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Max & Moritz heißt die Wohnanlage, die im Hanseviertel entsteht und den besonderen Bedürfnissen der älteren Generation entsprechen soll. In das rechte Gebäude wird der ASB im Erdgeschoss mit einem Service-Center und einer Seniorentagespflege einziehen. Grafik: bloomimages
Max & Moritz heißt die Wohnanlage, die im Hanseviertel entsteht und den besonderen Bedürfnissen der älteren Generation entsprechen soll. In das rechte Gebäude wird der ASB im Erdgeschoss mit einem Service-Center und einer Seniorentagespflege einziehen. Grafik: bloomimages

Guter Service für Senioren

as Lüneburg. Mit einem zweiten Standort will der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Kreisverband Lüneburg, ins Neubaugebiet Hanseviertel gehen. „Dort wollen wir eine Tagespflegestation für Senioren aufbauen. Diese zieht ins Erdgeschoss einer Wohnanlage, die an der Lübecker Straße entstehen wird.“ Das erklärte Wolfgang Schurreit, Vorsitzender des ASB, bei der Mitgliederversammlung am Moldenweg.

Ein Investor erstellt die Wohnanlage mit 43 Wohneinheiten. Kombiniert wird das Projekt mit Serviceleistungen. Im Erdgeschoss zieht ein Service-Center des ASB ein, das den Bewohnern bei Bedarf Hilfeleistungen anbietet. Neben der Beratung bei der Pflegeplanung und -finanzierung sowie zur Wohnsituation „bieten wir auch ambulante Pflege, Hausnotruf, Essen auf Rädern sowie Betreuung und Begleitdienste an“, erläuterte Schurreit. Außerdem wird es künftig auch an diesem Standort — wie bereits am Moldenweg — eine Seniorentagespflege für 15 Personen geben.

Schurreit zog bei der Mitgliederversammlung auch positive Bilanz. Mit fast 13800 Mitgliedern ist der ASB mitgliederstärkster Verein in Stadt und Kreis. „Wir sind ein pros­perierendes Unternehmen mit 160 Mitarbeitern und rund 100 Ehrenamtlichen.“ Neben der ambulanten Pflege, Tagespflege, dem Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Jugend- und Seniorenarbeit war im vergangenen Jahr auch ein Schwerpunkt die Versorgung von Flüchtlingen.

 Standort ins Neubaugebiet Hanseviertel

So war der ASB Betreiber der Notunterkunft Woltersdorf bei Lüchow. Harald Kreft, Geschäftsführer des ASB: „Dort wurden im vergangenen Jahr 420 Flüchtlinge aufgenommen, wir waren für die medizinische sowie die Essensversorgung zuständig, haben eine Kleiderkammer eingerichtet, eine Radwerkstatt angeleitet sowie die soziale und pädagogische Versorgung garantiert.“ Doch inzwischen sind dort nur noch 50 Flüchtlinge untergebracht, das Land will die Einrichtung schließen. „Wir müssen jetzt die personelle Rückführung auf den Weg bringen. Wir sehen uns in der Verantwortung und wollen Hilfestellungen geben, dass Mitarbeiter eine neue Arbeitsstelle bekommen.“

Gemeinsam mit dem DRK war der ASB auch verantwortlich für die Aufnahme und die medizinische Erstuntersuchung in der ehemaligen Notunterkunft, die der Kreis im ehemaligen Krankenhaus Scharnebeck eingerichtet hatte. Schurreit unterstrich, dass sich dort Ehrenamtliche vorbildlich engagiert hätten, um Sprachunterricht, Kinderbetreuung und Sportaktivitäten zu ermöglichen. Inzwischen betreut der Landkreis die Gemeinschaftsunterkunft.

Neben der Ehrung von langjährigen Mitgliedern standen auch zwei hauptamtliche Mitarbeiter im Mittelpunkt der Versammlung. Arne Möller (29) und Christian Finke (27) engagieren sich zusätzlich ehrenamtlich in der Schnelleinsatzgruppe (SEG). Dabei handelt es sich um einen Hintergrunddienst aus gut geschulten Freiwilligen, die bei Großeinsätzen wie zum Beispiel den Bombenfunden an der Wittenberger Bahn, Massenunfällen oder jüngst beim Brand in der Goseburg zum Einsatz kommen, um Betroffene oder Verletzte zu versorgen. Schurreit dankte den beiden ASBlern für ihr vorbildliches Engagement und ernannte Arne Möller zum offiziellen SEG-Leiter sowie Christian Finke zu seinem Stellvertreter.

One comment

  1. „Wir sind ein pros­perierendes Unternehmen mit 160 Mitarbeitern und rund 100 Ehrenamtlichen.“

    Ja, ja. Wo viele glauben es steckt Samaritertum und Nächstenliebe dahinter, sind es doch auch wirtschaftliche Interessen. Mit Pflegediensten lässt sich durchaus viel Geld verdienen. Da hat der ASB keine Alleinstellung sondern ist nur ein Beispiel wohl bemerkt! Aber die vielen (nur zahlenden) Mitglieder und Ehrenamtlichen von DRK, Malteser, Johannitern und so weiter glauben immer noch an das Gute in und an der Sache. So gehen überwiegend ältere Damen weiterhin mit Spendendosen sammeln und glauben fest daran etwas Gutes zu tun.

    Die Bezahlung von fest angestellten Mitarbeitern ist auch eher bescheiden (gilt in der Pflegebranche aber allgemein). Und durch den meist, wenn nicht ausschließlich, Vereinsstatus gibt es kaum öffentliche Kontrolle oder Einsicht in die Finanzen und deren Verwendung. Auch wenn es Branchenfremd ist sei hier der ADAC angesichts einiger Enthüllungen in der Vergangenheit als Beispiel genannt. Nur durch „Plauderei“ von Insidern kam dort so einiges an die Öffentlichkeit, dass einen sehr üblen Geruch und Beigeschmack hatte.

    Ja so ist das mit der Gemeinnützig- und Mildtätigkeit in Deutschland. Man muss es nur genauer betrachten. Die Politik jedoch hat wenig Interesse daran, weil so mancher lukrativer Posten bei diesen Vereinen altgedienten Politikern den Ruhestand versüßen kann. Manchmal auch Vorruhestand. Fast analog Versetzungen nach Brüssel.