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Lobenswert ist für den Verein die Frischzellenkur für den Kurpark-Teich, allerdings sorgt hier ein Überschuss an Nährstoffen dafür, dass der Teich mit Algen bedeckt ist. Foto: t&w
Lobenswert ist für den Verein die Frischzellenkur für den Kurpark-Teich, allerdings sorgt hier ein Überschuss an Nährstoffen dafür, dass der Teich mit Algen bedeckt ist. Foto: t&w

Lob, Tadel und Wünsche vom Bürgerverein Lüneburg

rast Lüneburg. Ein digitales Fahrgastinformationssystem mit elektronischen Hinweisstellen an den Bushaltestellen wünscht sich der Bürgerverein Lüneburg, damit die Buskunden über Abfahrtzeiten, Verspätungen und mögliche Ausfälle informiert werden. Das Busunternehmen KVG möge ein solches System schnellstmöglich installieren, fordert der Verein in seiner „Rot-Blau-Weißen Mappe 2016“, die er jetzt im Museum Lüneburg öffentlich vorstellte und in der er als „Gewissen der Stadt“ wieder Lob, Tadel und Wünsche auflistet.

Die Mappe enthält zu den einzelnen Punkten auch Stellungnahmen von Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Dem digitalen Fahrgastinformationssystem erteilt er dabei keine grundsätzliche Absage: „Dessen Einrichtung inklusive der Standortwahl für die elektronischen Haltestellenanzeiger befindet sich in der Abstimmungs- und Antragsphase, mit dem Betriebsstart ist nicht vor Ende 2017 zu rechnen. Vor allem auch die Vereinbarkeit mit dem Stadtbild ist hierbei zu prüfen.“

Der Verein kritisiert, dass eine der schönsten Räumlichkeiten in Lüneburg weiter verschlossen bleibt — der Ratskeller. Hier verweist die Stadt darauf, dass vor einer erneuten Nutzung ein Sanierungsaufwand in Millionenhöhe erforderlich sei, Betreiber für die Gastronomie seinen trotz erheblicher Bemühungen nicht gefunden worden.

Seit Längerem setzt sich der Verein schon dafür ein, dass am Rathaus eine Hinweistafel auf das Glockenspiel im Rathausturm angebracht wird. Das könnte schon bald realisiert werden, die Lüneburg Marketing GmbH ist eingeschaltet.

Zu wenig Parkplätze gibt es an der Hauptpost und in Nähe des Bürgeramts, moniert der Verein. In Sachen Bürgeramt verweist Mädge auf einen Behindertenparkplatz auf dem Hof und auf Parkmöglichkeiten am Behördenzentrum Auf der Hude. Auf das sich in Privatbesitz befindliche Post-Areal an der Sülztorstraße habe die Stadt keinen Einfluss.

In der neuen Mappe überwiegen die positiven Punkte, ein dickes Lob zollt der Verein vor allem dem neuen Museum. Hervorgehoben werden „die Bemühungen, nicht nur Interessierte mit besserem Lüneburger Kenntnisstand auszurüsten, sondern auch schon unter anderem ,den Kurzen entsprechendes Wissen zu vermitteln“. Und das anhand von originalen Exponaten. Auf der Lobesliste stehen auch die Neupflanzungen an der Erbstorfer Landstraße und die „Frischekur“ für den Kurpark-Teich.

Auf der Wunschliste steht unter anderem die Wiedereinführung des Lüneburger Giebel-, Vorgarten- und Balkonwettbewerbs, den bisher letzten gab es 2011, weil es immer schwieriger wurde, Sponsoren zu finden. Hierzu sagt Daniel Gritz von der Pressestelle der Stadt: „Seitens der Stadt Lüneburg und der Marketing GmbH bestehen nach wie vor Überlegungen, den Wettbewerb in neuer Form, eventuell in Anlehnung an den entsprechenden Braunschweiger Wettbewerb, wieder aufleben zu lassen. Es darf jedoch nicht verkannt werden, dass auch hierfür neben Sponsorengeldern erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen bereitzustellen wären.“

Ein weiterer Wunsch wird demnächst realisiert: Die Stadt wird ein Faksimile der Hansestadt-Urkunde, mit der ihr 2007 der Titel verliehen wurde, in einem der Öffentlichkeit zugänglichen Raum aufhängen — im Oberen Gewandhaus, direkt neben dem Bild der Hansekogge vom Lüneburger Maler Andrej Becker.

Die Mappe enthält unter anderem auch einige alte Lüneburger Postkarten-Motive, der Vorsitzende Rüdiger Schulz beschäftigt sich in einem Beitrag mit der Lüneburger Philatelie, der Postgeschichte und dem Ratssilber, und Dr. Uwe Plath geht anhand des Buches „Unbeugsame Lehrerinnen“ von Luise Berg-Ehlers auf die Geschichte der Mädchen- und Frauenbildung ein. Eingesehen werden kann die Mappe unter www.buergerverein-lueneburg.de im Internet.

Hilfe für den Bürgermeister

Lüneburg Rathaus Traubensaal  Mode vor Jahrhunderten Gemälde von Heinrich von Töbing Bürgermeister 1558-1586 Foto:st 27.03.2010 unveröff

Der Bürgerverein realisierte in der Vergangenheit etliche Projekte, ließ unter anderem eine Büste des Kalkberg-Retters Eduard Schlöbcke (1852-1936) für den Schlöbcke-Brunnen am Fuße des Kalkbergs fertigen. Aktuell läuft eine Spendenaktion für die Restaurierung eines aus dem Jahr 1586 stammenden, mannshohen Tafelbildes, das einst im Rathaus hing und nun im Museum untergebracht ist. Es zeigt den Lüneburger Bürgermeister Heinrich Töbing (1524-1586). Das Werk wurde bereits 1969/70 an einigen Stellen ausgebessert, nun sind andere Stellen restaurierungsbedürftig. Dort löst sich die Malschicht vom massiven Eichenholz, wirft Blasen, sackt ein und platzt ab.