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Das SB-Terminal in Neu Darchau wird jetzt abgebaut und nicht ersetzt. Service sieht anders aus, findet Stephan Cardinahl, SoVD-Vorsitzender von Katemin. Foto: cw
Das SB-Terminal in Neu Darchau wird jetzt abgebaut und nicht ersetzt. Service sieht anders aus, findet Stephan Cardinahl, SoVD-Vorsitzender von Katemin. Foto: cw

Terminal-Abbau: Kunden der Sparkasse sauer

cw Neu Darchau. Es ist nur ein etwa zehn Quadratzentimeter kleines rotes Schild, doch es verkündet einschneidende Veränderungen. „Der Betrieb des Selbstbedienungsterminals in dieser Filiale wird aufgrund der geringen Nutzung in den nächsten Wochen eingestellt“, steht da. Damit haben die Neu Darchauer und die Bewohner der umliegenden Gemeinden keine Möglichkeiten mehr, ihre Geschäfte mit der Sparkasse Uelzen/Lüchow-Dannenberg vor Ort abzuwickeln.

„Gerade für die älteren Mitbürger ohne Auto oder Internet ist das ein großes Problem“, ärgert sich Stephan Cardinahl, Ortsvorsitzender des Sozialverbandes (SoVD) Katemin. Schon das Selbstbedienungsterminal war eine große Umstellung für viele, doch jetzt zwinge die Sparkasse die Menschen quasi zum Internetbanking. „Per Post kostet eine Überweisung drei Euro pro Überweisung oder man fährt 16 Kilometer mit dem Auto nach Hitzacker“, ärgert sich Cardinahl. Dazu komme, dass gerade in dem strukturschwachen Bereich viele Rentner wohnen, die jeden Cent umdrehen müssen. Sein Anruf bei der Sparkasse blieb erfolglos. „Die Sparkasse wirbt immer mit ihrer Präsenz in der Fläche und jetzt so etwas“, schimpft Cardinahl. „Hier macht man es sich sehr einfach.“

Die Sparkasse sieht das anders. „Wir finden schon, dass wir nach wie vor in der Fläche gut präsent sind“, erklärte der Pressesprecher der Sparkasse Uelzen/Lüchow-Dannenberg, Frank Kolakowsky. Die Filiale an sich bleibe ja erhalten: Kontoauszugdrucker und Geldautomat bleiben, nur das SB-Terminal wird abgebaut. Hintergrund ist, dass alle SB-Terminals derzeit aus sicherheitstechnischen Gründen überprüft werden. „Dabei erfassen wir auch die Nutzerzahlen und ein Wiederaufbau in Neu Darchau lohnt sich einfach nicht“, so Kolakowsky. Die Kosten für so einen Wiederaufbau wollte aber auch Vorstandsassistent Dr. Sebastian Kwaschnik nicht verraten, da es sich um „Betriebsinterna“ handele.

Cardinahl beobachtet den Abbau von Infrastruktur mit Besorgnis: „In Zernien hängt so eine Ankündigung auch, es ist also eine Schließung mit System.“

Wie viele Filialen noch betroffen sind, ist derzeit noch unklar. Die Filiale der Sparkasse Neu Darchau ist seit etwa vier Jahren auf SB-Betrieb umgestellt. Vor einem Jahr wurde das Gebäude verkauft und das Schild aufgebaut. Jetzt verschwindet auch noch das SB-Terminal. „Das ist der Anfang vom Ende für uns“, seufzt Stephan Cardinahl.