendliche. Unter dem Projektnamen „NaturCampus Bockum“ soll dort eine Umweltbildungseinrichtung mit Übernachtungsmöglichkeiten für Schulklassen entstehen. Unterdessen plant der SOS-Hof Bockum eine eigene Erweiterung außerhalb des Hauptareals, will in Amelinghausen neue Gebäude errichten.

Die von Unternehmer Karl-Heinz Hebrok („Cartoflex“/“Lünewell“) 2004 ins Leben gerufene Stiftung unterstützt seit mehr als einem Jahrzehnt Schüler aus oft schwierigen sozialen Verhältnissen in Stadt und Landkreis Lüneburg. Bereits 2013 hatte die Stiftung das einstige Gutshaus der Familie von Hardenberg im Lopautal erworben. Mit dem jetzigen Beginn der Bauarbeiten geht auch Dr. Susanne Eich in den Endspurt. Hebrock hat die promovierte Diplom-Agraringenieurin als Projektleiterin gewonnen, um dem „NaturCampus“ programmatisch Leben einzuhauchen. So könnte in den Räumen, wo jetzt noch Betonreste rausgestemmt werden, bereits im Frühjahr 2017 das neue Bildungsangebot für Schulklassen starten, das sich um Themen kümmern soll wie Lebensräume, Energiegewinnung aus Wasserkraft bis hin zu Tierarten, skizziert Eich. Als möglicher Kooperationspartner käme neben den Landesforsten auch das Umweltbildungszentrum „Schubz“ der Hansestadt Lüneburg in Frage.

„Der NaturCampus hat eine soziale und eine ökologisches Ausrichtung“, sagt Eich im LZ-Gespräch. Für den etwas abgelegenen Standort in der Gemeinde Rehlingen spreche zum einen die hohe ökologische Vielfalt auf engem Raum. Das Gutshaus liegt eingebettet zwischen Wiese, Wald und dem Heidefluss Lopau. Und mit der direkten Nachbarschaft zum SOS-Hof Bockum ist laut Eich auch die soziale Komponente gegeben, die ein Lernumfeld ermögliche, das „in der Umweltbildungswelt recht einmalig sei.

So werden die Nachbarn auf verschiedenen Ebenen zum Kooperationspartner. Zwar wird das sanierte Gutshaus über Seminar- und Aufenthaltsräume verfügen, aber zur Essensausgabe nur über eine Teeküche. Die Versorgung mit Mahlzeiten soll hauptsächlich der Hauswirtschaftsbereich des SOS-Hofes übernehmen. Zur Übernachtung für interessierte Schulklassen wird ein Nebengebäude des Gutshauses mit 32 Schlafplätzen zur Verfügung stehen.
Nicht nur für das leibliche Wohl der NaturCampus-Teilnehmer soll der SOS-Hof sorgen. Einrichtungsleiter Manfred Persy sagt: „Wir werden mit unseren Angeboten, die wir für behinderte Menschen vorhalten – sprich Bioland-Landwirtschaft, Gärtnerei, Käserei oder Landschaftspflege – einiges für die Kinder und Jugendlichen organisieren.“

Auch der SOS-Hof Bockum hat ein eigenes Bauprojekt angeschoben: Im Amelinghausener Wohngebiet an Bäckerstraße soll am Ortsrand ein neues Wohnhaus für eine Außenwohngruppe entstehen. Persy: „Das wird ein Ersatz für ein bestehendes, sanierungsbedürftiges Gebäude.“ Daneben ist ein kleineres Wohnhaus geplant, mit fünf Appartments für die ambulante Betreuung sowie einem Büro als Mitarbeiter-Stützpunkt zur Betreung weiterer Außenwohngruppen.