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Dr. Laura Perschke (v.l.), Dr. Katharina Hickmann und Dr. Olaf Lehmann haben den Schülerinnen und Schülern Lisa Wedemann, Cedric Remppis, Willem ter Horst und Juri Adami bei der Umsetzung des Schülermuseums geholfen. Foto: ap
Dr. Laura Perschke (v.l.), Dr. Katharina Hickmann und Dr. Olaf Lehmann haben den Schülerinnen und Schülern Lisa Wedemann, Cedric Remppis, Willem ter Horst und Juri Adami bei der Umsetzung des Schülermuseums geholfen. Foto: ap

Nano-AG der Herderschule eröffnet Schülermuseum

ap Lüneburg. Dass Nano-Partikel aufgrund ihrer magnetischen Eigenschaft in der Krebstherapie erforscht werden, findet Cedric Remppis besonders spannend. „Die magnetischen Nanopartikel werden in den Tumor eingesetzt und bei einer gewissen Frequenz zum Schwingen gebracht“, erläutert der Wilhelm-Raabe-Schüler. Der Tumor werde so erhitzt und von innen heraus zerstört.

Cedric hat zusammen mit seinen Mitschülern und Teilnehmern der Nano-AG der Herderschule ein Schülermuseum aufgebaut. Am Ochtmisser Kirchsteig wurde es gerade eröffnet.

Das weiße Ikea-Regal, das die Acht- bis Zehntklässler mit Wissen über Nanomaterialien bestückt haben, ist das Ergebnis von einem Jahr Arbeit. Vor allem die Themen-Festlegung beanspruchte viel Zeit, verrät AG-Leiterin Katharina Hickmann von der Herderschule. „Wir haben darüber diskutiert, was uns wichtig ist und wie man es denjenigen präsentieren könnte, die mit der Nano-Materie nicht vertraut sind.“ Dann durften beide Arbeitsgruppen die Themen auf ihre Art und Weise umsetzen, jede Schule durfte sich auf einer Seite des Regals austoben.

Juri Adami, der die 8. Klasse der Wilhelm-Raabe-Schule besucht, beschäftigte sich damit, inwieweit Nanopartikel noch in Produkten verwendet werden. Denn in den 2000ern habe es einen „Boom“ gegeben, Nanomaterial sei vor allem aufgrund der antibakteriellen Wirkung in Zahnbürsten und Zahnpasta verwendet worden. Auch der Sonnencreme habe man nachgesagt, keinen weißen Film auf der Haut zu hinterlassen. „Und Kleidung, die Nanopartikel enthält, soll den Schweißgeruch verhindern“, weiß der 14-Jährige. „Es ist spannend, was so kleine Partikel Großes bewirken können.“ Aber als Inhaltsstoff in Produkten seien auch die Nachteile zu bedenken. Mit dem Schülermuseum wolle man andere informieren und dabei helfen, die Risiken abzuschätzen.

Die Schüler der Herderschule, die neben spannenden Versuchen wie dem Lotus-Effekt als erste das neue Museum in der Aula besichtigen durften, taten dies mit Interesse. Nach den Sommerferien soll das Ikea-Regal auch an der Wilhelm-Raabe-Schule stehen.

Direktorin Christine Hartmann verschaffte sich an der Herderschule schon mal einen ersten Eindruck. „Ich freue mich sehr, dass so etwas im naturwissenschaftlichen Bereich entstanden ist. Es ist schön, wenn Schüler sich dafür begeistern können“, sagt sie. So wolle man versuchen, diese Fachrichtung auch außerhalb des Unterrichts zu stärken.

Auch Hans-Christian Höhne, derzeit Kommissarischer Leiter der Herderschule, ist von dem Museum begeistert. „Die Schüler sind zudem handwerklich tätig gewesen, sie haben mit Kopf und Hand gearbeitet“, erklärt er. Das Museum sei ein schönes Sinnbild für die Kooperation der beiden Schulen. Denn die AG-Teilnehmer haben nicht nur die Platten mit Bildern und Texten beklebt, sondern die Versuchskästen eigenständig mit LED-Streifen und Strom ausgestattet.

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